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Aktienrally geht nach US-Jobdaten weiter - Hype um Apple
3. November 2017 / 15:03 / in 21 Tagen

Aktienrally geht nach US-Jobdaten weiter - Hype um Apple

Frankfurt (Reuters) - Der Höhenflug am deutschen Aktienmarkt hat auch zum Wochenschluss angehalten.

The German share price index, DAX board, is seen at the stock exchange in Frankfurt, Germany, November 1, 2017. REUTERS/Staff/Remote

Rosige Aussichten vom iPhone-Hersteller Apple und eine für die Exportindustrie günstige Euro-Schwäche hievten den Dax am Freitag um 0,3 Prozent auf einen Rekord-Schlussstand von 13.478 Punkten. Auf Wochensicht gewann der Leitindex zwei Prozent. Der EuroStoxx ging am Freitag nahezu unverändert bei 3689 Zählern aus dem Handel. “Das Umfeld für den deutschen Aktienmarkt bleibt mit dem schwachen Euro und den soliden Konjunkturdaten positiv”, sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. “Kurzfristig ist mit einem weiteren Kursanstieg zu rechnen.”

US-JOBDATEN BEREITEN BÜHNE FÜR DEZEMBER-ZINSERHÖHUNG

Auch an der Wall Street ging es für Dow-Jones und S&P weiter nach oben. Ein schwächer als erwartet ausgefallener US-Stellenaufbau bremste nur vorübergehend. Am US-Arbeitsmarkt entstanden im Oktober 261.000 statt der erwarteten 310.000 Jobs. Dennoch steckte die US-Wirtschaft den Dämpfer durch die Wirbelstürme “Harvey” und “Irma” insgesamt gut weg. “Auf den zweiten Blick ist es nicht so schlimm wie gedacht, da es deutliche Aufwärtsrevisionen für den vorangegangenen Monat gibt”, sagt Anlageexperte Brad McMillan vom US-Brokerhaus Commonwealth Financial.

Damit ist die Bühne für die dritte geldpolitische Straffung in diesem Jahr bereitet: Händler sehen eine Wahrscheinlichkeit für eine Dezember-Erhöhung bei 90 Prozent. Zuletzt hatte die Fed den Zins im Juni auf 1,0 bis 1,25 Prozent hochgesetzt.

Ein Auftragsplus der US-Industrie und ein besser als erwartet ausgefallener Einkaufsmanagerindex der Dienstleister gaben dem Dollar noch mehr Schwung. Der Dollar-Index, der die Leitwährung im Vergleich zu anderen wichtigen Devisen misst, kletterte um 0,3 Prozent auf 95,00 Punkte. Der Euro fiel um 0,4 Prozent auf ein Tagestief von 1,1604 Dollar.

APPLE-HYPE STECKT AN - ANLEGER MÖGEN NEUEN-FED-CHEF

Im Technologiesektor steckten der Hype um den Verkaufsstart des iPhone X und ein rosiger Ausblick auf das Weihnachtsgeschäft von Apple die Anleger an. Die Apple-Aktie legte um 3,7 Prozent zu und erreichte mit 174,26 Dollar einen neuen Höchststand. Damit knackte der Konzern aus Kalifornien erstmals die Marke von 900 Milliarden Dollar bei der Marktbewertung - Analysten zufolge dürfte schon bald die Schwelle von einer Billion Dollar überschritten werden.

Auch Zulieferer standen hoch im Kurs: Größter Dax-Gewinner waren die Aktien des Münchner Chipherstellers Infineon mit einem Aufschlag von 1,7 Prozent. Dialog Semiconductor waren mit einem Plus von 2,3 Prozent unter den gefragtesten Werten im Technologie-Index TecDax. STMicroelectronics legten in Mailand 2,5 Prozent auf ein 13 1/2-Jahres-Hoch von 20,96 Euro zu.

Gut kam bei Investoren auch die Ernennung von Jerome Powell zum Nachfolger von US-Notenbankchefin Janet Yellen an. Der 64-Jährige steht für Kontinuität in der Geldpolitik. “Mit ihm dürfte der von der Fed eingeschlagene Kurs gradueller Leitzinsanhebungen fortgesetzt werden”, sagte Analyst Dirk Gojny von der National-Bank. Powell stehe zudem einer etwas lockeren Regulierung des Finanzdienstleistungssektors offen gegenüber.

AIRLINE-AKTIEN UNTER DRUCK

In Paris brachen die Aktien der Fluggesellschaft Air France-KLM um 7,5 Prozent ein. Händler verwiesen darauf, dass das Management der französischen Airline konkrete Aussagen über künftige Sparmaßnahmen scheue. Die Aktien der British-Airways-Mutter IAG, die ihre Gewinnziele nach oben schraubte, gaben im Sog dessen um 1,5 Prozent nach. Easyjet fielen um 1,2 Prozent.

An der Börse in Paris waren die Papiere von Renault mit einem Kursplus von rund vier Prozent Top-Favorit. Der französische Staat verkaufte einen Teil seiner Aktien an dem Autobauer und hält nun noch 15 Prozent. Anleger spekulieren jetzt Händlern zufolge darauf, dass sich die Regierung im Elysee-Palast weiter zurückzieht.

Vier Prozent bergab ging es in Paris dagegen für die Bank Societe Generale. Sie musste im dritten Quartal wegen höherer Rechtsstreitigkeiten in den USA einen Gewinnrückgang hinnehmen.

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