May 7, 2020 / 10:04 AM / 20 days ago

Konjunkturoptimisten übernehmen das Ruder an der Börse

Frankfurt (Reuters) - In der Hoffnung auf eine rasche Erholung der Weltwirtschaft kehren einige Anleger in die Aktienmärkte zurück.

A general view shows the German share prize index DAX board during afternoon trading as markets react on the coronavirus disease (COVID-19) at the stock exchange in Frankfurt, Germany, March 16, 2020. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Genährt wurde die Optimismus von der geplanten Lockerung der Coronavirus-Restriktionen in mehreren Ländern und ermutigenden chinesischen Konjunkturdaten.

Dax und EuroStoxx50 legten am Donnerstag jeweils mehr als ein Prozent auf 10.759,27 und 2879,50 Punkte zu. An der Wall Street gewann der US-Standardwerteindex Dow Jones 1,4 Prozent. “Der Aktienmarkt spiegelt aber nicht den geschwächten Zustand der Wirtschaft wider”, warnte Hussein Sayed, Chef-Anlagestratege des Brokerhauses FXTM. “Anleger wetten auf das bestmögliche Szenario.”

LICHT UND SCHATTEN BEI KONJUNKTURDATEN

Die chinesischen Exporte stiegen im April unerwartet um 3,5 Prozent. Analysten hatten mit einem Einbruch um fast 16 Prozent gerechnet. Da die Ausfuhren aber von der Nachfrage nach Schutzausrüstung angetrieben würden, sei die Lage nicht so rosig, wie es die nackten Zahlen suggerierten, warnte Analyst David Madden vom Online-Broker CMC Markets.

In der vergangenen Woche beantragten weitere 3,2 Millionen Amerikaner Arbeitslosenhilfe. Damit summiert sich der Zahl der Antragsteller binnen weniger Wochen auf gut 33 Millionen. “Es ist offensichtlich, dass sich das Virus von Osten nach Westen bewegt, und wir sehen das in den Daten”, sagte Anlagestratege Kit Juckes von der Bank Societe Generale. Das Problem sei, dass sich die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie noch immer nicht abschätzen ließen. “Der Markt ist tief gespalten zwischen den hartgesottenen Pessimisten und den Schnäppchenjägern.”

ÖLPREIS IM AUFWIND - GOLD EBENFALLS GEFRAGT

Dieses Tauziehen spiegelte sich auch am Rohstoffmarkt wider. Die Ölsorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich um 3,9 Prozent auf 30,89 Dollar je Barrel (159 Liter). Anleger werteten positiv, dass der staatliche saudi-arabische Ölkonzern Saudi Aramco seine Preisnachlässe zurückschraube, sagte Harry Tchilinguirian, Chef-Anlagestratege für Erdöl bei der Bank BNP Paribas. “Es wird als starkes Signal gesehen, dass sich das Königreich an die im April vereinbarte Förderbremse halten wird.”

Mit der “Antikrisen-Währung” Gold deckten sich Investoren aber ebenfalls ein. Sie verteuerte sich um 1,1 Prozent auf 1704,49 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Die weltweit explodierende Staatsverschuldung durch die billionenschweren Konjunkturprogramme treibe Investoren in den “sicheren Hafen”, sagten Börsianer. So wollen allein die USA im dritten Quartal neue Anleihen im Volumen von knapp drei Billionen Dollar emittieren. Das ist fünf Mal mehr als im bisherigen Rekordquartal während der Finanzkrise.

NEUKUNDEN-BOOM BEFLÜGELT ZALANDO

Bei den deutschen Aktienwerten stach Zalando heraus. Die Titel des Online-Modehändlers stiegen auf ein Rekordhoch von 54,16 Euro und schlossen gut elf Prozent im Plus bei 53,50 Euro. Dank eines Neukunden-Booms peilt das Unternehmen für 2020 ein Umsatzplus von zehn bis 20 Prozent an. Dieser Wert liege deutlich über seinen und den Markterwartungen, konstatierte Analyst Christoph Bast vom Bankhaus Lampe.

An der Wall Street legten die Papiere von T-Mobile rund acht Prozent zu. Unterstützt von einem überraschend starken Kundenzuwachs machte die Tochter der Deutschen Telekom einen Rekord-Quartalsgewinn. Ermutigend sei zudem, dass das Management sehr zuversichtlich sei, durch die Fusion mit dem Rivalen Sprint 43 Milliarden Dollar einsparen zu können, schrieb Analyst Colby Synesael vom Vermögensverwalter Cowen. Die Gesamtjahresziel von T-Mobile, die das Unternehmen üblicherweise übertreffe, betrachte er als konservativ. Telekom-Aktien gewannen drei Prozent.

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