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Marktnachrichten

Steigende Infektionszahlen belasten Börsen

Frankfurt (Reuters) - Wegen steigender Coronavirus-Infektionszahlen und eines erneuten Rückschlag bei der Entwicklung eines Impfstoffs nehmen Anleger von Aktien Abstand.

Bull and bear symbols for successful and bad trading are seen in front of the German stock exchange (Deutsche Boerse) in Frankfurt, Germany, February 12, 2019. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Anhaltende Hoffnungen auf ein weiteres US-Konjunkturpaket verhinderten aber einen größeren Ausverkauf. Dax und EuroStoxx50 fielen am Dienstag jeweils um ein knappes Prozent auf 13.018,99 und 3274,63 Punkte. Der US-Standardwerteindex Dow Jones büßte 0,5 Prozent ein.

Wegen einer ungeklärten Erkrankung eines Probanden musste der US-Konzern Johnson & Johnson (J&J) die Tests für einen Corona-Impfstoff aussetzen. Stephen Innes, Chef-Anlagestratege des Brokerhauses Axicorp, warnte aber vor überzogenem Pessimismus. Schließlich würden zahlreiche weitere Wirkstoffe entwickelt. J&J-Aktien verloren an der Wall Street 2,1 Prozent. Daran änderte auch ein Umsatz- und Gewinnplus im Quartal nichts.

Auch die US-Großbanken JPMorgan und Citigroup konnten sich trotz ermutigender Quartalsbilanzen dem Abwärtstrend nicht entziehen und verloren bis zu 3,8 Prozent. Erstere steigerte den Gewinn überraschend. Bei Letzterer brach der Überschuss zwar um gut ein Drittel ein, jedoch nicht so stark wie befürchtet.

Unter Verkaufsdruck gerieten zudem die Reise- und Touristikwerte, die von den allseits verschärften Corona-Beschränkungen besonders hart getroffen werden. Der europäische Branchenindex verlor 1,4 Prozent. An der Wall Street rutschten die Titel vom Kreuzfahrt-Anbieter Carnival oder dem Kasino-Betreiber Wynn um bis zu 6,3 Prozent ab.

Unterdessen stellen sich immer mehr Investoren auf einen klaren Sieg von Joe Biden und den Demokraten bei der anstehenden US-Präsidentschafts- und Kongresswahl ein. Das reduziere Unsicherheit, sagte Investmentmanager Jeremy Gatto vom Vermögensverwalter Unigestion. “Für Anleger geht es nicht darum ob, sondern wann wir ein Konjunkturprogramm bekommen.”

LICHT UND SCHATTEN BEI KONJUNKTURDATEN

Pessimistisch beurteilten deutsche Börsenprofis die hiesigen Konjunkturaussichten. Das entsprechende Barometer des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) brach um mehr als die Hälfte ein. “Wir dürfen uns nichts vormachen, die steigende Anzahl von Neuinfektionen wird wirtschaftliche Folgen haben”, warnte Thomas Gitzel, Chef-Volkswirt der VP Bank. “Dafür bedarf es nicht mal eines Lockdowns.”

Einen Lichtblick lieferten die kräftig gestiegenen chinesischen Außenhandelszahlen. Entscheidend für die heimische Konjunktur sei aber, wie sich die Verbraucher im wichtigen Weihnachtsgeschäft verhielten, gab Finanzmarkt-Experte Sebastian Galy vom Vermögensverwalter Nordea Investments zu Bedenken. Dem Ölpreis verhalfen die China-Daten zu Rückenwind. Die Sorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich um knapp zwei Prozent auf 42,52 Dollar je Barrel (159 Liter).

ANLEIHEN IM AUFWIND - PFUND UNTER DRUCK

Bei südeuropäischen Staatsanleihen griffen Investoren ebenfalls zu. Dies drückte die Renditen der zehnjährigen Titel aus Italien und Griechenland jeweils auf erneute Rekordtiefs von 0,656 und 0,771 Prozent. Angesichts der trüben Konjunkturaussichten wachse der Druck auf die Europäische Zentralbank (EZB), ihre Wertpapierkäufe auszuweiten, sagte Christian Lips, Chef-Volkswirt der NordLB.

Die unnachgiebige Haltung Großbritanniens im Brexit-Streit schickte das Pfund Sterling dagegen in den Keller. Es verbilligte sich auf 1,2970 Dollar und 1,1043 Euro. Zwei Tage vor dem womöglich entscheidenden EU-Gipfel betonte Premierminister Boris Johnson, nur ein Handelsabkommen zu den aus seiner Sicht richtigen Bedingungen sei akzeptabel. Vor einem harten Bruch seines Landes mit der Staatengemeinschaft habe er keine Angst. Deutschland pocht dagegen auf britische Zugeständnisse, um einen ungeordneten Brexit zum Jahreswechsel zu verhindern.

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