January 16, 2020 / 11:01 AM / in 7 months

Anleger atmen nach erstem Handelsabkommen durch

Frankfurt (Reuters) - Das in trockene Tücher gebrachte Teilabkommen im Handelsstreit zwischen den USA und China hat Anlegern an den europäischen Börsen eine Verschnaufpause verschafft.

A plastic bull figurine, symbol of the Frankfurt stock exchange is pictured in front of the share price index DAX board at the stock exchange in Frankfurt, Germany, May 8, 2017. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Der Dax ging am Donnerstag kaum verändert bei 13.429,43 Punkten aus dem Handel. Der EuroStoxx trat ebenfalls mehr oder weniger au der Stelle.

Jubelstimmung herrschte hingegen an der Wall Street, wo die wichtigen Börsenbarometer auf neue Höchststände kletterten. Der breiter gefasste S&P 500-Index sprang erstmals über die Marke von 3300 Zählern. Für gute Stimmung sorgte ein Gewinnsprung von Morgan Stanley im Schlussquartal. Die Aktien des Geldhauses legten mehr als sechs Prozent zu. Zudem stiegen die Umsätze der US-Einzelhändler im Dezember den dritten Monat in Folge.

Nach der Unterzeichnung des Handels-Teilabkommens richtet sich das Augenmerk der Investoren nun auf die Gespräche über eine zweite Vereinbarung zwischen den beiden weltweit führenden Wirtschaftsmächten. Den Anlegern sei klar, dass es bis dahin holprig werden könne, sagte Milan Cutkovic, Marktanalyst beim Brokerhaus AxiTrader. “Auf diesem langen Weg ist jederzeit eines Eskalation des Konfliktes möglich.”

Zudem stehe die Frage im Raum, ob die USA sich nun wieder stärker auf ihren Zollstreit mit Europa konzentrieren könnten, sagte Stratege Neil Wilson vom Broker Markets.Com. Anleger ließen angesichts entsprechender Spekulationen die Finger von europäischen Autoaktien. Der Sektorindex fiel um 0,9 Prozent. Volkswagen waren mit einem Minus von rund 1,5 Prozent das Schlusslicht im deutschen Leitindex, BMW und Daimler verloren bis zu 1,4 Prozent. US-Präsident Donald Trump hatte einem Zeitungsbericht zufolge den Streit mit den Europäern über das Iran-Atomabkommen mit dem Handelskonflikt verknüpft. Die US-Regierung habe mit der Verhängung von 25-prozentigen Autozöllen gedroht, sollten Großbritannien, Frankreich und Deutschland den Iran nicht formell beschuldigen, den Atomvertrag aus dem Jahr 2015 gebrochen zu haben. Das berichtete die “Washington Post” am Mittwoch unter Berufung auf nicht näher bezeichnete europäische Regierungsvertreter.

RWE WINKEN MILLIARDEN WEGEN BRAUNKOHLE-AUS

Aktien von Versorgern profitierten hingegen von der Aussicht auf eine Milliardenentschädigung für RWE. Bund und Länder einigten sich auf einen Abschaltplan für Braunkohlemeiler, Finanzminister Olaf Scholz stellt 2,6 Milliarden Euro zur Entschädigung bereit. Die RWE-Aktien legten 2,1 Prozent zu und waren hinter Wirecard der zweitstärkste Wert im Dax.

Die Papiere des Zahlungsabwicklers setzten ihren Erholungskurs fort und gewannen rund sechs Prozent. Die Papiere sind seit dem Führungswechsel im Aufsichtsrat am Wochenende im Aufwind.

Ein Gesamtjahresergebnis unter Markterwartungen und ein pessimistischer Ausblick lösten an der Börse einen Ausverkauf beim britischen Fachverlag Pearson aus. Die Aktien fielen um 8,4 Prozent auf 565,40 Pence.

ZINSSENKUNG IN DER TÜRKEI SCHIEBT LIRA AN

Eine erneute Zinssenkung der türkischen Zentralbank schob die Landeswährung Lira an. Ein Dollar kostete mit 5,8375 Lira bis zu 0,6 Prozent weniger. Die türkische Notenbank hat den Leitzins um 75 Basispunkte auf 11,25 Prozent gesenkt. Es ist der kleinste Schritt seit Beginn der Zinssenkungen im Juli und lässt darauf schließen, dass die Wirtschaft sich auf weniger geldpolitische Unterstützung einstellen muss.

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