September 9, 2019 / 5:37 AM / 13 days ago

Hoffnung auf billiges Notenbankgeld stützt Europas Börsen

Frankfurt (Reuters) - In Erwartung der Zinsentscheidungen der beiden großen Notenbanken EZB und Fed haben sich die Anleger zu Wochenbeginn mit Engagements an den europäischen Aktienmärkten zurückgehalten.

The DAX logo is pictured at the German stock exchange in Frankfurt May 7, 2013. Germany's top stock index hit a record high on Tuesday, the first major European market to top peaks hit before the financial crisis hammered share values. The blue-chip DAX, packed with in-demand international exporters, hit an intraday high of 8,160.14 points, passing its previous best of 8,151.57 points for the first time since mid-2007. REUTERS/Lisi Niesner (GERMANY - Tags: BUSINESS)

Der Dax notierte am Montagabend leicht im Plus bei 12.214,17 Punkten, der EuroStoxx50 nahezu unverändert bei 3.491,79 Punkten. Wieder aufgeflammte Hoffnung auf eine Einigung im Brexit-Streit verhalf dem Pfund Sterling dagegen zu einem Kursplus von rund 0,5 Prozent auf 1,2359 Dollar.

Der britische Premierminister Boris Johnson äußerte sich zuversichtlich, bis zum EU-Gipfel Mitte Oktober eine Einigung über die künftigen Beziehungen seines Landes zur Union zu finden. Außerdem betonte er, dass es keine Grenzkontrollen zwischen der britischen Provinz Nordirland und der Republik Irland geben werde. Die Frage nach dem künftigen Grenzregime in dieser Region ist der Knackpunkt der bisherigen Verhandlungen. Johnsons irischer Kollege Leo Varadkar sagte, auch er hoffe auf eine Einigung bis zum EU-Gipfel. Es gebe gewisse Gemeinsamkeiten.

Trotz des Hick-Hacks um den Brexit wuchs die britische Wirtschaft im Juli überraschend stark um 0,3 Prozent. Dennoch sei nicht ausgeschlossen, dass Großbritannien in eine Rezession rutsche, warnte ein Börsianer.

EZB STEHT VOR SCHWIERIGER AUFGABE

Unterdessen rechnen Experten fest damit, dass die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag den Zins für Einlagen bei der Notenbank senkt. Außerdem erwarten sie eine Wiederaufnahme der Wertpapierkäufe. Die erneuten geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen verlören aber an Wirkung, warnte Paul Brain, Anleihechef des Vermögensverwalters Newton. “Künftig sollten sich alle Marktteilnehmer stärker darauf konzentrieren, welche Richtung die Regierungen fiskalpolitisch einschlagen, als sich nur auf die Entscheidungen der Zentralbanken zu fixieren.”

Für die kommende Woche erwarten Börsianer eine erneute Zinssenkung der US-Notenbank (Fed). Der schwache US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag schüre diese Spekulationen, sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. Fed-Chef Jerome Powell signalisierte bereits kurz nach Veröffentlichung der Beschäftigtenzahlen Bereitschaft zu einer weiteren Lockerung der Geldpolitik. Parallel dazu senkte die chinesische Zentralbank die Mindestreserve-Anforderungen für die Geschäftsbanken und machte damit einen dreistelligen Milliardenbetrag für zusätzliche Kredite frei.

MÖGLICHE RETTUNG VON AIGLE AZUR DRÜCKT AIR FRANCE

Mit einem Kursminus von knapp zehn Prozent gehörten die Titel von Air France-KLM zu den größten Verlierern am europäischen Aktienmarkt. Die französische Regierung werde sicher darauf drängen, dass die Fluggesellschaft dem zusammengebrochenen Konkurrenten Aigle Azur unter die Arme greift, sagte ein Börsianer. Ein Minister nannte Air France bereits als möglichen Käufer der Firma, die vor allem Routen rund um das Mittelmeer bedient. Der französische Staat ist der größte Aktionär von Air France.

An der Wall Street gaben die Papiere von Boeing über zwei Prozent nach. Der Airbus-Rivale kämpft mit technischen Problemen bei seinem neuen Großraum-Flugzeug 777X. Wegen Schwierigkeiten mit den Triebwerken des Zulieferers General Electric (GE) musste der Flugzeug-Hersteller den Marktstart der Maschinen bereits auf 2020 verschieben.

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