April 24, 2018 / 9:49 AM / 7 months ago

"Unheilvolle Entwicklung" setzt Börsenkurse unter Druck

Frankfurt (Reuters) - Die anziehenden Renditen der US-Staatsanleihen haben am Mittwoch an den europäischen Aktienbörsen Gewinnmitnahmen ausgelöst.

FILE PHOTO: The German share prize index (DAX) board and the trading room of Frankfurt's stock exchange (Boerse Frankfurt) are photographed with a circular fisheye lens during afternoon trading session in Frankfurt, Germany, February 23, 2016. REUTERS/Kai Pfaffenbach/File Photo GLOBAL BUSINESS WEEK AHEAD

Der Dax fiel um ein Prozent auf 12.422 Zähler. Der EuroStoxx50 verlor 0,7 Prozent auf 3485 Punkte. An der Wall Street blieben die Anleger nervös: Der Dow Jones lag zum Handelsschluss in Europa leicht im Minus, nachdem er am Dienstag 1,7 Prozent verloren hatte. “Wir haben es an den Börsen gerade mit der unheilvollen Entwicklung hoch bewerteter Aktien zu tun, die sich gegen steigende Zinsen am Rentenmarkt behaupten müssen”, sagte Analyst Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets.

Vor allem die großen Notenbanken haben in den vergangenen Jahren mit ihrer Nullzinspolitik die Rally an den Aktienmärkten befeuert. Die USA haben aber bereits begonnen, die Zinsen zu erhöhen. In der Euro-Zone dürfte dies erst im nächsten Jahr anstehen. Neue Details erhofften sich manche Marktteilnehmer von der EZB am Donnerstag. Hierzulande bleiben die Renditen vorerst gedeckelt. Die Verzinsung der zehnjährigen US-Anleihen stieg dagegen weiter bis auf 3,03 Prozent, nachdem sie am Dienstag erstmals seit Anfang 2014 die psychologisch wichtige Hürde von drei Prozent genommen hatte.

Die Entwicklung am Bondmarkt spiegelte sich bei den Wechselkursen wider: Investoren kauften Dollar, so dass der Euro um etwa einen halben US-Cent auf 1,2180 Dollar fiel.

OSRAM NACH PROGNOSESENKUNG IM FREIEN FALL

Bei der Bilanzsaison gab es neben viel Licht auch Schatten: So setzten der schwache Dollar und zwei maue Quartale dem Lichttechnik-Spezialisten Osram so arg zu, dass er am Dienstababend seine Gewinn- und Umsatzprognosen kappte. Die im MDax gelisteten Aktien stürzten um 17 Prozent auf 48 Euro ab und schlossen damit auf dem Niveau vom Dezember 2016. Die neuen Ziele lägen unter den Markterwartungen, erklärte Commerzbank-Analyst Sebastian Growe, der dennoch an seiner Kaufempfehlung festhielt.

In London gerieten GlaxoSmithKline nach der Bilanzvorlage unter die Räder: Die Aktien des Pharmakonzerns fielen um mehr als drei Prozent. Umsatz und Gewinn bröckelten in den ersten drei Monaten des Jahres.

Auch in New York gab es bei vielen Anlegern lange Gesichter: So fielen Twitter um rund vier Prozent, obwohl der Kurznachrichtendienst das zweite Quartal in Folge schwarze Zahlen schrieb.

Im hohen Bogen warfen die Anleger auch Goodyear aus ihren Depots, was den Aktienkurs um rund fünf Prozent ins Minus drückte. Der Continental- und Michelin-Rivale wies für das erste Quartal einen Gewinneinbruch aus. Michelin und Conti verloren 3,8 beziehungsweise zwei Prozent.

LINDE-ANLEGER SPEKULIEREN AUF BALDIGE FUSION

Positive Vorzeichen gab es dies- und jenseits des Atlantiks nur wenige: Im Dax ragten Linde mit einem Kursgewinn von beinahe vier Prozent heraus. Der Industriegasekonzern kündigte an, nach dem Zusammenschluss mit dem US-Rivalen Praxair die deutsche Linde AG von der Börse zu nehmen und die restlichen freien Aktionäre zwangsweise abzufinden. Die britische Linde plc soll als einzige Gesellschaft mit diesem Namen an der Börse notiert und im Dax bleiben. “Bei so einer Mitteilung gehen viele Anleger davon aus, dass ein Zusammenschluss in greifbarer Nähe ist”, sagte ein Händler.

In New York waren Boeing mit einem Plus von bis zu 4,5 Prozent die größte Stütze für den Dow. Der Airbus-Rivale hat im ersten Quartal sehr viel mehr als erwartet verdient und seine Prognose angehoben.

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