July 17, 2020 / 6:08 AM / 21 days ago

EU-Gipfel stimmt Europas Anleger vorsichtig

Frankfurt (Reuters) - Zum Auftakt der EU-Beratungen über den geplanten 750 Milliarden Euro schweren Aufbaufonds haben sich Europas Anleger mit Engagements zurückgehalten.

A plastic bull figurine, symbol of the Frankfurt stock exchange is pictured in front of the share price index DAX board at the stock exchange in Frankfurt, Germany, May 8, 2017. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Kursgewinne bei den Autowerten halfen dem Dax am Freitag um 0,4 Prozent auf 12.919 Punkte nach oben, während der EuroStoxx50 auf der Stelle trat. Die US-Börsen tendierten uneinheitlich.

Der Euro verteuerte sich um 0,4 Prozent auf 1,1430 Dollar. Auf dem EU-Sondergipfel in Brüssel zeichnete sich bis zum Börsenschluss in Europa noch keine Einigung über das billionenschwere Finanzpaket der Union bis 2027 ab. Nach Aussage von EU-Diplomaten prallten bei den ersten Debatten der 27 EU-Staats- und Regierungschefs die unterschiedlichen Meinungen sowohl zu dem EU-Haushaltsrahmen von 2021 bis 2027 als auch zum Corona-Hilfspaket aufeinander. “Die Chancen auf ein Abkommen stehen zwar deutlich besser als noch vor einigen Monaten”, sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. “Es gibt aber weiterhin zahlreiche Hürden, und die Verhandlungen könnten sich in die Länge ziehen.”

Sorgen bereiteten den Anlegern die steigenden Coronavirus-Infektionen in den USA. Die regional wieder verschärften Pandemie-Beschränkungen drohten den Einzelhandel in den betroffenen US-Regionen zu lähmen, warnte Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets. “Die Dynamik des Aufschwungs könnte dadurch an Fahrt verlieren.” Vor diesem Hintergrund verteidigte die “Antikrisen-Währung” Gold die wichtige Marke von 1800 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) und blieb auf Tuchfühlung mit ihrem jüngsten Neun-Jahres-Hoch.

Spekulationen auf einen erneuten Nachfrage-Rückgang drückten die Preise für Rohöl. Die Sorte Brent<LCOc1 aus der Nordsee verbilligte sich um 0,8 Prozent auf 43,03 Dollar je Barrel. Börsianern zufolge belastete auch die geplante Lockerung der Förderbremse durch die Opec-Länder und ihren Verbündeten.

DAIMLER UND VOLVO ÜBERZEUGEN MIT ZAHLEN

Unterdessen lieferte die laufende Bilanzsaison dem Aktienmarkt positive Impulse. Mit Erleichterung reagierten Anleger auf den geringer als befürchtet ausgefallenen Quartalsverlust von Daimler. Das komme zwar nicht völlig unerwartet, kommentierte Citigroup-Analyst Angus Tweedie. Lobenswert sei aber der überraschend starke freie Cashflow. Er gehe davon aus, dass Analysten ihre Gesamtjahres-Prognosen anheben werden. Daimler-Aktien stiegen um 4,4 Prozent. In ihrem Windschatten gewannen die Rivalen BMW, und Volkswagen bis zu 2,1 Prozent.

Auch Volvo überzeugte mit seinem Quartalsergebnis. Der Lkw-Bauer habe die Erwartungen in jeder Hinsicht übertroffen, lobte Analyst Himanshu Agarwal von der Investmentbank Jefferies. Volvo-Papiere verteuerten sich in Stockholm um 0,8 Prozent. Der europäische Index der Automobilbranche rückte 1,6 Prozent vor.

Ericsson-Aktien verbuchten mit einem Kursplus von mehr als elf Prozent den größten Tagesgewinn seit mehr als zwei Jahren, nachdem der Konzern im abgelaufenen Quartal mehr verdiente als erwartet. Eckpfeiler des “grundsoliden” Quartalsergebnisses des schwedischen Netzwerk-Ausrüsters sei die starke US-Nachfrage, konstatierten die Analysten der Handelsbanken. Außerdem seien die Restrukturierungskosten niedrig.

Beim insolventen Zahlungsabwickler Wirecard könnten die Tage im Leitindex Dax nun doch schon in der zweiten August-Hälfte gezählt sein. Wie die Deutsche Börse mitteilte, sollen die Index-Regeln in den kommenden vier Wochen geändert werden. Nach der bisherigen Regelwerk würde Wirecard erst zum 21. September aus der ersten Börsenliga herausfallen.

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