October 24, 2019 / 10:35 AM / 20 days ago

Starke Bilanzen treiben Europas Börsen - Draghis Abschied

Frankfurt (Reuters) - Ermutigende Firmenbilanzen haben Europas Börsen am Donnerstag angeschoben.

A plastic bull figurine, symbol of the Frankfurt stock exchange is pictured in front of the share price index DAX board at the stock exchange in Frankfurt, Germany, May 8, 2017. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Der Dax erklomm zeitweise den höchsten Stand seit Juni 2018 und ging 0,6 Prozent im Plus bei 12.872,10 Punkten aus dem Handel. Der EuroStoxx gewann 0,4 Prozent auf 3621,41 Zähler. An der Wall Street legten Techwerte zu, während der Dow-Jones-Index schwächelte.

Die Experten vom Handelshaus CMC Markets machten mit den jüngsten Firmenbilanzen eine gewisse Entspannung unter den Anlegern aus: “Damit reift unter den Investoren die Erkenntnis, dass die tatsächliche Lage besser ist als die schlechte Stimmung, die sich über die Sommermonate in Erwartung eines schlechten dritten Quartals ausgebreitet hat.”

Im Fokus stand auch die letzte Zinsentscheidung unter EZB-Präsident Mario Draghi. Der scheidende Italiener machte deutlich, dass die Europäische Zentralbank noch länger an den Mini-Zinsen festhalten werde. Ein Paradigmenwechsel sei unter der neuen Chefin Christine Lagarde nicht zu erwarten, kommentierte NordLB-Volkswirt Christian Lips. Der Euro fiel um 0,3 Prozent auf 1,1099 Dollar.

PFUND-ANLEGER WARTEN AUF EU-ENTSCHEID ÜBER BREXIT-AUFSCHUB

Der ungewisse Ausgang des Brexit-Dramas setzte dem Pfund Sterling erneut zu. Die Devise verbilligte sich um 0,7 Prozent auf 1,2830 Dollar. Viele Marktteilnehmer rechnen damit, dass die EU den Weg für eine neuerliche Brexit-Verschiebung freimachen wird. Für die weitere Entwicklung beim Pfund wäre dann entscheidend, welche Aufschubdauer gewährt wird. EU-Diplomaten wollen am Freitag erneut beraten.

“Obwohl die Franzosen auf eine engere Frist drängen, ist vom 31. Januar auszugehen. Wenn diese Verlängerung gewährt wird, dann wird wahrscheinlich eine Parlamentswahl in Großbritannien der nächste Schritt sein”, sagte Hussein Sayed, Stratege beim Handelshaus FXTM. “Wenn eine Wahl einberufen und vom Unterhaus genehmigt wird, ist mit zunehmender Volatilität des Pfund zu rechnen.”

DAIMLER UND BASF OBENAUF

Bei den Dax-Unternehmen beruhigten Daimler und BASF die Nerven der Anleger, indem sie an ihren Prognosen festgehalten hätten, sagte Chris Bailey, Stratege beim Broker Raymond James. Die Aktien von Daimler stiegen um 3,2 Prozent auf 52,06 Euro. Der Autobauer habe die Markterwartungen bei Umsatz, operativem Ergebnis und Nachsteuerergebnis übertroffen, kommentierte NordLB-Analyst Frank Schwope. Die PKW-Sparte habe sich zudem deutlich stabilisiert. Gefragt waren auch die Papiere von BASF, die um 3,4 Prozent stiegen, obwohl der bereinigte operative Gewinn im Quartal um fast ein Viertel fiel.

Zu den Verlierern gehörten indes Papiere von Nokia mit einem Minus von 23,3 Prozent. Der finnische Telekomausrüster hatte angesichts zunehmender Konkurrenz im 5G-Bereich seine Gewinnprognose für 2019 und 2020 heruntergeschraubt.

Auch in der zweiten und dritten Reihe gaben Quartalszahlen die Richtung vor: Kion-Aktien stiegen im MDax um 9,9 Prozent. Der Gabelstapler-Hersteller trotzt der schwächeren Konjunktur und hält an seinen Gesamtjahreszielen fest.

Auf der Verliererseite stand dagegen Puma mit einem Abschlag von 3,5 Prozent. Konzernchef Björn Gulden rechnet damit, dass der Sportartikelkonzerns zum Ende des Jahres erstmals die US-Zölle für Importe aus China zu spüren bekommt.

In der Türkei kappte die Notenbank den Leitzins stärker als erwartet um 2,5 Punkte auf 14,0 Prozent. Experten hatten lediglich mit einer Senkung um einen Punkt gerechnet. Die türkische Lira sackte nach der Entscheidung ab. Der Dollar verteuerte sich im Gegenzug um 0,6 Prozent auf 5,7645 Lira.

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