September 30, 2019 / 10:37 AM / 17 days ago

Handelsstreit bremst Kauflaune an Europas Börsen

Styrofoam bull figures stand on a counter on the trading floor at the stock exchange in Frankfurt, Germany January 7, 2016. European shares fell sharply on Thursday after China accelerated the depreciation of the yuan, sending currencies across the region reeling and domestic stock markets tumbling. Germany's DAX dropped 3.6 percent, while Britain's FTSE 100 weakened by 2.7 percent. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Frankfurt (Reuters) - Die Anleger in Europa haben sich zum Wochenauftakt bedeckt gehalten. Dax und EuroStoxx50 lagen am Montag mit 12.395 beziehungsweise 3554 Zählern leicht im Plus.

An den US-Börsen signalisierten die Futures einen festeren Handelsauftakt. Für Gesprächsstoff sorgte weiterhin ein Bericht, wonach die US-Regierung erwäge, chinesische Unternehmen vom Finanzmarkt auszuschließen - auch wenn das US-Finanzministerium dies zurückwies. Die Drohung habe aber auf jeden Fall großes Gefährdungspotenzial für die im Zweifelsfall betroffenen chinesischen Firmen, sagte Thomas Altmann, Portfoliomanager bei der Vermögensverwaltung QC Partners. “US-Präsident Donald Trump dürfte damit versuchen, die chinesische Seite vor den Handelsgesprächen in den kommenden Wochen auf seine Linie zu bringen.”

Gold verbilligte sich, eine Feinunze (31 Gramm) kostete mit 1482,85 Dollar ein Prozent weniger als am Freitag und so wenig wie seit Mitte August nicht. Der Goldpreis sei ein Getriebener des Handelskonflikts, sagte Alexander Zumpfe, Experte beim Goldhändler Heraeus. Das Edelmetall reagiere mit Verlusten darauf, dass die Einstellung der Börsennotierung chinesischer Firmen in den USA zunächst vom Tisch sei. “Ob es jetzt aber weiter abwärts geht, ist fraglich - an der grundsätzlichen Unsicherheit hat sich nichts geändert.”

Unter Druck gerieten Anleihen, im Gegenzug legten die Renditen zu. Die zehnjährigen deutschen Papiere rentierten mit minus 0,542 Prozent, das sind 0,03 Prozentpunkte mehr als am Freitag. Sie reagierten auf ein am Montag veröffentlichtes Interview von Mario Draghi in der “Financial Times”, in dem der scheidenden EZB-Chef sich für staatliche Konjunkturstützen ausgesprochen hatte. Diese seien wichtiger als früher, betonte er. Nach der jüngsten Zinssenkung waren Sorgen laut geworden, die Notenbank könnte die Grenzen dessen erreichen, was sie zur Konjunkturbelebung tun könne. “Es ist sehr klar, dass die EZB keine Macht über die Haushaltspolitik hat”, sagte Peter Chatwell, Zinsexperte bei der Bank Mizuho.

Der Euro gab nach einem Reuters-Bericht nach, wonach die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Wachstumsprognosen für Deutschland gesenkt haben. Die Gemeinschaftswährung sackte um 0,3 Prozent auf 1,0904 Dollar ab. Die Wirtschaftsleistung werde in diesem Jahr um 0,5 Prozent und 2020 um 1,1 Prozent wachsen, sagten mit den Zahlen vertraute Personen. Im Frühjahr war noch von 0,8 Prozent und 1,8 Prozent Wachstum die Rede.

TECHNOLOGIEWERTE GEBEN NACH

Unter Druck standen die Technologiewerte, die besonders stark unter den Spannungen im Welthandel und dem Streit zwischen den USA und China leiden. Das entsprechende Barometer notierte 0,4 Prozent schwächer. Mit zeitweise minus 2,4 Prozent gehörte Infineon zu den größten Verlierern im Dax, die Papiere von STMicroelectronics gaben 1,7 Prozent nach.

Die Osram-Titel verloren 1,5 Prozent. Am Dienstag läuft das Angebot des österreichischen Chipherstellers AMS für den Münchner Lichtkonzern aus. Je Aktie bietet AMS 41 Euro. Es müsse abgewartet werden, ob die Finanzinvestoren Bain und Advent ihr Angebot erhöhten, schrieben die Experten von Liberum. Allerdings sei es ein riskantes Geschäft für AMS: “Wir sehen keine ausreichenden Synergien und glauben auch nicht, dass das Osram-Geschäft überzeugend genug ist, um das Risiko zu rechtfertigen.” Die AMS-Titel notierten zeitweise 2,6 Prozent fester, gaben dann aber einen Großteil ihrer Gewinne wieder ab.

Nach dem Verkauf des Glasfasernetzbetreibers Inexio an den schwedischen Investor EQT legten die Aktien der Deutschen Beteiligungs-AG mehr als zehn Prozent zu und kosteten so viel wie seit Mitte Juli nicht mehr. Einer mit der Transaktion vertrauten Person zufolge liegt der Wert des Geschäfts bei einer Milliarde Euro. Es soll im vierten Quartal abgeschlossen werden.

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