April 18, 2018 / 4:10 PM / in 5 months

Europas Börsianer wieder vorsichtiger - Conti sacken ab

Frankfurt (Reuters) - Die Enttäuschung über den gesenkten Ausblick von Continental hat den Anlegern an den europäischen Aktienmärkten am Mittwoch die Kauflaune verdorben.

A trader works at Frankfurt's stock exchange in Frankfurt, Germany, April 6, 2018. REUTERS/Ralph Orlowski

Der Autozulieferer habe vor allem negativen Währungseffekten Tribut gezollt, sagte ein Händler. “Das heißt, der starke Euro hinterlässt in den Bilanzen der europäischen Unternehmen Spuren.” Die Gemeinschaftswährung ist seit rund einem Jahr auf Höhenflug, was europäische Waren auf dem Weltmarkt verteuert. Aktuell notiert sie bei 1,2385 Dollar verglichen mit deutlich weniger als 1,10 Dollar vor einem Jahr. Der Dax schloss bei 12.591 Punkten kaum verändert. Am Dienstag hatte er 1,6 Prozent gewonnen. Auch der EuroStoxx50 kam kaum voran.

An den US-Börsen schalteten die Anleger nach den Kursgewinnen der vergangenen Tage ebenfalls einen Gang zurück. Der Dow Jones trat zum europäischen Handelsschluss auf der Stelle. Dabei belastete der Einbruch der IBM-Aktien den Markt. Der weltgrößte IT-Dienstleister blieb mit seinem Umsatzplus hinter den Erwartungen der Analysten zurück. IBM stürzen um mehr als sieben Prozent ab.

Dennoch setzten die Anleger an der Wall Street laut Händlern insgesamt weiter auf sprudelnde Unternehmensgewinne im Sog der zum Jahreswechsel umgesetzten Steuersenkungen von Präsident Donald Trump. So wies auch die Großbank Morgan Stanley dank der Steuerreform ein Gewinnplus von rund 40 Prozent für das erste Quartal aus. Die Aktien stiegen zeitweise um drei Prozent. Börsianer halten durchschnittliche Gewinnsteigerungen von rund 20 Prozent in den USA für möglich.

Für die europäischen Firmen sagten die Experten aber nur einen Anstieg der Quartalsgewinne von fünf Prozent voraus und seien damit pessimistischer als für die USA, erläuterte Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank.

DIESELSKANDAL KRATZT AM IMAGE DER AUTOBAUER - MEHR NICHT

Conti dampfte nun überraschend das Jahresziel zur Rentabilität ein. Der Konzern rechnet nach eigenen Angaben für 2018 mit einer bereinigten operativen Umsatzrendite (Ebit-Marge) von mehr als zehn Prozent statt bislang rund 10,5 (Vorjahr: 10,9) Prozent. “Die Anleger sind besonders verschnupft, da viele intern noch deutlich optimistischer als der Conti-Vorstand waren”, sagte ein Händler. Die Aktien verloren vier Prozent auf 217,80 Euro und zogen auch die Papiere der Konkurrenten Michelin und Pirelli in Paris und Mailand mit in den Keller. Sie verloren je mehr als zwei Prozent.

Der gesamte Autosektor ließ Federn. Daimler, BMW und Volkswagen verloren bis zu gut ein Prozent. Zumindest stimmungsmäßig lastete auch der Dieselskandal auf dem Sektor, der nun auch den Vorstand von Porsche erreichte. Nach einer Großrazzia in Baden-Württemberg und Bayern teilte die Staatsanwaltschaft Stuttgart mit, sie ermittle auch gegen einen amtierenden Vorstand der VW-Tochter.

Doch es gab auch gute Nachrichten europäischer Unternehmen. So stiegen Danone in Paris um 1,5 Prozent. Der weltweit größte Joghurt-Hersteller hatte dank der guten Geschäfte in China mit Baby-Nahrung einen überraschend hohes Umsatzplus für das erste Quartal ausgewiesen.

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