September 28, 2017 / 4:13 PM / in 3 months

Trumps Steuerpläne schieben Börsen an - Skepsis bleibt aber

Frankfurt (Reuters) - In der Hoffnung auf einen weltweiten Wirtschaftsboom haben sich Anleger am Donnerstag mit Aktien eingedeckt.

The German share price index, DAX board, is seen at the stock exchange in Frankfurt, Germany, September 28, 2017. REUTERS/Staff/Remote

Vor allem die Steuerpläne von US-Präsident Donald Trump stießen auf ein positives Echo. “Es ist eine gute Nachricht, dass nach Wochen der verbalen Aufrüstung im Konflikt mit Nordkorea wieder Wirtschaftspolitik im Weißen Haus gemacht wird”, sagte Börsenexperte Jochen Stanzl vom Handelshaus CMC Markets. Der Dax kletterte um 0,4 Prozent auf 12.704,65 Punkte, der EuroStoxx50 legte 0,2 Prozent auf 3561 Zähler zu.

Bei der größten Steuerreform in den USA seit mehr als drei Jahrzehnten sollen nach Trumps Plänen der Spitzensteuersatz für Privatleute und die Steuern für Unternehmen sinken. Allerdings ließ Trump zunächst offen, wie die Reform finanziert werden soll. “Fest steht, dass die Entlastung ordentlich ausfallen sollen – wohl im Bereich von drei bis sieben Billionen Dollar in den nächsten zehn Jahren”, sagte Devisenanalyst Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank. Die Regierung erhoffe sich davon ein höheres Wirtschaftswachstum und eine breitere Steuerbasis und halte eine Gegenfinanzierung für überflüssig. “Allerdings lehrt die Erfahrung, dass diese Idee häufig utopisch ist.”

An der Wall Street überwog deshalb die Skepsis. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zu Börsenschluss in Europa kaum verändert. “Wenn man sich anschaut, wie viele Probleme Trump hatte mit Obamacare, können Zweifel aufkommen, ob er mit der Steuerreform Erfolg hat”, sagte Chefvolkswirt Scott Brown von der Investmentbank Raymond James.

DAX NUR NOCH ZWEI PROZENT VON REKORDHOCH ENTFERNT

Auch Dollar-Anleger hielten sich zurück. Der Dollar-Index, der den Wert der US-Devise im Vergleich zu anderen Währungen misst, gab nach. Der Euro verteuerte sich im Gegenzug auf 1,1790 Dollar, lag damit aber noch weit unter dem Mitte September erreichten Zweieinhalb-Jahres-Hoch von mehr als 1,20 Dollar. Nach Einschätzung von Analysten dürften die Spekulation auf den Erfolg der US-Steuerreform den Dollar aber eher stärken. “Grundsätzlich sollte die US-Fiskalpolitik mittelfristig für den Dollar sprechen”, sagte Analyst Tobias Basse von der NordLB.

Experten sehen gute Chancen für eine Herbstrally. “Der Boden für neue Rekorde an der Frankfurter Börse ist bereitet”, sagte Analyst Stanzl. Sollte der charttechnische Widerstand bei 12.670 nachhaltig fallen, dann könne es sehr schnell in Richtung 13.000 Punkte gehen. Der Dax ist aktuell nur noch rund zwei Prozent von seinem im Juni aufgestellten Rekord von 12.951 Zählern entfernt.

GEWINNRÜCKGANG BEI H&M MACHT ANLEGER NERVÖS

Zu den größten Gewinnern am Frankfurter Parkett gehörten die Titel der Deutschen Bank mit einem Kursplus von 2,7 Prozent. Die Ratingagentur Moody’s stellte dem Bankensystem in Deutschland wegen des anhaltend guten Wirtschaftswachstums ein positives Zeugnis aus.

Die rote Laterne im Dax trug der Darmstädter Pharmakonzern Merck mit einem Kursverlust von 2,7 Prozent. Auf einem Kapitalmarkttag mit Analysten sagte Finanzchef Marcus Kuhnert, es werde “verdammt schwierig”, die Jahresziele zu erreichen.

In Stockholm warfen Anleger Aktien von H&M nach einem Gewinnrückgang im dritten Quartal im hohen Bogen aus ihren Depots: Die Titel brachen um 5,1 Prozent ein.

An der Wall Street schossen Blackberry um 12,5 Prozent nach oben. Der kanadische Softwarekonzern schraubte seine Jahresziele nach einem Umsatzrekord im zweiten Quartal nach oben.

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