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Starker Euro trübt Stimmung an europäischen Börsen
November 27, 2017 / 11:30 AM / 18 days ago

Starker Euro trübt Stimmung an europäischen Börsen

Frankfurt (Reuters) - Aus Sorge vor einem steigenden Euro und einer Hängepartie bei der Regierungsbildung in Deutschland sind Anleger in Europa am Montag auf der Hut geblieben.

People with umbrellas pass by bull and bear outside Frankfurt's stock exchange during heavy rain in Frankfurt, Germany, November 20, 2017. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Dax und EuroStoxx50>.STOXX50E> notierten mit 13.059 und 3589 Punkten kaum verändert. Der in Richtung 1,20 Dollar steigende Euro-Kurs gepaart mit dem politischen Stillstand in der größten Volkswirtschaft der Euro-Zone verderbe Investoren die Stimmung, sagte Marktanalyst Jochen Stanzl vom Brokerhaus CMC Markets.

Der Euro verteuerte sich zeitweise auf 1,1957 Dollar und notierte so hoch wie zuletzt vor gut zwei Monaten. “Damit verdichten sich die Anzeichen, dass die Gemeinschaftswährung in den vergangenen zwei Monaten lediglich die Grundlage für die Fortsetzung der Rally gelegt hat, die schon das ganze Jahr über andauert”, sagte Stanzl. Ein steigender Euro macht die Waren aus der Euro-Zone im Welthandel teurer und die Firmen weniger wettbewerbsfähig. Anleger verkaufen daher bei einem steigenden Euro-Kurs in der Regel Aktien exportorientierter Unternehmen.

Ausgelöst wurde der jüngste Euro-Höhenflug laut den Experten der Commerzbank von gleich zwei Seiten. Zum einen stützten starke Konjunkturdaten aus Deutschland. Zum anderen profitiere der Euro von sinkenden Zinserhöhungsphantasien in den USA, die den Dollar schwächten. “Es sieht nicht danach aus, als würden die Zweifel am Inflationsausblick so schnell zerstreut werden”, erklärte Commerzbank-Devisenanalystin Thu Lan Nguyen zur Geldpolitk der US-Notenbank.

Einen bangen Blick richteten Anleger auch nach Berlin, wo immer noch um eine Koalitionsbildung gerungen wird. “Sollte nicht bald eine handlungsfähige Regierung in Berlin gefunden werden, dürfte der Aufwärtstrend ins Schwanken geraten”, sagte Analyst Milan Cutkovic vom Broker AxiTrader. Die CDU-Spitze strebt nach dem Scheitern der Jamaika-Sondierungen erneut eine Große Koalition mit der SPD an und hat einer Minderheitsregierung eine Absage erteilt.

ÜBERNAHMEPHANTASIEN GEBEN COMMERZBANK RÜCKENWIND

Bei den Einzelwerten ragen die Titel des weltgrößten Kreditversicherer Euler Hermes heraus. Die in Paris notierten Aktien schossen um fast 22 Prozent auf ein Rekordhoch von 122,90 Euro in die Höhe, nachdem die Allianz ein 1,8 Milliarden Euro schweres Übernahmeangebot an die restlichen Aktionäre seiner deutsch-französischen Tochter gemacht hat. Der Münchener Versicherungsriese hält bisher 63 Prozent an Euler Hermes. Allianz-Aktien legten ein halbes Prozent zu.

Gefragt waren auch die Commerzbank-Titel, sie waren mit einem Kursplus von 1,4 Prozent zeitweise Top-Favorit im Dax. Einem Bericht der Schweizer Zeitung “NZZ” zufolge ist die UBS an Teilen des deutschen Konkurrenten interessiert. “Das klingt zwar nicht realistisch, aber es heizt wieder die Übernahmephantasien um die Commerzbank an”, sagte ein Händler.

Auf den Verkaufslisten standen dagegen unter anderem die Aktien von Infineon, sie verloren ein Prozent und waren schwächster Dax-Wert. Analysten von Morgan Stanley warnten vor einem Ende des weltweiten Mikrochip-Booms. Bereits in Asien hatte das zu Kursverlusten bei Chip- und Elektronikkonzernen geführt.

Im SDax rauschten die Titel von Stabilus um bis zu zehn Prozent in die Tiefe. Händlern zufolge waren Anleger von der Umsatzprognose des Auto- und Industriezulieferers enttäuscht.

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