for-phone-onlyfor-tablet-portrait-upfor-tablet-landscape-upfor-desktop-upfor-wide-desktop-up
Marktnachrichten

Europas Börsen nehmen langsam wieder Fahrt auf

Frankfurt (Reuters) - An den europäischen Aktienmärkten haben die Anleger ihre Kauflaune wiederentdeckt.

A plastic bull figurine, symbol of the Frankfurt stock exchange is pictured in front of the share price index DAX board at the stock exchange in Frankfurt, Germany, May 8, 2017. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Gefragt waren vor allem Reise- und Freizeitwerte, die wegen der Coronavirus-Pandemie besonders stark unter die Räder gekommen sind. Bei dünnem Sommerhandel schaffte der Dax.GDAXI wieder den Sprung über die Marke von 13.000 Punkten. Zeitweise notierte der deutsche Leitindex am Dienstag ein Prozent höher bei 13.052 Punkten, bevor er einen Teil der Gewinne einbüßte. Der EuroStoxx50.STOXX50E gewann bis zu 0,8 Prozent auf 3333 Zähler.

Raum für weitere Kursgewinne sieht der Investmentchef bei UBS Global Wealth Management, Mark Hafaele. "Wir weisen auf den positiven Ausblick für Risikoanlagen hin, raten den Anlegern aber, ihre Strategien anzupassen, um ihr Portfolio für die nächste Phase der Erholung zu optimieren." Sorgen wegen der Spannungen zwischen den USA und China sowie der Stillstand bei den Verhandlungen über ein neues Corona-Hilfspaket in den USA rückten in den Hintergrund. In den USA signalisierten die FuturesESc11YMcv1NQc1 ebenfalls einen festeren Handelsauftakt.

“Die Anleger haben sich damit abgefunden, dass eine Erholung der Konjunktur von der Krise nicht V-förmig verlaufen wird”, sagte Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst beim Brokerhaus CMC Markets. Viele Marktteilnehmer seien von der Kurserholung jedoch auf dem falschen Fuß erwischt worden. “Man kann an den Kapitalströmen erkennen, dass immer noch sehr viel Geld an der Seitenlinie oder in kurzfristigen Zinspapieren geparkt ist, das seinen Weg früher oder später an den Aktienmarkt finden dürfte.”

USA IM FOKUS

Die US-Regierung weitete am Montag ihre Sanktionen gegen den chinesischen Netzwerkausrüster und Smartphone-Hersteller Huawei[HWT.UL] aus und untersagte es, Chips mit US-Technologie an das Unternehmen zu verkaufen. “Gerade dann, wenn man gedacht hat, dass sich die Lage zwischen den USA und China verbessert hat, zieht Washington wieder los und reizt den Drachen”, sagte Connor Campbell, Analyst beim Finanz-Wettanbieter Spreadex.

Der DollarUSD= geriet unter Druck, der EuroEUR= legte 0,6 Prozent zu auf 1,1941 Dollar. Die US-Währung sei zu einem Spielball der Politik geworden, sagte Carsten Mumm, Chefvolkswirt bei der Privatbank Donner & Reuschel. Solange sich bei dem Streit zwischen den beiden wichtigsten Volkswirtschaften weltweit sowie im Ringen um ein Corona-Hilfspakt in den USA keine Fortschritte abzeichneten, dürfte der Euro weiter zulegen. Mumm verwies zudem darauf, dass die Corona-Infektionszahlen in den USA stagnierten, während sie in einigen europäischen Ländern wieder stiegen.

Gefragt war in diesem Umfeld GoldXAU=. Eine Feinunze der "Krisenwährung" kostete mit 2013,13 Dollar 1,4 Prozent mehr als am Vortag. Commerzbank-Experte Carsten Fritsch verwies auch darauf, dass ein Gold gegenüber bislang eher skeptisch eingestellter Großinvestor Anteile am weltweit größten Goldminenproduzenten erworben habe. "Dieser Umstand wird von einigen Marktbeobachtern als zusätzliches Vertrauenssignal für Gold interpretiert und könnte daher weitere Anleger anlocken." Die Anlagegesellschaft Berkshire Hathaway des US-Starinvestors Warren Buffett hatte am Freitag einen Großanteil an der Barrick Gold CorpABX.TO gekauft.

Bei den Einzelwerten legten LufthansaLHAG.DE mehr als drei Prozent zu. Staatshilfen aus Österreich, Belgien und der Schweiz entlasten den deutschen Steuerzahler bei der milliardenschweren Rettung der Fluggesellschaft.[nL8N2FK1SM] Die Bundesregierung habe den Finanzhilfen der Nachbarländer für Tochterfirmen zugestimmt, teilte das Bundeswirtschaftsministerium mit.

Gefragt waren auch die Aktien des Rüstungsunternehmens RheinmetallRHMG.DE mit einem Kursplus von bis zu 2,9 Prozent. Das Düsseldorfer Unternehmen zog einem Medienbericht zufolge einen Auftrag zum Bau von Lynx-Schützenpanzern in Ungarn mit einem Volumen von mehr als zwei Milliarden Euro an Land.

for-phone-onlyfor-tablet-portrait-upfor-tablet-landscape-upfor-desktop-upfor-wide-desktop-up