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Politische Sorgen bremsen Börsen - Schwacher Euro stützt
25. September 2017 / 14:15 / vor einem Monat

Politische Sorgen bremsen Börsen - Schwacher Euro stützt

Frankfurt (Reuters) - Der Ausgang der Bundestagswahl sowie Spannungen im Nahen und Fernen Osten haben Anlegern am Dienstag Kummer bereitet.

The German share price index, DAX board, is seen at the stock exchange in Frankfurt, Germany, September 22, 2017. REUTERS/Staff/Remote

Da der schwächelnde Euro aber Waren heimischer Firmen auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähiger macht, blieben größere Rücksetzer bei Dax und EuroStoxx50 aus. Die beiden Aktienindizes stagnierten bei 12.607 und 3535 Punkten. Der Euro war mit 1,1781 Dollar so billig wie zuletzt vor einem Monat.

“Der Wahlausgang bescherte Anlegern das, was an den Märkten als Gift schlechthin gilt, nämlich totale Unsicherheit”, sagte Martin Lück, Chef-Anlagestratege für Deutschland, Österreich und Osteuropa beim weltgrößten Vermögensverwalter Blackrock. “Schließlich kann es Monate dauern, bis eine neue Regierung gebildet ist, und selbst ob sie überhaupt zustande kommt, darf als höchst unsicher gelten.” Weil die SPD in die Opposition wechseln will, lotet Bundeskanzlerin Angela Merkel die Chancen für eine Koalition ihrer Union mit FDP und Grünen aus. Allerdings liegen die Positionen der Parteien unter anderem in der Europa-Politik weit auseinander.

Vor diesem Hintergrund warteten Börsianer gespannt auf eine Rede Emmanuel Macrons, in der der französische Präsident seine Vorschläge für eine Reform der EU umreißen will. “Wie realistisch seine Pläne sind, hängt nicht unerheblich davon ab, wie sich die Regierungsbildung in Deutschland gestaltet”, sagte Commerzbank-Analystin Esther Maria Reichelt.

SÄBELRASSELN IM NAHEN UND FERNEN OSTEN

Unterdessen drohte Nordkorea mit dem Abschuss amerikanischer Langstreckenbomber, weil die USA dem kommunistischen Land den Krieg erklärt hätten. Die USA wiesen dies zurück. “Die Eskalationsschraube wird um eine weitere Umdrehung angezogen”, sagte Analyst Dirk Gojny von der Essener National-Bank. “Das sollte Investoren beunruhigen.”

Am Rohöl-Markt sorgte die Drohung Recep Tayyip Erdogans, die Pipeline aus dem Nordirak zu kappen, für Aufsehen. Damit reagierte der türkische Präsident auf das umstrittene Unabhängigkeitsreferendum in den nordirakischen Kurdengebieten. Die Türkei befürchten ein Erstarken der kurdischen Separatisten im eigenen Land. “Es sieht danach aus, als würde sich der Weltmarkt viel schneller aus dem Angebotsüberschuss heraus bewegen als bisher erwartet”, sagte Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets. Der Preis für die Nordsee-Ölsorte Brent stieg zeitweise auf ein Zweieinhalb-Jahres-Hoch von 59,49 Dollar je Barrel (159 Liter). Bis zum frühen Nachmittag fiel er aber auf 58,42 Dollar zurück, weil einige Investoren Gewinne einstrichen und der anziehende Dollar-Kurs Rohstoffe für Investoren außerhalb der USA unattraktiver macht.

THYSSENKRUPP ÜBERRASCHT MIT KAPITALERHÖHUNG

Bei den deutschen Unternehmen stand Thyssenkrupp im Rampenlicht. Der Konzern, der erst vor wenigen Tagen die Fusion seines Stahlgeschäfts mit dem indischen Rivalen Tata angekündigt hatte, erhöhte sein Grundkapital um zehn Prozent. “Die Kapitalmaßnahme kommt für uns nicht völlig überraschend”, schrieb Analyst Sven Diermeier von Independent Research in einem Kommentar. Schließlich habe das Management entsprechende Spekulationen zuvor nicht dementiert. Thyssen-Aktien lagen nach anfänglichen Kursverlusten von gut zwei Prozent am frühen Nachmittag nur noch 0,2 Prozent im Minus.

In Mailand setzten die Titel von Fincantieri ihren Höhenflug fort und stiegen um bis zu fünf Prozent auf ein Rekordhoch von 1,18 Euro. Börsianern zufolge setzten Investoren auf eine rasche Einigung im Streit um die Übernahme einer französischen Werft STX[L8N1M72CU]. Diese war von Frankreich verstaatlicht worden, um den Einstieg des italienischen Konkurrenten abzuwehren.

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