February 5, 2018 / 3:22 PM / 6 months ago

Zins-Sorge schnürt europäischen Börsen die Luft ab

Frankfurt (Reuters) - Aus Sorge vor steigenden Zinsen haben Aktien-Anleger in Europa auch am Montag Kasse gemacht.

The German share price index, DAX board, is seen at the stock exchange in Frankfurt, Germany, February 5, 2018. REUTERS/Staff/Remote

Der Dax fiel um 0,8 Prozent auf 12.687 Punkte und schloss damit so niedrig wie zuletzt Ende September. Der EuroStoxx50 verlor 1,3 Prozent auf 3478 Punkte. “Lange waren niedrige Zinsen die Droge der Börsen. Diese wird dem Aktienmarkt jetzt mehr und mehr entzogen”, sagte Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Börsianer betonten aber, dass größere Gewinnmitnahmen nach einem fast 13-prozentigen Plus im Dax im vergangenen Jahr überfällig seien.

An der Wall Street ging es mit den Kursen nach dem Einbruch vom Freitag etwas langsamer bergab. Zum Handelsschluss in Europa notierten Dow Jones und S&P500 0,6 und 0,4 Prozent niedriger, der Nasdaq-Composite an der Technologiebörse schwankte stark und lag 0,2 Prozent im Minus.

Viele Börsianer halten es für möglich, dass die US-Notenbank Fed die derzeit bei 1,25 bis 1,5 Prozent liegenden Leitzinsen in diesem Jahr vier Mal erhöhen könnte - und nicht nur drei Mal wie bislang signalisiert. Denn in den USA brummt die Wirtschaft, am Arbeitsmarkt läuft es rund, und die Löhne stiegen im Januar so stark an wie seit Mitte 2009 nicht mehr. Auch die US-Dienstleister legten im Januar beim Wachstum überraschend weiter zu.

Marktanalyst Jochen Stanzl hält es allerdings nicht für ausgemacht, dass die Währungshüter mit einer strafferen Geldpolitik auf eine steigende Inflation reagieren. “Denn die Notenbanken als verlängerter Arm der Regierungen wollen und müssen die Staaten dadurch entschulden, dass sie die Zinsen tiefer halten als die Inflation.”

WELLS FARGO STÜRZEN NACH FED-INTERVENTION AB

Größter Gewinner im Dax waren die Aktien der Deutschen Börse mit einem Plus von 2,5 Prozent. Händler verwiesen auf die anziehenden Umsätze, die bei dem Börsenbetreiber die Kassen zu Jahresbeginn klingeln ließen. Die Papiere der Deutschen Bank setzten dagegen ihre Talfahrt im Sog des dritten Jahresverlustes in Folge fort, wenn auch langsamer: Die Aktien fielen nach anfänglichen Gewinnen um 1,5 Prozent. Zahlreiche Analysten senkten ihre Kursziele.

In London zählten Luftfahrt-Aktien zu den Verlierern. Der Chef des Billigfliegers Ryanair, Michael O’Leary, dämpfte die Erwartungen für das Sommergeschäft: Er teile nicht den Optimismus der Konkurrenz, dass es in der wichtigen Saison mit den Flugtarifen aufwärtsgehe. Ryanair-Papiere rutschten um 2,7 Prozent ab. Auf der Gewinnerseite standen dagegen die Titel von Kingfisher mit einem Plus von gut zwei Prozent. Anleger spekulieren darauf, dass sich der Wettbewerb von Europas größter Baumarktkette im Heimatmarkt Großbritannien wieder etwas entschärft.

In New York verloren Wells Fargo über sieben Prozent. Zahlreiche Analysten stuften die Aktien der Bank herunter oder senkten ihre Kursziele, nachdem die Fed dem von Skandalen geplagten Institut am Freitag weiteres Wachstum verboten hatte.

Bei den Kryptowährungen standen Bitcoin weiter unter Druck: Die in Luxemburg an der Bitstamp gehandelte Internetwährung verbilligte sich zeitweise um über zwölf Prozent auf 7141 Dollar und erreichte damit ihr Niveau von Mitte November. Vor Weihnachten hatten Anleger zeitweise 20.000 Dollar für einen Bitcoin auf den Tisch gelegt.

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below