February 16, 2018 / 10:58 AM / 4 months ago

Bilanzflut treibt Europas Börsen in ruhigeres Fahrwasser

Frankfurt (Reuters) - Europas Anleger haben am Freitag ihre Zinssorgen beiseite geschoben.

The German share price index, DAX board, is seen at the stock exchange in Frankfurt, Germany, February 15, 2018. REUTERS/Staff/Remote

Nach drei Verlustwochen in Folge steuerten die Aktienmärkte dank solider Firmenbilanzen auf einen versöhnlichen Abschluss zu. Der Dax lag am Vormittag 0,8 Prozent im Plus bei 12.443 Punkten, der EuroStoxx50 gewann 0,9 Prozent auf 3420 Zähler. “Der Sturm ist an den Börsen zumindest vorbei”, sagt Stratege Thomas Altmann vom Handelshaus QC Partners. “Ob jetzt eine Phase mit sonnigem oder trübem Börsenwetter folgt, bleibt abzuwarten.”

Spekulationen auf schneller als erwartet steigende US-Zinsen haben seit Monatsbeginn zu einem Ausverkauf an den Aktienmärkten geführt. Denn die hängen seit der Finanzkrise vor zehn Jahren am Tropf der Notenbanken, die bislang nur vereinzelt und behutsam die Geldflut verringert haben. Auch der starke Euro könnte im Tagesverlauf belasten, warnten Börsianer. Die Gemeinschaftswährung erklomm mit 1,2555 Dollar ein Drei-Jahres-Hoch.

Am Nachmittag dürfte sich der Blick auf zahlreiche US-Konjunkturdaten richten, unter anderem zum Verbrauchervertrauen. Für Kursauschläge könnte zudem der Verfall von Optionen auf Indizes und einzelne Aktien sorgen. Zu diesem Termin versuchen Investoren meist die Preise derjenigen Wertpapiere, auf die sie Derivate halten, in eine für sie günstige Richtung zu bewegen.

BILANZEN GEBEN DEN TAKT VOR

Für gute Stimmung an den Börsen sorgten einige starke Firmenbilanzen. Nach Daten von Thomson Reuters sind die Gewinne der europäischen Unternehmen im vierten Quartal im Schnitt um 14,6 Prozent gestiegen. Vergangene Woche lagen die Schätzungen dafür noch bei elf Prozent.

Gut an kamen am Freitag die Zahlen des französischen Autobauers Renault. Dessen Papiere kletterten an der Pariser Börse um 2,7 Prozent. Dank kräftig gestiegener Verkäufe in Europa stieg der Umsatz um rund 15 Prozent. Zudem verdiente Renault 2017 so viel wie noch nie. Der operative Gewinn legte um 17,4 Prozent auf 3,85 Milliarden Euro zu.

Anleger griffen auch zu Aktien des Ölkonzerns Eni. Nach einer Gewinnverdoppelung im vierten Quartal gaben die Italiener einen optimistischen Ausblick. Die Aktien legten mehr als zwei Prozent zu.

Etwas durchwachsen fiel die Kursreaktion auf die Zahlen bei Allianz aus. Nach anfänglichen Gewinnen lagen die Titel 0,7 Prozent schwächer bei 188,22 Euro. Der Münchner Versicherer hielt das operative Ergebnis im vergangenen Jahr stabil bei 11,1 Milliarden Euro. “Die Zahlen boten keine großen Abweichungen von dem, was erwartet worden war”, schrieben die Analysten von Baader Helvea. Als etwas enttäuschend werteten Börsianer aber den vorsichtigen Ausblick auf 2018.

PENSIONSVEREINBARUNG LASTET AUF AIR FRANCE KLM

Im Sinkflug waren dagegen Aktien der Fluggesellschaft Air France KLM, die mehr als sechs Prozent nachgaben. Eine neue Pensionsvereinbarung mit den Piloten und dem Bordpersonal von KLM brockte dem Mutterkonzern in Paris trotz eines starken Geschäftsjahres einen Nettoverlust von 274 Millionen Euro ein.

Aus Enttäuschung über eine niedriger als erwartet ausgefallene Gewinnbeteiligung verloren die Papiere des Rüstungskonzerns Saab an der Börse in Stockholm 10,6 Prozent. Sie notieren mit 338,40 Kronen so tief wie seit vierzehn Monaten nicht mehr. Die Schweden wollen eine Dividende von 5,50 Kronen zahlen, Analysten hatten im Schnitt mit 6,15 Kronen gerechnet.

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