20. Oktober 2017 / 09:39 / in einem Monat

"Trumphorie" kehrt zurück - Börsen im Aufwind

Frankfurt (Reuters) - Wieder aufgeflammte Hoffnungen auf einen US-Wirtschaftsboom haben den europäischen Börsen am Freitag Auftrieb gegeben.

A screen displays the Dow Jones Industrial Average after the closing bell on the floor of the New York Stock Exchange (NYSE) in New York, U.S., August 17, 2017. REUTERS/Brendan McDermid

Dax und EuroStoxx50 stiegen am Freitag in der Spitze um jeweils etwa ein halbes Prozent auf 13.063 und 3617 Punkte.

Auslöser der Käufe war die Zustimmung des US-Senats für einen Entwurf der sogenannten Haushaltsresolution. “Das ist ein großer Schritt in Richtung Steuersenkungen, da die Republikaner das Budget nun ohne Unterstützung der Demokraten verabschieden können”, sagte Analyst Neil Wilson vom Brokerhaus ETX Capital. Analyst Dirk Gojny von der Essener National-Bank warnte aber vor überzogenen Erwartungen. Es sei alles andere als sicher, dass US-Präsident Donald Trump die Unterstützung sämtlicher republikanischer Senatoren für seine geplanten Steuersenkungen erhalten werde.

In Erwartung eines stärkeren Wirtschaftswachstums deckten sich einige Investoren mit Industriemetallen ein. Kupfer verteuerte sich um 0,9 Prozent auf 7027 Dollar je Tonne. Vor diesem Hintergrund waren auch Bergbaukonzerne gefragt. So setzten sich die Titel des Kupferminen-Betreibers Antofagasta mit einem Kursplus von 2,6 Prozent auf die Spitze des Londoner Auswahlindex FTSE.

Am Devisenmarkt schürte der Konjunkturoptimismus Spekulationen auf raschere Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed. Dies verhalf dem Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, zu einem Kursplus von 0,3 Prozent. Im Gegenzug verbilligte sich der Euro um 0,4 Prozent auf 1,1802 Dollar. Dies gab den europäischen Aktien zusätzlichen Schub, weil dadurch Waren heimischer Firmen auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähiger werden.

Der spanische Leitindex hinkte den übrigen Börsen hinterher und kam kaum vom Fleck. “Die Katalonien-Krise ist zwar aktuell nicht das Hauptthema auf dem Börsenparkett”, sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. “Ignorieren sollten die Anleger die Ereignisse in Spanien aber nicht.” Wegen der katalanischen Unabhängigkeitsbestrebungen droht der Region die Zwangsverwaltung durch die Zentralregierung in Madrid.

FIRMENBILANZEN HALTEN ANLEGER AUF TRAB

Daneben mussten Börsianer einer erneuten Flut von Firmenbilanzen Herr werden. Die Aktien von Daimler stiegen um 0,6 Prozent, obwohl Rückrufe den Gewinn des Autobauers drückten.[nL8N1MU6B6] Angesichts der anhaltende starken Nachfrage nach margenstarken SUV sei zudem das operative Ergebnis enttäuschend, sagte Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research. Die positive Grundstimmung und der schwache Euro machten dies aber mehr als wett.

In Stockholm stiegen die Titel von Volvo auf ein Rekordhoch von 166,90 Kronen. Der schwedische Konzern - Daimler-Konkurrent im Lkw-Geschäft - steigerte den Quartalsgewinn um 45 Prozent auf umgerechnet 730 Millionen Euro.

Sixt waren mit 74,54 Euro ebenfalls so teuer wie noch nie. Vor dem Hintergrund gesenkten Gewinnprognose der der ehemaligen Tochter Sixt Leasing wertete ein Börsianer die vorgelegten Sixt-Geschäftszahlen als Erfolg. Der Autovermieter, der nach Reuters-Daten 42 Prozent an Sixt Leasing hält, steigerte den Vorsteuergewinn um 28 Prozent auf knapp über 220 Millionen Euro.

Sixt Leasing stürzten dagegen um mehr als 19 Prozent ab - so viel wie noch nie. Das Unternehmen rechnet mit einem Gewinn-Rückgang statt mit einem Anstieg. Die zusätzlichen Rückstellungen seien möglicherweise den rückläufigen Restwerten von Dieselfahrzeugen geschuldet, schrieb DZ Bank-Analyst Harald Heider in einem Kommentar. “Geringere Restwerte könnten auch für Autobauer zu einem Thema werden”, warnte ein Aktienhändler.

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