November 18, 2019 / 10:06 AM / 18 days ago

Europas Anleger fürchten Autozölle in den USA

Frankfurt (Reuters) - Die Furcht vor US-Strafzöllen auf Autos hat den europäischen Anlegern am Montag die Kauflaune verdorben.

A plastic bull figurine, symbol of the Frankfurt stock exchange is pictured in front of the share price index DAX board at the stock exchange in Frankfurt, Germany, May 8, 2017. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Auch Zweifel an einer baldigen Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China drückten am Montag auf die Stimmung. Der Dax fiel um 0,3 Prozent auf 13.207 Punkte und der EuroStoxx50 bröckelte um 0,2 Prozent auf 3705 Punkte ab. Die Tatsache, dass US-Präsident Donald Trump bislang keine Entscheidung zu den Zöllen auf europäische Fahrzeuge getroffen habe, schwebe wie ein Damokles-Schwert über den europäischen Börsen, sagte David Madden, Marktanalyst beim Brokerhaus CMC Markets. “Herr Trump könnte sich den Wirtschaftskrieg mit der EU für seinen Wahlkampf im kommenden Jahr aufsparen.”

Der europäische Branchenindex verlor bis zu 2,7 Prozent. Die deutschen Autobauer BMW, Daimler und Volkswagen gehörten mit Kursverlusten von teils mehr als fünf Prozent zu den schwächsten Werten im Dax. Sollte Trump die Zölle verschieben, könnte das Käufer wieder zurück an den Markt locken, sagte Madden.

In den USA notierten die Kurse kaum verändert. Auf die Stimmung drückte ein Bericht des Senders CNBC, wonach in China die Aussichten auf eine Lösung des Handelsstreits pessimistisch beurteilt würden. Grund sei, dass sich Trump zurückhaltend dabei zeige, die bereits geltenden Zölle zurückzunehmen, berichtete der Sender unter Berufung auf Insider.

Das lastete auf dem Ölpreis: Ein Barrel Nordseeöl der Sorte Brent verbilligte sich um bis zu 1,9 Prozent auf 62,10 Dollar, US-Leichtöl kostete mit 56,74 Dollar 1,7 Prozent weniger. Margaret Yang, Analystin bei CMC Markets, verwies zudem auf Spekulationen, wonach das Angebot 2020 groß bleiben dürfte. Die Mitglieder des Ölkartells Opec beraten am 5. und 6. Dezember über ihre Pläne für kommendes Jahr, dabei dürfte auch über eine Verlängerung der Förderkürzung gesprochen werden.

PFUND PROFITIERT VON HOFFNUNG AUF GEREGELTEN BREXIT

Gefragt war auch das Pfund Sterling, das sich dank wachsender Hoffnungen auf einen geordneten Brexit um jeweils etwa ein halbes Prozent auf 1,2979 Dollar und 1,1727 Euro verteuerte. Zur europäischen Gemeinschaftswährung war es der höchste Stand seit gut sechs Monaten. “Hintergrund des starken Wochenauftakts sind mal wieder neueste Umfrageergebnisse zu den Neuwahlen im Dezember, welche einen 14-Punkte-Vorsprung der Konservativen sehen”, sagte BayernLB-Analyst Manuel Andersch. Nach Aussagen von Premierminister Boris Johnson unterstützen sämtliche Kandidaten der Tories seinen Brexit-Deal.

ÜBERNAHMESPEKULATIONEN UM QIAGEN UND MADRIDER BÖRSE

Bei den deutschen Aktienwerten stand Qiagen im Rampenlicht. Die Titel des Biotech-Konzerns stiegen angesichts mehrerer Kauf-Interessenten um mehr als 13 Prozent auf ein 19-Jahres-Hoch von 38,60 Euro. Das Unternehmen passe strategisch zu fast allen Firmen der Branche, schrieb Analyst Volker Braun vom Bankhaus Lampe. Die zu erwartenden Synergien lägen bei bis zu 200 Millionen Dollar. Vor diesem Hintergrund rechne er mit einer Offerte oberhalb von 40 Euro je Aktie. Ein Übernahmekampf sei nicht ausgeschlossen.

Auf ein Bietererrennen spekulierten Investoren auch bei dem spanischen Börsenbetreiber BME. Die Papiere schossen knapp 40 Prozent in die Höhe - so stark wie nie. Mit 35,50 Euro waren sie so teuer wie zuletzt vor vier Jahren. Die Schweizer SIX bietet 34 Euro je Aktie oder insgesamt etwa 2,8 Milliarden Euro für BME. Konkurrent Euronext hat ebenfalls ein Auge auf die Börse Madrid geworfen.

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