February 8, 2018 / 3:29 PM / 6 months ago

Anleger-Nervosität setzt Börsen zu - Commerzbank gefragt

Frankfurt (Reuters) - Anleger bleiben in Alarmbereitschaft: Dax und EuroStoxx50 nahmen am Donnerstag ihre Talfahrt wieder auf und verloren jeweils gut ein Prozent auf 12.445 beziehungsweise 3418 Punkte.

The German share price index, DAX board, is seen at the stock exchange in Frankfurt, Germany, February 8, 2018. REUTERS/Staff/Remote

Der Euro stand ebenfalls unter Druck und verbilligte sich auf 1,2250 Dollar. Unmittelbar nach dem Ausverkauf scheuten Investoren größere Wetten auf eine Kurserholung, sagte Analyst David Madden vom Online-Broker CMC Markets. “Die heutige Kursbewegung ist der Beweis, dass wir noch nicht über den Berg sind.” Die Terminkontrakte auf die US-Indizes signalisierten allerdings eine erneute leichte Erholung an der Wall Street.

Die entscheidende Frage sei, ob dies nach der Rally der vergangenen Monate nur eine Korrektur oder der Auftakt einer langfristigen Talfahrt sei, schrieben die Analysten des Vermögensverwalters Lombard Odier in einem Kommentar. Ihre Kollegen von der Vermögensverwaltung der US-Bank Goldman Sachs tendierten zu Ersterem: Aktien seien weiterhin attraktiv. “Das starke Wirtschaftswachstum treibt die Gewinnprognosen in die Höhe.” Ähnlich urteilte Luca Paolini, Chef-Anlagestratege des Vermögensverwalters Pictet. Die Aktienmärkte hätten zwar kaum noch Luft nach oben. “Die Zeichen deuten aber darauf hin, dass der Markt seinen Gipfel - noch - nicht erreicht hat.”

Deutsche Anleihen warfen Investoren ebenfalls aus ihren Depots. Dies trieb die Rendite der zehnjährigen Bundestitel auf bis zu 0,777 von zuvor 0,735 Prozent. Grund hierfür sei die Vergabe des Finanzministeriums an die SPD bei der geplanten Neuauflage der großen Koalition, sagte Anlagestratege Daniel Lenz von der DZ Bank. “Das bedeutet mehr Sozialausgaben und vielleicht eine weniger restriktive Haltung gegenüber den südeuropäischen Staaten.”

Am Devisenmarkt verteuerte sich das Pfund Sterling binnen Minuten auf bis zu 1,4011 von zuvor 1,3883 Dollar. Die britische Notenbank tastete den Leitzins zwar nicht an, signalisierte aber, dass sie die Zügel “etwas früher und in etwas stärkerem Maße” anziehen könnte als erwartet. “Die Wahrscheinlichkeit für eine Erhöhung im Mai steigt auf 62,7 Prozent”, schrieben die Analysten der Landesbank Helaba in einem Kommentar.

DIVIDENDENVERSPRECHEN VON COMMERZBANK GEFÄLLT INVESTOREN

Die Aussicht auf die Wiederaufnahme einer Dividendenzahlung beflügelte die Commerzbank. Diese Ankündigung habe ebenso positiv überrascht wie das Nettoergebnis[nL8N1PY12X], so die Analysten von Independent Research. Die Aktien des Geldhauses stiegen um 1,4 Prozent auf 12,95 Euro und waren damit Spitzenreiter im Dax.

Gefragt waren auch die Titel der Societe Generale, die in Paris um 3,9 Prozent zulegten. Bei der französischen Großbank reichte es im Schlussquartal 2017 überraschend zu einem kleinen Gewinn. Das Institut machte trotz Belastungen durch Steueränderungen in Frankreich und den USA ein Plus von 69 Millionen Euro.

Übernahmefantasien beflügelten Versicherungswerte. Die Aktien der Swiss Re schossen in Zürich um bis zu 6,8 Prozent in die Höhe. Der japanische Telekom-Konzern Softbank will die Mehrheit an dem Schweizer Rückversicherer übernehmen, teilte Swiss Re mit. Die Gespräche seien jedoch noch in einem frühen Stadium.

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