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Marktnachrichten

Corona-Ängste setzen Börsen zu - Wirecard kollabiert

Frankfurt (Reuters) - Die Furcht vor einer zweiten Welle in der Coronavirus-Pandemie lässt Europas Börsianer zittern.

A plastic bull figurine, symbol of the Frankfurt stock exchange is pictured in front of the share price index DAX board at the stock exchange in Frankfurt, Germany, May 8, 2017. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Ein spektakulärer Kurssturz beim Dax-Konzern Wirecard trieb den Puls der Börsianer zusätzlich in die Höhe. Der deutsche Leitindex verlor am Donnerstag 0,8 Prozent auf 12.281 Zähler, der EuroStoxx50 notierte rund ein halbes Prozent schwächer. Auch an der Wall Street ging es abwärts. In den USA ebbt die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe infolge der Corona-Krise langsamer als erwartet ab.

In mehreren US-Bundesstaaten steigen die Corona-Neuinfektionen so stark wie zuvor. Dazu kommt der Ausbruch in der chinesischen Hauptstadt Peking. Das schüre bei den Anlegern die Sorge, dass auch in Europa die Corona-Zahlen wieder steigen könnten, sagte Christian Henke, Analyst beim Brokerhaus IG Markets. “Ein neuerlicher Lockdown hätte nicht nur für die Konjunktur, sondern auch für die Aktienmärkte verheerende Folgen. Die Mitte März gestartete Erholung würde dann in sich zusammenfallen.” China verschärfte die Sicherheitsmaßnahmen in Peking, Schulen wurden geschlossen, Flüge wurden gestrichen. Inzwischen sei der Ausbruch unter Kontrolle, sagte der Chefepidemiologe.

ANLEGER WENDEN SICH VON WIRECARD AB - SPEKULANTEN JUBELN

Hauptgesprächsthema an den Börsen war Wirecard. Der verhärtete Verdacht auf Bilanzfälschung bei dem Zahlungsdienstleister löste bei den Aktien einen für einen Dax-Konzern fast beispiellosen Absturz von zeitweise mehr als 70 Prozent aus. Aus dem Handel gingen sie rund 62 Prozent tiefer bei 39,90 Euro. Wirtschaftsprüfer von EY hätten Hinweise auf falsche Angaben zu Täuschungszwecken gefunden, teilte der Konzern mit. “Mit Betrug will keiner mehr etwas zu tun haben, weder die Geschäftspartner noch Anleger”, sagte ein Händler. Spekulanten, die auf fallende Kurse wetteten, hatten hingegen Grund zum Jubeln. “Ich habe gerade ein Vermögen gemacht”, sagte ein Händler.

Gefragt waren dagegen die Zalando-Titel mit einem Plus von 7,1 Prozent. Europas größter Online-Modehändler rechnet für das zweite Quartal mit einem signifikanten Zuwachs bei Umsatz und Ergebnis.

In Madrid gaben die Aktien von Siemens Gamesa mehr als sieben Prozent nach. Der Windkraftanlagen-Hersteller rechnet für das dritte Quartal mit einem Verlust. Andreas Nauen löst zudem den bisherigen Chef Markus Tacke ab.

BANK OF ENGLAND ÖFFNET GELDSCHLEUSEN WIE ERWARTET

Am Devisenmarkt stützte die ausgeweitete Geldflut der britischen Notenbank das Pfund Sterling nur zeitweise. Zwar stockte die Bank von England (BoE) ihr bestehendes Wertpapierankaufprogramm zum Ankurbeln der Wirtschaft um 100 Milliarden auf eine Zielsumme von 745 Milliarden Pfund auf. Allerdings stimmten nur acht Mitglieder der Führungsriege dafür, BoE-Chefvolkswirt Andy Haldane votierte gegen eine Ausweitung. Die britische Devise notierte mit 1,2428 Dollar rund ein Prozent im Minus und war damit billiger als vor der Entscheidung.

Der Ölpreis legte vor einer erwarteten Videokonferenz der OPEC+-Staaten um anderthalb Prozent auf 41,35 Dollar je Barrel Nordseeöl der Sorte Brent und auf 38,64 Dollar für US-Öl zu. Die Mitglieder des Ölkartells und ihre Verbündeten sollten noch im Tagesverlauf darüber sprechen, wie es mit den vereinbarten Förderkürzungen weitergeht.

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