Reuters logo
Anleger in Europa mit angezogener Handbremse unterwegs
December 5, 2017 / 1:49 PM / 7 days ago

Anleger in Europa mit angezogener Handbremse unterwegs

Frankfurt (Reuters) - Der Ausverkauf von Techwerten an der Wall Street hat am Dienstag an den europäischen Aktienmärkten nachgewirkt.

The German share price index, DAX board, is seen at the stock exchange in Frankfurt, Germany, December 5, 2017. REUTERS/Staff/Remote

Der Dax fiel in der Spitze um 0,8 Prozent, grenzte dann aber seine Verluste bis zum Nachmittag auf etwa 0,2 Prozent ein und pendelte bei 13.032 Zählern. Der EuroStoxx50 lag mit 3568 Punkten ebenfalls 0,2 Prozent im Minus.

Für die Wall Street signalisierten die US-Futures wenig veränderte Kurse. Im Fokus bleiben Techwerte, bei denen viele Anleger laut Händlern derzeit Kasse machen und stattdessen in Aktien großer Industriekonzerne umschichten.

Börsianer sehen bei den Anlegern eine grundsätzliche Trendwende in Richtung “Old Economy”. Bislang standen vor allem Aktien von Technologiefirmen wie Apple, Facebook, Amazon und Netflix ganz oben in der Gunst der Anleger. “Viele Tech-Titel sind überbewertet”, sagte Chef-Analyst Nobuyuki Kashihara vom Vermögensverwalter Asset Management One. Eine Sektorenrotation sei durchaus sinnvoll, damit die Rally weitergehen könne. “Gewinnmitnahmen bieten sich da einfach an”, so ein Händler. Industriekonzerne profitieren derzeit stark vom globalen Wirtschaftsaufschwung.

WIRTSCHAFT IN DER EURO-ZONE BRUMMT

Vor allem in der Euro-Zone brummt die Konjunktur. Der Einkaufsmanager-Index für die Privatwirtschaft - Dienstleister und Industrie zusammen - kletterte im vergangenen Monat so stark wie zuletzt vor gut sechseinhalb Jahren. “Die Euro-Zone hat im November einen Satz gemacht und einen fulminanten Jahresausklang eingeleitet”, sagte der Chefvolkswirt des Instituts IHS Markit, Chris Williamson. “Der gestärkte Euro lässt bislang keinerlei negative Auswirkungen auf die Exporte erkennen.” Am Dienstag notierte die Gemeinschaftswährung wenig verändert bei 1,1850 Dollar. Anleger befürchten bei einem stärkeren Euro schwindende Chancen der europäischen Firmen auf dem Weltmarkt und verkaufen in der Regel deren Aktien.

Am Devisenmarkt richteten sich die Augen auch wieder auf das Pfund Sterling. Es fiel zeitweise um mehr als einen US-Cent auf 1,3370 Dollar, erholte sich später aber wieder auf Kurse über 1,34 Dollar. Am Montag konnten sich die EU und Großbritannien in den Brexit-Verhandlungen nicht einigen.

BRITISCHE EINZELHÄNDLER HEISS BEGEHRT

Bei den Einzelwerten stachen nach einem fast 25-prozentigen Kurssturz am Montag Dialog Semiconductor hervor: Die Papiere erholten sich am Dienstag um bis zu sieben Prozent auf 25,34 Euro. Anleger fürchten, dem Chiphersteller könnte der Hauptkunde Apple verloren gehen. Denn laut Medienberichten will der iPhone-Hersteller bald mit der Eigenproduktion diverser Bauteile für seine Smartphones und Tablets beginnen.

In London waren Aktien von Supermarktketten heiß begehrt, nachdem sich die US-Investmentbank Goldman Sachs positiv über den nachlassenden Preisdruck in der Branche geäußert hatte. Die Titel von Morrison, Tesco und Sainsbury legten um bis zu fünf Prozent zu.

In Paris fielen Sanofi um zwei Prozent auf ein Zehneinhalb-Monats-Tief von 73,57 Euro. Die Regierung der Philippinen untersagte am Montag den Verkauf, den Vertrieb und das Marketing für den umstrittenen Impfstoff Dengvaxia gegen Dengue-Fieber.

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below