November 26, 2019 / 10:42 AM / in 16 days

Anleger warten Fortschritte bei Handelsgesprächen ab

Frankfurt (Reuters) - In Erwartung greifbarer Ergebnisse der Handelsgespräche zwischen den USA und China haben sich Anleger am Dienstag mit Engagements an den Aktienmärkten zurückgehalten.

A plastic bull figurine, symbol of the Frankfurt stock exchange is pictured in front of the share price index DAX board at the stock exchange in Frankfurt, Germany, May 8, 2017. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Dax und EuroStoxx50 notierten am Abend jeweils kaum verändert bei 13.236,42 beziehungsweise 3708,90 Punkten. Der Euro stagnierte bei 1,1014 Dollar. Der US-Standardwerteindex Dow Jones kam zwar ebenfalls kaum vom Fleck, markierte mit 28.113,84 Zählern aber erneut ein Rekordhoch.

Die chinesische Regierung erzielte nach eigenen Angaben mit den USA einen Konsens über relevante Probleme. Die Gespräche über die verbleibenden Fragen im Zusammenhang mit dem geplanten Handelsabkommen würden fortgesetzt. Anlagestratege Sebastian Fellechner von der DZ Bank sagte: “Wir hatten eine Menge Worte, jetzt wollen wir Taten sehen.”

Skepsis gegenüber Meldungen über eine Annäherung im Zollstreit bleibe zwar angebracht, sagte Anlagestratege Michael Hewson vom Brokerhaus CMC Markets. “Aber sie entwickeln eine ganz eigene Dynamik. Es war zuletzt ein sinnloses Unterfangen, sich der Aufwärtsbewebung des Marktes entgegenzustellen.” Der Dax markierte in der vergangenen Woche ein Zwei-Jahres-Hoch, und die US-Leitindizes eilen derzeit von Rekord zu Rekord.

Vor dem Hintergrund der positiven Signale im Zollstreit griffen Anleger zu Technolgiewerten, deren Geschäft stark vom Handel mit China abhängt. Die Aktien der Chipfirmen Infineon oder STMicro gewannen bis zu 1,6 Prozent.

WAHL-UMFRAGEN SETZEN PFUND ZU

Am Devisenmarkt verbilligte sich das Pfund Sterling um jeweils 0,4 Prozent auf 1,2848 Dollar beziehungsweise 1,1663 Euro. Der Meinungsforschungsfirma Kantar zufolge verringerte sich der Vorsprung der Tories von Premierminister Boris Johnson auf die oppositionelle Labour Party binnen einer Woche auf elf von 18 Prozentpunkten. In einer am Montag veröffentlichten Umfrage im Auftrag von Reuters lagen die Tories nur noch sieben statt zehn Prozentpunkte vorn.

Bei einem Sieg der Konservativen sei aus Anlegersicht das Risiko eines chaotischen Brexit gering und die Chance auf eine wirtschaftsfreundliche Politik groß, erläuterte Anlagestratege Lauri Hälikkä von der Bank SEB. “Ein Labour-Sieg würde zwar einen sanfteren Brexit bedeuten, aber auch eine radikale sozialistische Politik.” Labour-Chef Corbyn befürwortet unter anderem eine Verstaatlichung der Versorger.

REISEPASS-DRUCKER DE LA RUE AUF 21-JAHRES-TIEF

In London sorgte ein knapp 27-prozentiger Kurseinbruch von De La Rue für Aufsehen. Die Aktien der Druckerei für Reisepässe und Geldscheine waren mit 128,4 Pence zeitweise so billig wie zuletzt vor rund 21 Jahren. Der 200 Jahre alte Hersteller der britischen Banknoten rutschte in die roten Zahlen und streicht die Dividende bis auf weiteres. Außerdem stellte die Firma das eigene Überleben infrage. “Schlechtes Management und schlechte Entscheidungen sind der Hauptgrund für die Malaise”, sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com.

Gefragt waren die Titel der LSE, die sich um 2,3 Prozent verteuerten. Die Aktionäre des Londoner Börsenbetreibers gaben grünes Licht für die 27 Milliarden Dollar schwere Übernahme des Datenanbieters Refinitiv. Thomson Reuters, die Mutter der Nachrichtenagentur Reuters, ist mit 45 Prozent an Refinitiv beteiligt.

An der Wall Street legten die Papiere von Walt Disney bis zu 2,1 Prozent zu und waren mit 152,80 Dollar so teuer wie noch nie. Medienberichten zufolge spielte der Animationsfilm “Die Eiskönigin 2” am Eröffnungswochenende weltweit 350 Millionen Dollar ein. Außerdem ziehe der neue Streaming-Dienst Disney+ täglich im Schnitt eine Million neue Nutzer an.

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