for-phone-onlyfor-tablet-portrait-upfor-tablet-landscape-upfor-desktop-upfor-wide-desktop-up
Marktnachrichten

Lockdown-Sorgen setzen Börsen weiter zu

Frankfurt (Reuters) - Aus Furcht vor den Folgen der wieder rasant steigenden Coronavirus-Zahlen ziehen sich weitere Anleger aus den Aktienmärkten zurück.

FILE PHOTO: Bull and bear statues are pictured outside Frankfurt's stock exchange in Frankfurt, Germany, December 17, 2015. REUTERS/Ralph Orlowski/File Photo

“Einige sakrosankte Dinge, wie zum Beispiel die Wirtschaft am Laufen zu halten, müssen wohl überdacht werden”, sagte Edward Park, Vize-Chefanleger beim Vermögensverwalter Brooks Macdonald. Ermutigende Firmenbilanzen linderten den Verkaufsdruck am Dienstag allerdings. Dax und EuroStoxx50 fielen um jeweils ein knappes Prozent auf 12.063 beziehungsweise 3076 Punkte. Der US-Standardwerteindex Dow Jones büßte ein halbes Prozent ein.

Wegen rasant steigender Corona-Infektionszahlen will die Bundesregierung die bisherigen Beschränkungen verschärfen. In Ländern wie Frankreich, Italien und Spanien wurde das öffentliche Leben bereits drastisch eingeschränkt. Vollständige Lockdowns rückten wieder in den Bereich des Möglichen, warnte Anlagestratege Michael Hewson vom Brokerhaus CMC Markets. “Ein solcher Schritt wäre wirtschaftlich ruinös, selbst wenn es weitere steuerfinanzierte Hilfsprogramme gäbe, was derzeit eindeutig nicht der Fall ist.”

VOLATILITÄTSINDIZES UND ANLEIHEN IM AUFWIND

Vor diesem Hintergrund markierten die Volatilitätsindizes VDax und VStoxx, die die Nervosität der Anleger messen, mit 35,44 und 33,43 Punkten jeweils ein Vier-Monats-Hoch. Ihr US-Pendant Vix notierte mit 33,77 Zählern so hoch wie zuletzt vor eineinhalb Monaten. Daher nahmen weitere Investoren Kurs auf “sichere Häfen” wie Bundesanleihen. Dies drückte die Rendite der zehnjährigen Titel auf minus 0,613 Prozent.

Gefragt war auch Rohöl, da wegen des Hurrikans “Zeta” einige Förderanlagen im Golf von Mexiko ihren Betrieb einstellen mussten. Die Ölsorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich um knapp zwei Prozent auf 41,24 Dollar je Barrel (159 Liter). Das sei aber nur eine kurze Verschnaufpause, warnte Analyst Tamas Varga vom Brokerhaus PVM. Der drohende Nachfrage-Rückgang infolge der Pandemie bei gleichzeitig wachsendem Angebot laste weiter auf den Kursen.

HSBC ÜBERZEUGT MIT ZAHLEN - AMD SCHLUCKT XILINX

Am Aktienmarkt stachen die Titel von HSBC mit einem Kursplus von 3,5 Prozent heraus. Das Vorsteuerergebnis der britisch-asiatischen Bank habe deutlich über den Markterwartungen gelegen, sagte Analyst Ian Gordon vom Vermögensverwalter Investec. Positiv sei außerdem die geplante Wiederaufnahme der Dividendenzahlung, so Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. “Da Ausschüttungen allerorten gekürzt werden, wird alles, was Rendite verspricht, gern genommen.”

Ein geplanter strikter Sparkurs hievte Brenntag zeitweise auf ein Fünfeinhalb-Jahres-Hoch von 58,78 Euro. Der angepeilte Beitrag zum operativen Ergebnis liege mit 220 Millionen Euro deutlich über seinen Erwartungen, sagte Analyst Markus Mayer von der Baader Helvea Bank. Er gehe davon aus, dass die Gewinnprognosen der Analysten im Schnitt um mehr als zehn Prozent steigen werden. Brenntag-Titel schlossen 5,7 Prozent im Plus bei 57,04 Euro.

An der Wall Street rückte eine Milliardenfusion den Chip-Sektor ins Rampenlicht. Der Halbleiter-Hersteller AMD will den Rivalen Xilinx für 143 Dollar je Aktie oder insgesamt 35 Milliarden Dollar schlucken. Die Titel des Anbieters von Chips für Rechenzentren stiegen daraufhin um 14 Prozent auf ein 15-Monats-Hoch von 130,40 Dollar. AMD-Papiere büßten dagegen gut vier Prozent ein. Analyst Stacy Rasgon Research-Haus Bernstein warnte davor, dass dieser Großeinkauf das Unternehmen davon ablenken könne, seinen technologischen Vorsprung gegenüber dem Erzrivalen Intel zu verteidigen.

for-phone-onlyfor-tablet-portrait-upfor-tablet-landscape-upfor-desktop-upfor-wide-desktop-up