March 21, 2018 / 12:44 PM / in a month

Dax-Anleger gehen vor US-Zinsentscheid in Deckung

Frankfurt (Reuters) - Vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank haben die europäischen Anleger Vorsicht walten lassen.

The German share price index, DAX board, is seen at the stock exchange in Frankfurt, Germany, March 21, 2018. REUTERS/Tilman Blasshofer

Dax und EuroStoxx notierten am Mittwoch mit 12.299 und 2986 Zählern knapp im Minus. Die Investoren dürften keine großen Risiken eingehen, denn am Abend nach den Ergebnissen der Sitzung der Federal Reserve müsse mit Turbulenzen an den Börsen gerechnet werden, prognostizierte Milan Cutkovic, Marktanalyst beim Broker AxiTrader.

Bei Anlegern gilt als ausgemacht, dass der neue Fed-Chef Jerome Powell eine Anhebung des Leitzinses um 0,25 Prozentpunkte auf die dann neue Spanne von 1,5 bis 1,75 Prozent verkündet. Es wäre die sechste Zinserhöhung seit Ende 2015. Spannender ist laut Börsianern die Frage, ob Powell für 2018 insgesamt drei oder vier Zinsschritte signalisiert. Sollte er vier Zinserhöhungen für dieses Jahr andeuten, dürfte das zu einem Ausverkauf am Aktien- und Bondmarkt führen, sagte Jonathan Sheridan, Analyst bei der Investmentbank FIIG Securities in Sydney.

Seit der Finanzkrise hängen die Börsen am Tropf der Notenbanken, die bislang nur vereinzelt und behutsam die Geldflut verringert haben. Von der Europäischen Zentralbank (EZB) erwarten Experten frühestens Mitte 2019 eine erste Anhebung des Schlüsselsatzes, der aktuell bei null Prozent liegt.

US-BONDRENDITEN IM AUFWIND

Für die Renditen der US-Bonds ging es wenige Stunden vor der erwarteten US-Zinserhöhung bergauf. Die zweijährigen Treasury Bonds warfen bis zu 2,349 Prozent ab nach 2,337 Prozent im Schlussgeschäft vom Vortag. Der Dollar fiel etwas zurück, weil Anleger Händlern zufolge vor dem Fed-Entscheid Kasse machten. Am Dienstag hatte der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, mit 90,445 Punkten auf einem Drei-Wochen-Hoch notiert.

Unter den Einzelwerten griffen Anleger im Dax vor allem bei E.ON zu. Die Aktien des Energiekonzerns kletterten nach einer Kaufempfehlung von Kepler Cheuvreux um 1,6 Prozent auf neun Euro. JP Morgan erhöhte das Kursziel auf 11,50 von 10,50 Euro. Für Bayer gab es von der EU-Kommission unter Auflagen grünes Licht für die 62,5 Milliarden Dollar schwere Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto. Die Bayer-Aktien drehten ins Plus und notierten 0,7 Prozent fester.

Auf der Verliererseite standen dagegen die Titel der Deutschen Lufthansa, die sich Börsianern zufolge wegen der etwas höheren Ölpreise um 1,7 Prozent verbilligten. Am Vortag hatten die Aktien 2,7 Prozent gewonnen.

FUCHS PETROLUB ENTTÄUSCHT MIT AUSBLICK

Im MDax ging es für Fuchs Petrolub zeitweise 4,5 Prozent bergab. Der Ausblick des Schmierstoffproduzenten enttäuschte die Anleger. Auch bei Norma drückten die Anleger auf den Verkaufsknopf. Die Titel verloren 1,6 Prozent. Der Auto- und Industriezulieferer gibt sich dieses Jahr beim Umsatzwachstum bescheidener.

An der Londoner Börse ragte Kingfisher heraus. Mit einer Warnung vor unsicheren Geschäftsaussichten auf dem Heimatmarkt Großbritannien verschreckte Europas zweitgrößter Baumarktkette seine Aktionäre. Die Titel fielen um bis zu 8,4 Prozent und steuerten auf den größten Tagesverlust seit den Turbulenzen nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers im Herbst 2008 zu.

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