April 20, 2018 / 9:18 AM / 5 months ago

Schreckgespent Inflation vergrault Anleger - Dax & Co fallen

Frankfurt (Reuters) - Sorgen vor einer zunehmenden Inflation und schneller steigenden Zinsen haben die Stimmung an den europäischen Börsen am Freitag gedämpft.

Traders work at Frankfurt's stock exchange in Frankfurt, Germany, April 6, 2018. REUTERS/Ralph Orlowski

Dax und EuroStoxx verloren zeitweise 0,3 Prozent auf 12.530 und 3479 Punkte. “Der rapide Anstieg der Rohstoffpreise - vor allem Öl - hat eine Rückkehr der Zinsängste verursacht”, sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. Sollten die Rohstoffpreise weiter zulegen, könne dies dazu führen, dass die US-Notenbank Fed ihre Zinsen schneller erhöhe als bislang erwartet. “Dies hätte einen spürbaren Effekt auf die Aktienmärkte weltweit.”

Der Preis für ein Fass (159 Liter) der richtungsweisenden Ölsorte Brent aus der Nordsee trat bei 73,80 Dollar auf der Stelle und notierte damit nur knapp unter seinem Dreieinhalb-Jahres-Hoch vom Donnerstag. “Seit Sommer ist der Brent-Preis um fast 60 Prozent nach oben gelaufen und irgendwann wird sich das auch negativ auf die Weltwirtschaft auswirken”, sagte Chefanalyst Michael Hewson vom Handelshaus CMC Markets. Experten gehen davon aus, dass die Nachfrage nach Rohöl hoch bleibt. Gleichzeitig bemühen sich die ölproduzierenden Länder, das Angebot einzudämmen. Diese Gemengelage könnte die Preise weiter antreiben. Der weltgrößte Ölexporteur Saudi-Arabien peilt etwa einen Ölpreis von 80 bis 100 Dollar an.

Etwas Unterstützung erhielten die Aktienmärkte vonseiten des Euro. Er verbilligte sich um 0,2 Prozent auf ein Sieben-Tages-Tief von 1,2321 Dollar. Anleger spekulieren darauf, dass sich durch eine günstigere Gemeinschaftswährung die Exportchancen europäischer Firmen auf dem Weltmarkt verbessern.

ERICSSON UND TELIA HEBEN AB IN SCHWEDEN

Besonderen im Fokus der Anleger standen Tech-Werte, nachdem der asiatische Apple-Zulieferer Taiwan Semiconductor (TSMC) vor einer weltweit schwächeren Smartphone-Nachfrage gewarnt hatte. Die Papiere des Münchener Halbleiterkonzerns Infineon gaben 0,7 Prozent nach, die Aktien des Chipherstellers Dialog Semiconductor waren mit einem Kursverlust von 1,7 Prozent einer der größten Verlierer im TecDax. Die Rivalen ASML und STMicroelectronics rutschen um je 1,3 Prozent ab.

Die Musik spielte auch an der Börse in Stockholm: Die Aktien des schwächelnden Netzwerkausrüsters Ericsson schossen um 18,3 Prozent in die Höhe und kosteten so viel wie seit fast zwei Jahren nicht mehr. Der Verlust des Konzerns verringerte sich zu Jahresbeginn deutlich. Die Aktien des ebenfalls in Schweden ansässigen Telekom-Anbieters Telia gewannen 9,4 Prozent, nachdem das Unternehmen im ersten Quartal mehr verdient hat als von Analysten erwartet.

In London warfen Anleger dagegen Aktien von Reckitt Benckiser aus ihren Depots, die Titel verloren 5,3 Prozent. Der britische Konsumgüterkonzern wuchs im ersten Quartal weniger stark als erwartet, weil Scholl-Fußpflegeprodukte nicht mehr so gut über den Ladentisch gingen.

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