April 29, 2020 / 10:20 AM / a month ago

Hoffnung auf Coronavirus-Medikament treibt Börsen nach oben

Frankfurt (Reuters) - In der Hoffnung auf eine nahende Zulassung eines Medikamentes gegen das Coronavirus decken sich Anleger mit europäischen Aktien ein.

A general view shows the German share prize index DAX board during afternoon trading as markets react on the coronavirus disease (COVID-19) at the stock exchange in Frankfurt, Germany, March 16, 2020. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Der Dax stieg am Mittwoch um 2,9 Prozent auf 11.107,74 Punkte, der EuroStoxx50 gewann 2,3 Prozent auf 2999,54 Zähler. An der Wall Street rückte der US-Standardwerteindex Dow Jones gut zwei Prozent vor.

Der US-Pharmafirma Gilead zufolge zeigte das Medikament Remdesivir bei Tests an Corona-Patienten ermutigende Ergebnisse. “Je näher wir einem Wirkstoff oder einer Impfung kommen, desto schneller kann die Wirtschaft wieder hochgefahren werden und desto geringer ist die Gefahr einer zweiten oder dritten Infektionswelle”, sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. Gilead-Aktien gewannen 4,7 Prozent auf 82,38 Dollar.

FED UND EZB BERATEN ÜBER GELDPOLITIK

Unabhängig davon warteten Börsianer gespannt auf die Ergebnisse der geldpolitischen Beratungen der US-Notenbank Fed. Sie werde wohl keine weitere Lockerung ihrer Geldpolitik verkünden, prognostizierte Analyst David Madden vom Online-Broker CMC Markets. Schließlich habe sie in den vergangenen Wochen die Zinsen deutlich gesenkt und billionenschwere Geldspritzen aufgezogen. Allerdings könnte Fed-Chef Jerome Powell Hinweise auf weitere Konjunkturhilfen liefern.

Die Europäische Zentralbank (EZB) werde am Donnerstag sicher ebenfalls betonen, alles Notwendige zur Stützung der Wirtschaft zu tun, sagte Hendrik Tuch, Anleihe-Chef beim Vermögensverwalter Aegon. Um dies zu unterstreichen, könnte EZB-Chefin Christine Lagarde eine Aufstockung des Wertpapier-Aufkaufprogramms um 250 Milliarden Euro ankündigen.

RATING-HERABSTUFUNG SETZT ITALIEN-BONDS ZU

Indes trennten sich Investoren von italienischen Staatsanleihen, nachdem die Ratingagentur Fitch die Bonitätsnote des Landes auf “BBB-“ von “BBB” gesenkt hatte. Die Experten begründeten ihre Entscheidung mit den Auswirkungen der Virus-Krise auf die Wirtschaft und die Staatsfinanzen. “Das Land muss dringend reformiert werden”, sagte Naeem Aslam, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses AvaTrade. “Aber mit Blick auf die Geschichte ist unklar, ob tiefgreifende Reformen Realität werden.” Vor diesem Hintergrund stieg die Rendite der zehnjährigen italienischen Anleihen auf 1,776 Prozent.

Etwas Entspannung gab es dagegen am Ölmarkt. Die Sorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich um zehn Prozent auf 22,49 Dollar je Barrel (159 Liter), die US-Sorte WTI legte sogar knapp 31 Prozent auf 16,12 Dollar zu. Auslöser der Rally seien die besser als befürchtet ausgefallenen US-Lagerdaten des Branchenverbandes API, schrieben die Experten des Research-Hauses JBC Energy. Ermutigend sei zudem der erste Rückgang der Benzin-Reserven seit Wochen. Die am Mittwochnachmittag (MESZ) veröffentlichten Zahlen des US-Energieministeriums wiesen in die selbe Richtung.

VW UND DAIMLER NACH ZAHLEN IM AUFWIND

Am Aktienmarkt ließen sich Investoren von den Gewinneinbrüchen bei Volkswagen und Daimler nicht aus dem Konzept bringen. Die Titel der beiden Autobauer stiegen um 5,8 und 6,7 Prozent. “Es gibt nichts Aufmunterndes bei den bisher in der Branche gesehenen Zahlen, aber Daimler scheint einen anständigen Start ins erste Quartal gehabt zu haben”, sagte Analyst Philippe Houchois von der Investmentbank Jefferies. Das Quartalsergebnis von Volkswagen sei besser ausgefallen als erwartet, kommentierte sein Kollege Christian Ludwig vom Bankhaus Lampe. Lediglich die Entwicklung bei Audi enttäusche.

In London rückten die Papiere der Großbank Barclays gut 14 Prozent vor, obwohl der Gewinn des Geldhauses wegen milliardenschweren Rückstellungen für faule Kredite einbrach. Das Investmentbanking habe sich aber überraschend gut entwickelt, schrieben die Analysten des Vermögensverwalters Investec. Das Institut verfüge über einen ordentlichen Kapitalpuffer und seine Aktie sei unterbewertet.

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