October 17, 2019 / 11:10 AM / in a month

Dax schließt nach Schwankungen leicht im Minus

Frankfurt (Reuters) - Der Dax hat nach einer Berg- und Talfahrt am Donnerstag leicht im Minus geschlossen.

A plastic bull figurine, symbol of the Frankfurt stock exchange is pictured in front of the share price index DAX board at the stock exchange in Frankfurt, Germany, November 20, 2017. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Das Marktbarometer ging nach einem zwischenzeitlichen 14-Monats-Hoch von 12.814 Punkten 0,1 Prozent tiefer auf 12.654 Zählern aus dem Handel. Im Verlauf hatten Anleger mit Erleichterung auf den Durchbruch bei den Brexit-Verhandlungen reagiert. “Es sieht nach einer sauberen Scheidung aus”, sagte Jörg Krämer, Chef-Volkswirt der Commerzbank. Die Unklarheit, ob die notwendige Zustimmung des britischen Parlaments zu dem Abkommen erreicht wird, dämpfte jedoch die Kauflaune. Das Parlament muss am Samstag über den Vertrag abstimmen. Der britische Premierminister Boris Johnson hat dort mit seinen Tories keine eigene Mehrheit.

Der EuroStoxx50 sank 0,3 auf 3588 Stellen, nachdem er zuvor auf ein Zwei-Jahres-Hoch von 3630,43 Punkten geklettert war. An der Wall Street gab der Standardwerteindex Dow Jones 0,1 Prozent nach.

Das Pfund Sterling ging ebenfalls auf Achterbahnfahrt und kostete am Abend 1,2854 Dollar. Sollte der Brexit-Deal ratifiziert werden, werde das Pfund auf mindestens 1,35 Dollar steigen, prognostizierte Nigel Green, Gründer und Chef des Anlageberaters deVere. Der britische Oppositionsführer Jeremy Corbyn von der Labour Party lehnte die Vereinbarung aber ebenso ab wie die nordirische Partei DUP und die schottischen Nationalisten.

NEUWAHL ZUR ENDGÜLTIGEN ABSEGNUNG DES BREXIT-DEALS?

Selbst bei einer Ablehnung durch das Unterhaus sei das Abkommen aber nicht vom Tisch, sagte LBBW-Analyst Dirk Clench. “Aus wahrscheinlich bald stattfindenden Neuwahlen dürften die Konservativen als Sieger hervorgehen. Dann könnte der Kompromiss, mit kosmetischen Veränderungen versehen, erneut zur Abstimmung gebracht werden.” Dem EU-Chefunterhändler Michel Barnier zufolge wird das britische Nordirland begrenzt weiter EU-Regeln unterliegen, um eine harte Grenze zum EU-Mitglied Irland zu vermeiden. Zugleich werde die Provinz Nordirland aber auch der britischen Zollhoheit unterliegen.

Der Aktienindex für britische Werte, die ihr Hauptgeschäft auf dem Heimatmarkt machen, gewann dennoch 0,4 Prozent. Hier lagen Papiere von Baufirmen wie British Land und Persimmon vorn. Sie gewannen 1,6 und 1,4 Prozent.

LUFTHANSA IM AUFWIND - EINSTIEG BEI ALITALIA ANGEDACHT

Bei den deutschen Standardwerten gehörte Lufthansa mit einem Kursplus von rund einem Prozent zu den Favoriten. Börsianern zufolge waren Anleger erleichtert, dass die Tochter Swiss Air den Flugbetrieb mit ihren Airbus A220 Kurzstreckenjets wieder aufgenommen hat. Die Maschinen mussten vorübergehend am Boden bleiben, da nach einem Zwischenfall die Triebwerke überprüft wurden. Unabhängig davon denkt die Lufthansa einem Insider zufolge darüber nach, beim kriselnden Konkurrenten Alitalia einzusteigen.

In Stockholm legten Ericsson mehr als sechs Prozent zu. Das ist der größte Kurssprung seit einem Jahr. Wegen des erwarteten Rückenwinds durch den Aufbau der Mobilfunk-Netze nach dem neuen 5G-Standard hob der Telekom-Ausrüster seine Umsatzziele an. Er rechne für die kommenden Quartale mit einem anhaltend starken Geschäft, schrieb Analyst Janardan Menon von der Investmentbank Liberum. In Ericssons Windschatten gewannen Papiere des finnischen Rivalen Nokia zwei Prozent.

Gefragt waren auch die Aktien von Netflix, die sich an der Wall Street um 4,5 Prozent verteuerten. Die Online-Videothek steigerte ihre Kundenzahlen überraschend stark. Der Anstieg der Abonnentenzahlen in den USA sei allerdings hinter den Erwartungen zurückgeblieben, schrieb Analyst John Blackledge vom Vermögensverwalter Cowen.

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