January 8, 2020 / 10:55 AM / 15 days ago

Iranischer Angriff belastet Aktienbörsen nur kurz

A plastic bull figurine, symbol of the Frankfurt stock exchange is pictured in front of the share price index DAX board at the stock exchange in Frankfurt, Germany, May 8, 2017. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Frankfurt (Reuters) - Der iranische Vergeltungsangriff auf US-Ziele im Irak hat die Kurse an den Aktienbörsen nur kurzzeitig belastet.

Die Märkte gingen davon aus, dass die Sache damit erledigt sei, sagte Ulas Akincilar, Chef-Händler des Online-Brokers Infinox. Die Kriegsgefahr sei zwar nicht gebannt, die rasche Kurserholung deute aber darauf hin, dass der allgemeine Optimismus der Anleger ungebrochen sei. Sie sähen Rücksetzer vor allem als Chance zum Einstieg.

Der Dax gewann am Mittwoch 0,7 Prozent auf 13.320 Punkte, nachdem er zunächst bis zu ein Prozent verloren hatte. Der EuroStoxx50 legte 0,3 Prozent auf 3772 Punkte zu. Der US-Standardwerteindex Dow Jones notierte 0,7 Prozent fester. Rückenwind erhielten die Börsen von überraschend positiven US-Arbeitsmarktdaten. Der privaten Arbeitsagentur ADP zufolge wuchs die Zahl der Beschäftigen im Dezember so stark wie zuletzt vor knapp einem Jahr.

Als Reaktion für die gezielte Tötung eines hochrangigen Generals vergangene Woche beschoss der Iran von den USA angeführte internationale Truppen im Irak. US-Präsident Donald Trump kündigte kurz vor Börsenschluss in Europa in seiner mit Spannung erwarteten Reaktion zwar scharfe Sanktionen gegen den Iran an, aber keine militärische Vergeltung. Man habe zwar ein großartiges Militär, wolle es aber nicht einsetzen, sagte Trump. Er fügte hinzu, die USA seien bereit zum Frieden, mit jedem, der das wolle.

Unmittelbar nach der Attacke stieg der Ölpreis zunächst auf ein Vier-Monats-Hoch. Die Sorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich um 5,1 Prozent auf 71,75 Dollar je Barrel (159 Liter). Bis zum Abend verbilligte sie sich aber auf 65,85 Dollar. Die “Antikrisen-Währung” Gold konnte anfängliche Gewinne nicht halten. Das Edelmetall markierte mit 1610,90 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) zunächst ein Sieben-Jahres-Hoch und kostete am Abend nur noch 1556,20 Dollar.

HÖHENFLUG VON VARTA VORERST BEENDET

Am deutschen Aktienmarkt sorgte Varta mit einem Kurssturz von fast 22 Prozent für Aufsehen. Ein Grund dafür war Händlern zufolge eine Herunterstufung des Batterie-Herstellers durch die Commerzbank. Das Institut sei bei diesem Wert der Meinungsführer, sagte einer von ihnen. Außerdem kämpft Varta mit Patentverletzungen durch chinesische Rivalen. 2019 hatte sich der Varta-Kurs noch fast verfünffacht.

Aus den Depots flogen auch die Papiere von Deutsche Euroshop, die rund sieben Prozent verloren. Der Wert des Immobilienvermögens des Shoppingcenter-Betreibers ging den Angaben zufolge 2019 um 123 Millionen Euro zurück. Angesichts des schwächelnden Handels in Geschäften sei dies keine überraschende Entwicklung, schrieb Analyst Kai Klose von der Berenberg Bank. Eine Besserung sei nicht in Sicht.

Unter Druck gerieten auch europäische Zulieferer des US-Flugzeugbauers Boeing, nachdem eine Maschine des Typs 737 im Iran abgestürzt ist. Bei dem Unglück kamen alle 176 Insassen ums Leben, die Absturzursache nahe Teheran inmitten des militärischen Konflikts USA/Iran ist unklar. Die Papiere von Safran und Melrose gaben bis zu 0,6 Prozent nach. An der Wall Street büßten Boeing-Titel 1,3 Prozent ein. Die Aktien des größten Zulieferers Spirit AeroSystems rutschten um 1,9 Prozent ab. Die Papiere des Boeing-Rivalen Airbus notierten in Paris hingegen 1,8 Prozent fester.

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