October 28, 2019 / 10:01 AM / 20 days ago

Dax verfehlt 13.000er Marke knapp - Hoffen auf Handelsdeal

Frankfurt (Reuters) - In der Hoffnung auf eine Entschärfung des Zollstreits zwischen den USA und China greifen weitere Anleger im deutschen Aktienmarkt zu.

A plastic bull figurine, symbol of the Frankfurt stock exchange is pictured in front of the share price index DAX board at the stock exchange in Frankfurt, Germany, May 8, 2017. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Für gute Stimmung sorgte US-Präsident Donald Trump, der erklärte, die Verhandlungen kämen besser voran als erwartet. Der Dax stieg am Montag um 0,4 Prozent auf 12.941,71 Punkte, den höchsten Stand seit fast eineinhalb Jahren. Der EuroStoxx50 gewann 0,2 Prozent auf 3630,62 Zähler.

Getrübt wurde die Stimmung vom anhaltenden Brexit-Hickhack. Die EU gewährte Großbritannien wie gewünscht einen Aufschub für den Ausstieg aus der Staatengemeinschaft bis Ende Januar. Premierminister Boris Johnson strebt für Dezember Neuwahlen an, noch am Montag sollte das britische Unterhaus darüber abstimmen. Das Pfund Sterling legte zu. Die Währung kostete 1,2856 Dollar und 1,1586 Euro. “Eine Neuwahl könnte dazu führen, dass das Pfund stärker schwankt, auch wenn wir glauben, dass das Risiko eines ungeregelten Brexit weiterhin niedrig bleibt”, schrieben die Experten der UBS.

TRUMP HEBT STIMMUNG AN US-BÖRSEN

Auch an den US-Börsen ging es aufwärts.. Dabei spielte die Ankündigung Trumps eine Rolle, dass der erste Teil des Handelsabkommens mit China bei einem Gipfeltreffen in Chile im kommenden Monat unterzeichnet werden könnte. Zuvor hatten das Büro des US-Handelsbeauftragten und das chinesische Handelsministerium erklärt, das vereinbarte Teil-Abkommen stehe kurz vor der Unterschriftsreife. Dirk Schumacher, Chef-Volkswirt für Europa beim Vermögensverwalter Natixis, warnte jedoch vor allzu großer Zuversicht. “Die USA und China werden sich auf einen weichen Handelsdeal einigen. Die bisherigen Strafzölle werden nicht zurückgenommen. Daher handelt es sich um eine Stabilisierung der Lage auf niedrigem Niveau.”

Zusätzlichen Schub versprachen sich Börsianer zudem von der laufenden Bilanzsaison. Covestro eröffnete den Reigen mit gemischten Zahlen. Der operative Quartalsergebnis habe leicht über den Erwartungen gelegen, das Gesamtjahresziel leicht darunter, schrieb Analyst Heiko Feber vom Bankhaus Lampe. Mit einem Minus von 2,8 Prozent hielten die Aktien die rote Laterne im Dax.

Um bis zu 4,5 Prozent aufwärts ging es dagegen für die Titel der Commerzbank. Das Geldhaus hat seinen operativen Gewinn im dritten Quartal um fast ein Drittel gesteigert und damit die Schätzungen von Analysten nach eigenen Angaben übertroffen. Getrieben wurde das Ergebnis vom Geschäft mit Privatkunden und kleinen Unternehmen. Das Firmenkunden-Segment geriet dagegen stärker unter Druck.

HSBC UNTER DRUCK - KAUFOFFERTE FÜR TIFFANY

In London sackten die Titel von HSBC um bis zu 4,8 Prozent ab, das war der größte Tagesverlust seit gut zweieinhalb Jahren. Das Bankhaus gibt nach einem schwachen Quartal seine Gewinnziele für 2020 auf. Wenigstens bringe diese Entwicklung das Management endlich dazu, die Probleme in den schwächelnden Geschäftsbereichen anzugehen, sagte Analyst Edward Firth vom Brokerhaus Keefe, Bruyette & Woods.

Die Papiere von LVMH verteuerten sich zeitweise um bis zu 1,5 Prozent, drehten zum Handelsschluss aber leicht ins Minus. Der französische Anbieter von “Louis Vuitton”-Taschen will den US-Juwelier Tiffany übernehmen. Insidern zufolge bietet LVMH 14,5 Milliarden Dollar oder 120 Dollar je Aktie. Tiffany-Titel legten um ein Drittel auf gut 130 Dollar zu. Anleger spekulierten offenbar darauf, dass das Angebot noch nachgebessert wird.

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