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Kein Ritt auf der Bilanzwelle - Europas Börsen hängen fest
9. November 2017 / 11:08 / in 16 Tagen

Kein Ritt auf der Bilanzwelle - Europas Börsen hängen fest

Frankfurt (Reuters) - Die Bilanzwelle hat Europas Aktienmärkte am Donnerstag nicht mitgerissen.

A general view shows the trading floor at the stock exchange reflected in a window of the visitors terrace in Frankfurt, Germany October 2, 2017. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Enttäuschungen und freudige Überraschungen hielten sich bei Konzernen aus der ersten Börsenliga - etwa bei Siemens und Commerzbank - die Waage. Der Dax trat deshalb bei 13.380 Punkten auf der Stelle, der Euro-Stoxx50 notierte mit 3654 Zählern ebenfalls auf Vortagesniveau. “Der Markt braucht jetzt eine dynamische Bewegung unter hohem Volumen, um eine neue Richtung einzuleiten”, betonte Stratege Jochen Stanzl von CMC Markets. “Bis jetzt ist nicht zu erkennen, in welche Richtung diese nächste, starke Bewegung gehen wird.”

Auch an der Wall Street herrscht zurzeit Zurückhaltung. “Da sich die Steuerreform weiter verzögert, werden die Investoren langsam etwas nervös”, betonte Milan Cutkovic, Marktanalyst beim Handelshaus AxiTrader. “Sollte es nicht bald zu konkreten Fortschritten kommen, droht die Stimmung auf dem Börsenparkett zu kippen.” In Tokio bekamen Anleger am Donnerstag ebenfalls kalte Füße. Dort fiel der Nikkei-Index nach einem Run über 23.000 Punkte wieder ins Minus zurück.

SIEMENS LASTET AUF DAX - RTL PUNKTET MIT PROGNOSEANHEBUNG

Dax-Schwergewicht Siemens sorgte mit einem Schlussquartal unter den Analystenerwartungen für lange Gesichter. Zudem wird ein massiver Stellenabbau im Geschäft mit Kraftwerks-Turbinen und Windrädern auch 2018 belasten. Die Aktie tauchte um bis zu 3,5 Prozent ab, grenzte ihre Verluste später aber auf unter zwei Prozent ein. “Mittelfristig sollte Siemens von der Fortsetzung eigener Anstrengungen zur Gewinnsteigerung profitieren”, urteilte DZ-Bank-Analyst Alexander Hauenstein.

Mit einer neuerlichen Senkung der Gewinnprognose verprellte ProSiebenSat.1 die Anleger. Die Papiere stürzten als größter Dax-Verlierer um 7,2 Prozent auf 26,30 Euro ab und notierten damit so niedrig wie zuletzt im April 2013. “Besonders im Free-TV-Geschäft leidet Pro7 weiterhin unter einem Verlust der Reichweite der TV-Sender”, sagte DZ-Bank-Analyst Harald Heider.

Dagegen punktete der Rivale RTL bei den Anlegern mit einer Anhebung der Prognose. Die im MDax gelisteten Titel zogen um bis zu 2,2 Prozent an.

COBA MIT GEWINN - TRÜBER AUSBLICK BRINGT SMA SOLAR ZU FALL

Die Rückkehr in die Gewinnzone trieb Aktien der Commerzbankum mehr als drei Prozent an die Dax-Spitze. Das Geldhaus hatte dank einer Reihe von Sondererträgen einen Gewinn geschrieben, nachdem es im vorigen Jahr noch einen Verlust ausgewiesen hatte.

Der für sein Karo-Muster berühmte Moderhersteller Burberrysorgte indes mit einer stärkeren Fokussierung auf das Luxus-Segment für Missmut. Die Aktien stürzten in London um 14,3 Prozent auf 1702 Pence ab. Längerfristig könnte die neue Strategie zwar attraktiv sein, schrieben die Analysten von Morgan Stanley. Kurzfristig fordere eine zweijährige Übergangsphase aber Geduld.

Ebenfalls kräftig abwärts ging es für den Solartechnik-Konzern SMA Solar. Die Aktien brachen um 16,7 Prozent ein und waren größter Verlierer im Technologieindex TecDax. Der Platzhirsch im deutschen Solarmarkt rechnet wegen Lieferengpässen für wichtige Komponenten mit einem Umsatz am unteren Ende der Prognosespanne.

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