November 25, 2019 / 9:25 AM / 10 days ago

Hoffnung auf Handelsabkommen gibt Europas Börsen Auftrieb

A DAX logo is pictured at the trading floor of the stock exchange in Frankfurt, Germany December 29, 2017. REUTERS/Ralph Orlowski

Frankfurt (Reuters) - Die Hoffnung auf eine Einigung im Handelskonflikt zwischen den USA und China hat Aktienanleger am Montag in Kauflaune versetzt.

Dax und EuroStoxx50 legten jeweils 0,6 Prozent zu auf 13.246 beziehungsweise 3709 Punkte. Die chinesische Zeitung “Global Times” hatte zuvor berichtet, die beiden weltweit führenden Wirtschaftsmächte seien “sehr dicht” vor Abschluss des geplanten ersten Teilabkommens. “US-Präsident Trump übt sich mal wieder in Optimismus, während das Reich der Mitte härtere Strafen für Verletzungen der Rechte an geistigem Eigentum ankündigt”, kommentierte Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst beim Brokerhaus CMC Markets. “Das kommt in einer Woche, die in den USA mit Thanksgiving endet und daher etwas ruhiger verlaufen dürfte, gut an der Börse an.” In den USA markierten die Börsen Rekordstände.

Vor diesem Hintergrund griffen Anleger bei Technologiewerten zu, deren Geschäft stark vom Handel mit China abhängt. So gewannen die Aktien der Chipfirmen Infineon und STMicro sowie des Zulieferers Siltronic bis zu 2,6 Prozent. Gefragt waren auch Autobauer, deren Branchenindex 0,9 Prozent fester aus dem Handel ging.

PFUND IM PLUS

Der Vorsprung der regierenden Konservativen vor der Parlamentswahl in Großbritannien verhalf dem Pfund zu Gewinnen. Die britische Währung legte 0,6 Prozent auf 1,2911 Dollar beziehungsweise 1,1722 Euro zu. Die Partei von Premierminister Boris Johnson liegt Umfragen zufolge deutlich vor der Opposition, Buchmacher schätzen den Vorsprung auf fast 50 Abgeordnete. In seinem am Sonntag vorgestellten Wahlprogramm verspricht Johnson höhere Ausgaben, den Verzicht auf Steuererhöhungen und eine Abstimmung über seinen Brexit-Deal noch vor Weihnachten. “Eigentlich wäre solch fiskalisches Gehabe schädlich für das Pfund”, sagte Commerzbank-Experte Ulrich Leuchtmann. Dieser Effekt werde aber durch die Hoffnung auf einen geregelten EU-Ausstieg ausgeglichen. “Doch das heißt auch: Der Spielraum für eine weitere signifikante Erholung des Pfund zum Dollar wird enger. Gegenüber dem Euro könnte er schon nahezu ausgeschöpft sein.”

BITCOIN BRICHT EIN

Die Digitalwährung Bitcoin rutschte im Handelsverlauf um gut zwölf Prozent ab und war mit 6441 Dollar so billig wie zuletzt vor sechseinhalb Monaten. Auslöser sei der verstärkte Druck der chinesischen Regierung auf den Handel mit Kryptowährungen, sagte Analyst Timo Emden von Emden Research. “Das Schwingen der Verbotskeule lässt die Anleger Bitcoin und Co. nur noch mit spitzen Fingern anfassen.”

Am europäischen Aktienmarkt rückten die Luxusgüter-Hersteller ins Rampenlicht, weil die französische Louis-Vuitton-Mutter LVMH den US-Juwelier Tiffany für 16,2 Milliarden Dollar übernehmen will. Mit dem Deal rücke LVMH zum weltweiten Marktführer im Schmuckgeschäft auf, stellten die Analysten der Investmentbank Bryan, Garnier & Co. fest. LVMH-Titel gewannen in Paris zwei Prozent. In ihrem Windschatten zogen andere Unternehmen der Branche wie Hugo Boss und Richemont bis zu 2,2 Prozent an.

Im SDax brachen die Aktien von Isra Vision um fast 15 Prozent ein. Der Spezialist für industrielle Bildverarbeitung schraubt nach einem schwachen Quartal seine Prognose für das Gesamtjahr herunter und erwartet nun einen moderaten Umsatzanstieg im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Die Gewinnmarge werde stabil bleiben.

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