November 24, 2017 / 11:24 AM / 20 days ago

Ifo hilft Aktienbörsen - Starker Euro bremst

Frankfurt (Reuters) - Der Optimismus in den deutschen Chef-Etagen ermuntert einige Anleger zum Einstieg in den Aktienmarkt.

People with umbrellas pass by bull and bear outside Frankfurt's stock exchange during heavy rain in Frankfurt, Germany, November 20, 2017. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Die erneute Aufwertung des Euro verhinderte aber größere Kursgewinne. Dax und EuroStoxx50 notierten am Freitag jeweils etwa 0,3 Prozent im Plus bei 13.034 und 3586 Punkten. Die Gemeinschaftswährung stieg auf ein Sechs-Wochen-Hoch von 1,1875 Dollar und machte damit Waren europäischer Firmen auf dem Weltmarkt weniger wettbewerbsfähig.

“Für eine weitere positive Entwicklung des Dax wäre es wichtig, dass der Euro nicht noch weiter steigt”, sagte Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets. “Ein in Richtung Jahreshoch steigender Euro dürfte die Hoffnungen auf eine Jahresendrally schnell zunichtemachen.” Der MSCI-Weltindex markierte unterdessen mit 502,39 Punkten den dritten Tag in Folge ein Rekordhoch.

Der Geschäftsklimaindex des Ifo-Instituts stieg auf einen Rekordwert von 117,5 Punkten. “Der politische Stillstand in Berlin schlägt sich noch nicht auf die Stimmung nieder, auch nicht auf die Geschäftserwartungen”, urteilte Helaba-Analyst Ralf Umlauf. Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader wertete die Bereitschaft der SPD, sich doch an Gesprächen über eine Regierungsbildung zu beteiligen, positiv. “Damit kommt Deutschland einer Regierung wieder ein Stück näher.”

HOFFNUNG AUF SCHUB FÜR CHINA-GESCHÄFT TREIBT KONSUMWERTE

Zu den Favoriten der Aktienanleger zählten Lebensmittel- und Konsumwerte. Auftrieb erhielten sie Börsianern zufolge von der Ankündigung Chinas, Importzölle auf bestimmte Produkte zu halbieren. Die Titel von Danone stiegen in Paris um bis zu 1,8 Prozent. An der Londoner Börse markierte der “Johnnie Walker”-Anbieter Diageo mit 2654,5 Pence ein Rekordhoch.

Die Papiere von Mediaset legten in der Spitze sogar 7,5 Prozent zu. Der Zeitung “Il Messaggero” zufolge winkt dem Medienkonzern des ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi ein Auftrag der Telecom Italia im Volumen von 600 Millionen Euro. Außerdem denke der französische Konkurrent Vivendi über eine 700 Millionen Euro schwere Zahlung an Mediaset nach, um den Streit um die geplatzte Übernahme der Pay-TV-Sparte der Berlusconi-Firma beizulegen.

Gefragt waren auch italienische Finanzwerte. Die HVB-Mutter Unicredit, Ubi Banca und Banco BPM gewannen bis zu 5,8 Prozent. Zeitungsberichten zufolge sind in zwei EU-Gesetzentwürfen die Risiken eines überstürzten Abbaus fauler Kredite erwähnt. Börsianer werteten dies als Hinweis auf eine Abschwächung der von der Europäischen Zentralbank (EZB) vorgeschlagenen Vorgaben. Italienische Geldhäuser sitzen auf einem 200 Milliarden Euro hohen Berg fauler Kredite. Im Windschatten ihrer südeuropäischen Konkurrenten gewannen die Titel der französischen Institute Credit Agricole, Societe Generale (SocGen) und BNP Paribas bis zu 2,1 Prozent.

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