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Anleger gehen nach Nordkoreas Atomtest in Deckung
4. September 2017 / 09:37 / in 3 Monaten

Anleger gehen nach Nordkoreas Atomtest in Deckung

Frankfurt (Reuters) - An den Börsen greift wieder die Angst vor einem Nordkorea-Krieg um sich.

North Korean leader Kim Jong Un provides guidance on a nuclear weapons program in this undated photo released by North Korea's Korean Central News Agency (KCNA) in Pyongyang September 3, 2017. KCNA via REUTERS ATTENTION EDITORS - THIS PICTURE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY. REUTERS IS UNABLE TO INDEPENDENTLY VERIFY THE AUTHENTICITY, CONTENT, LOCATION OR DATE OF THIS IMAGE. NOT FOR SALE FOR MARKETING OR ADVERTISING CAMPAIGNS. NO THIRD PARTY SALES. NOT FOR USE BY REUTERS THIRD PARTY DISTRIBUTORS. SOUTH KOREA OUT. NO COMMERCIAL OR EDITORIAL SALES IN SOUTH KOREA. THIS PICTURE IS DISTRIBUTED EXACTLY AS RECEIVED BY REUTERS, AS A SERVICE TO CLIENTS.

Nach dem bislang stärksten Atomtest der Regierung in Pjöngjang warfen Anleger am Montag in hohem Bogen Aktien aus ihren Depots und deckten sich mit als sicher geltenden Anlagen wie Gold und deutschen Staatsanleihen ein. Dax.GDAXI> und EuroStoxx50 verloren jeweils ein halbes Prozent auf 12.078 beziehungsweise 3426 Punkte. Die “Anti-Krisenwährung” Gold verteuerte sich um mehr als ein Prozent auf ein Elf-Monats-Hoch von 1339 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Die Renditen der zehnjährigen Bundesanleihen gaben nach.

Nordkorea zündete am Wochenende ungeachtet internationaler Sanktionen eine Wasserstoffbombe, die als Sprengkopf für seine Interkontinentalraketen dienen soll.[nL8N1LK0S6] US-Präsident Donald Trump drohte mit einem Militäreinsatz. Im Laufe des Tages sollte der UN-Sicherheitsrat zu einer Sondersitzung zusammentreten. “Damit erreicht der schwelende Konflikt eine neue Eskalationsstufe”, sagte Volkswirt Christian Schmidt von der Landesbank Helaba. Auch die Börsen in Asien gaben nach. Die Wall Street blieb wegen eines Feiertags geschlossen.

Anleger fürchten wegen des Konflikts auch einen Handelskrieg zwischen den USA und China. “Das wäre ein Albtraumszenario für den Aktienmarkt”, sagte Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Trump betonte, einen Abbruch der Handelsbeziehungen zu allen Staaten in Erwägung zu ziehen, die Geschäfte mit Nordkorea machen, darunter ist auch China.

Am Devisenmarkt geriet die US-Währung unter Druck. Der Dollar-Index, der den Wert des “Greenback” zu anderen wichtigen Währungen abbildet, gab um 0,4 Prozent nach. Im Gegenzug verteuerte sich der Euro um mehr als einen halben US-Cent auf 1,1917 Dollar.

“POLITISCHE BÖRSEN HABEN KURZE BEINE”

Börsianer gingen allerdings auch davon aus, dass die Unsicherheiten um Nordkorea bald wieder vergessen sind und Anleger sich anderen Themen zuwenden. “Die Märkte erwarten keine sofortige militärische Konfrontation nach dem Atomtest. Sie haben in der Vergangenheit gelernt, dass man gelassen auf Nordkoreas Aktionen reagieren soll”, sagte Chef-Anlagestratege Takashi Hiroki vom Broker Monex Securities. “Für Schnäppchenjäger dürfte sich jetzt eine Gelegenheit zum Einstieg in Aktien bieten.”

Die Volatilitätsindizes VDax und VStoxx, die die Nervosität der Anleger messen, stiegen zwar um elf Prozent, lagen mit jeweils gut 16 Punkten aber noch weit von ihren Hochs entfernt. So notierte der VDax nach der kürzlichen “Feuer und Zorn”-Rede[nL5N1KU7NG] Trumps, in der er Nordkorea mit Vergeltung für Provokationen bedroht hatte, zeitweise bei mehr als 21 Zählern. Als Nordkorea am vergangenen Dienstag eine Rakete über Japan hinweg gefeuert hatte, war der Dax um 1,5 Prozent gefallen. Nur wenige Tage später hatte er die Verluste wieder wettgemacht.

STADA-ANLEGER SPEKULIEREN AUF HÖHERE ABFINDUNG

Unter den Einzelwerten an den Börsen ragten Stada hervor mit einem Kursplus von zeitweise über vier Prozent. Anleger des Arzneimittelkonzerns spekulierten auf eine höhere Abfindung der beiden Großaktionäre Bain Capital und Cinven, die einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag bei Stada anstreben.

Die Aktien des Verpackungsherstellers Gerresheimer sackten nach einem negativen Analystenkommentar um bis zu 7,7 Prozent ab auf den tiefsten Stand seit eineinhalb Jahren. Die Experten der Berenberg Bank sagten in einer Studie voraus, der Konzern werde es schwer haben, seine Jahresziele zu erreichen.

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