May 10, 2018 / 9:23 AM / 18 days ago

Saudi-Arabien will Ölmarkt nach Trumps Iran-Entscheid beruhigen

Dubai/Frankfurt (Reuters) - Nach dem US-Ausstieg aus dem Atomabkommen mit dem Iran ist der weltgrößte Ölexporteur Saudi-Arabien bemüht, die Furcht vor Turbulenzen am Markt zu dämpfen.

A gas flare on an oil production platform in the Soroush oil fields is seen alongside an Iranian flag in the Persian Gulf, Iran, July 25, 2005. To match Exclusive OPEC-OIL/ REUTERS/Raheb Homavandi/File Photo

Es seien bis zum Sommer oder sogar Herbst keine handfesten Auswirkungen auf die Ölmärkte zu erwarten, sagte am Mittwoch ein Insider des Förderkartells Opec, der mit der Strategie Saudi-Arabiens vertraut ist. Wie die Nachrichtenagentur Reuters weiter erfuhr, ist das Königreich bei Bedarf auch bereit, mehr zu fördern und damit für eine Stabilisierung zu sorgen. Dies werde es jedoch “nicht im Alleingang” tun.

Der Rückzug der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran hat die Ölpreise bereits in die Höhe getrieben. Anleger fürchten Lieferausfälle des wichtigen Ölexporteurs Iran und daraus resultierende Engpässe auf dem Weltmarkt. Der Preis für die Nordsee-Sorte Brent stieg am Mittwoch um bis zu 3,1 Prozent auf 77,20 Dollar je Barrel, den höchsten Stand seit dreieinhalb Jahren.

“Es herrscht die Sorge, dass die iranischen Ölexporte um eine Million Barrel pro Tag zurückgehen”, sagte Volkswirt Tomomichi Akuta von Mitsubishi UFJ Research and Consulting. Deswegen könnte sich Brent demnächst noch bis auf rund 90 Dollar verteuern, ergänzte Akuta. Viel stärker dürfte es nach Einschätzung von Experten aber nicht nach oben gehen, unter anderem weil Saudi-Arabien als Stabilisator wirken könne. Die Herrscher in Riad stimmen sich laut dem von Reuters befragten Gewährsmann eng mit den Vereinigten Arabischen Emiraten ab, die dieses Jahr den Vorsitz der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) innehaben. Dies gelte auch für das Nicht-Opec-Mitglied Russland.

AUCH USA KÖNNTEN FÖRDERUNG STEIGERN

Seit Monaten treten maßgebliche Exportländer wie Saudi-Arabien und Russland auf die Förderbremse, um die Preise zu stützen. Im Vergleich zu seinem Tief von Januar 2016 hat sich der Brent-Preis deswegen in etwa verdreifacht. Einen Teil der Angebotsausfälle könnten zudem die USA auffangen. Durch den gestiegenen Ölpreis wird die technisch aufwendige und kostspielige Förderung von Schieferöl profitabler.

US-Präsident Donald Trump hatte am Dienstag das Atom-Abkommen mit dem Iran von 2015 aufgekündigt, neue Sanktionen beschlossen und weltweit Kritik sowie Furcht vor einer atomaren Aufrüstung im Nahen Osten ausgelöst. Analysten zufolge trifft das den Ölmarkt empfindlich.

Der Iran ist drittgrößter Exporteur und das Angebot auf dem Weltmarkt wegen der Fördergrenze der Opec-Staaten bereits verknappt. Analysten der ANZ-Bank erklärten, dass mit Trumps Entscheidung “ein Szenario eintritt, bei dem der Markt für Rohöl sich im zweiten Halbjahr 2018 erheblich anspannt”. Denn seit der Lockerung von Sanktionen Anfang 2016 ist der Iran nach Saudi-Arabien und dem Irak der wichtigste Spieler auf dem Weltmarkt. Seine täglich geförderten 3,8 Millionen Barrel machen rund vier Prozent der weltweiten Produktion aus.

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