16. August 2017 / 12:24 / vor einem Monat

Entspannung im Nordkorea-Konflikt hilft Aktienbörsen

North Korean leader Kim Jong Un visits the Command of the Strategic Force of the Korean People's Army (KPA) in an unknown location in North Korea in this undated photo released by North Korea's Korean Central News Agency (KCNA) on August 15, 2017. KCNA/via REUTERS ATTENTION EDITORS - THIS PICTURE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY. NO THIRD PARTY SALES. SOUTH KOREA OUT. NO COMMERCIAL OR EDITORIAL SALES IN SOUTH KOREA. PICTURE BLURRED AT SOURCE.

Frankfurt (Reuters) - Die wieder schwindende Furcht vor einem Krieg in Fernost und ermutigende europäische Konjunkturdaten haben Anleger am Mittwoch in Kauflaune versetzt.

Kursverluste des Euro halfen Dax und EuroStoxx50 zusätzlich, weil dadurch Waren hiesiger Firmen auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähiger werden. Die beiden Aktienindizes gewannen jeweils 0,7 Prozent auf 12.263,86 und 3485,72 Punkte. An der Wall Street legten Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 bis zu 0,4 Prozent zu.

Der Streit zwischen den USA und Nordkorea sei zwar noch nicht beigelegt, sagte Analyst David Madden vom Online-Broker CMC Markets. “Aber da offenbar mehr auf Diplomatie als auf militärische Aktionen gesetzt wird, riskieren Anleger wieder mehr und kaufen Aktien.” US-Präsident Donald Trump hatte Nordkorea vergangene Woche für den Fall weiterer Provokationen “Feuer und Zorn” angedroht. Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un konterte mit Plänen für einen Angriff auf eine US-Militärbasis im Pazifik.

Unabhängig davon wuchs die europäische Wirtschaft im zweiten Quartal zum Vorjahr überraschend stark um 2,2 Prozent. Dies könnte die Europäische Zentralbank (EZB) dazu bewegen, bald eine Straffung der Geldpolitik zu signalisieren, sagte Emmanuel Lumineau, Chef des Anlageberaters BrickVest. Einem Insider zufolge wird EZB-Präsident Mario Draghi das anstehende Notenbanker-Treffen kommende Woche aber nicht dafür nutzen. Er wolle der Diskussion in seinem Haus nicht vorgreifen. Der Euro ging darauf in die Knie und verbilligte sich auf 1,1696 Dollar.

CHINAS BAUKONJUNKTUR BEFLÜGELT METALLPREISE - FED IM BLICK

Am Rohstoffmarkt kletterte der Preis für Zink um bis zu fast sechs Prozent auf ein Zehn-Jahres-Hoch von 3132,50 Dollar je Tonne. Das zur Stahl-Herstellung benötigte Metall profitiere von der starken Baukonjunktur im weltweit wichtigsten Abnehmerland China, sagte Analyst Daniel Hynes von der ANZ Bank. Andere Industriemetalle waren ebenfalls gefragt. So verteuerte sich Kupfer um drei Prozent auf 6568 Dollar. Daraufhin gewannen die Papiere von Bergwerksbetreibern wie Anglo American, Antofagasta, BHP Billiton, Fresnillo, Glencore oder Rio Tinto in London bis zu 4,2 Prozent.

Gespannt warteten Investoren zudem auf die Veröffentlichung der Protokolle der jüngsten US-Notenbanksitzung (20 Uhr MESZ). Die meisten erhofften sich einen klaren Hinweis darauf, dass die Fed im September mit dem Abbau ihrer billionenschweren Wertpapierbestände beginnen werde, sagte Anlagestratege Martin Van Vliet von der ING Bank. “Vielleicht liefern sie uns auch einen Fingerzeig auf die nächste Zinserhöhung.”

INSOLVENZ VON AIR BERLIN BLEIBT THEMA - HOME DEPOT GEFRAGT

Für Gesprächsstoff sorgte erneut die Insolvenz von Air Berlin, deren Aktien um knapp 30 Prozent auf 0,37 Euro fielen. Unterdessen rangeln die Konkurrenten Lufthansa und EasyJet sowie der Touristik-Konzern Thomas Cook um die Reste der Fluggesellschaft. Deren Aktien gewannen bis zu 0,8 Prozent. Ryanair-Papiere stiegen zeitweise sogar auf ein Rekordhoch von 19,79 Euro. Die Iren haben Beschwerde gegen den staatlichen Überbrückungskredit für Air Berlin eingelegt.

An der Wall Street legten Home Depot 1,6 Prozent zu. Dank anhaltender Investitionen von Bauherren in ihre Eigenheime erreichten Umsatz und Gewinn der Baumarktkette im zweiten Quartal Rekordwerte.

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