April 17, 2018 / 4:13 PM / 9 days ago

Konjunkturoptimismus gibt Börsen Auftrieb

Frankfurt (Reuters) - Die Aktienanleger in Europa und den USA haben am Dienstag auf einen globalen Wirtschaftsaufschwung gesetzt.

Traders work on the floor of the New York Stock Exchange, (NYSE) in New York, U.S., April 16, 2018. REUTERS/Brendan McDermid

Gute Konjunkturdaten aus China und den USA drängten die Sorgen über die Syrien-Krise in den Hintergrund. Zudem machte die laufende US-Bilanzsaison den Anlegern Kauflaune. “Das sieht für die Börsen ganz erfreulich aus”, sagte ein Händler. Allerdings könnte eine Eskalation des Handelsstreits zwischen den USA und China oder der Lage in Syrien die Börsen auch schnell wieder aus dem Tritt bringen. Der Dax stieg um 1,6 Prozent auf 12.585 Punkte. Der EuroStoxx50 legte ebenfalls über ein Prozent zu.

Auch in New York standen die Börsenampeln auf grün: Zum europäischen Handelsschluss lagen der Dow Jones, der Nasdaq Composite und der S&P500 je etwa ein Prozent im Plus. Dabei stützten die US-Konjunkturdaten, die teils besser als gedacht ausgefallen waren. So stieg die Industrieproduktion im März mit 0,5 Prozent stärker als erwartet. Auch die Kapazitätsauslastung war im März mit 78 Prozent etwas höher als gedacht. Beim US-Wohnungsbau liefen die Geschäfte ebenfalls rund.

Überraschend stark präsentierte sich im ersten Quartal zudem die chinesische Wirtschaft. Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet damit, dass die Weltwirtschaft in den nächsten Jahren so stark wie seit 2011 nicht mehr zulegen wird. Allerdings warnten die Experten vor den Folgen eines internationalen Handelsstreits. Dass laut ZEW die Börsianer in Deutschland die Aussichten hierzulande so schlecht wie seit Ende 2012 nicht mehr einschätzen, schoben die Anleger dagegen beiseite. Einige verwiesen darauf, dass die führenden deutschen Wirtschaftsforscher einem Insider zufolge trotz des Handelsstreits ihre Wachstumsprognose für Deutschland auf 2,2 Prozent angehoben haben.

TRUMPS STEUERGESCHENK WIRD IN DEN QUARTALSBERICHTEN SICHTBAR

Viele Anleger setzten zudem auf einen positiven Verlauf der US-Bilanzsaison. Zwar konnten Goldman Sachs und der Pharma- und Konsumgüterkonzern Johnson & Johnson die Anleger mit ihren Zahlen nicht ganz überzeugen. Die Papiere beider Konzerne gaben im Verlauf nach. Doch waren die Aktien von Netflix und dem größten US-Krankenversicherer UnitedHealth dafür nach der Bilanzpräsentation umso gefragter. Netflix schossen nach der Vorlage eines Rekord-Umsatzanstiegs um über acht Prozent in die Höhe, UnitedHealth um über drei Prozent. Letzterer waren damit im Dow Jones einer der Top-Favorit. Dank der Steuersenkungen von Donald Trump rechneten Experten im Schnitt mit Gewinnsteigerungen der US-Konzerne von 20 Prozent.

Vom Höhenflug des US-Krankenversicherer profitierten auch die in den USA stark engagierten deutschen Gesundheitskonzerne Fresenius und Fresnius Medical Care. Deren Aktien zogen im Dax um je etwa drei Prozent an. Zudem zählten Bayer mit einem Kursplus von 2,8 Prozent zu den größten Gewinnern. Singapurs Staatsfonds Temasek kauft den Leverkusenern zufolge über eine Kapitalerhöhung einen Anteil von etwa 3,6 Prozent an Bayer. Damit sei die Finanzierung der milliardenschweren Monsanto-Übernahme leichter, sagte ein Händler. Denn nun könne die Kapitalerhöhung dafür geringer als bislang erwartet ausfallen.

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