March 1, 2018 / 11:06 AM / 7 months ago

Zinssorgen und schwache Firmenbilanzen setzen Börsen zu

Frankfurt (Reuters) - Aus Furcht vor einer aggressiveren Geldpolitik der US-Notenbank ziehen sich Anleger aus den europäischen Aktienmärkten zurück.

The German share price index, DAX board, is seen at the stock exchange in Frankfurt, Germany, February 28, 2018. REUTERS/Staff/Remote

Zudem verdarben ihnen eine Reihe enttäuschender Firmenbilanzen und drohende US-Strafzölle auf Stahl und Aluminium die Laune. Der Dax verlor am Donnerstag zwei Prozent auf 12.190,94 Punkte, der EuroStoxx50 büßte 1,3 Prozent auf 3393,95 Zähler ein. An der Wall Street pendelten die Indizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 um ihren jeweiligen Schlusskurse vom Mittwoch.

Im Mittelpunkt des Interesses stand der zweite Teil der Anhörung von Jerome Powell vor dem US-Kongress. Dabei sagte der neue Notenbankchef, er sehe keine deutlichen Anzeichen für einen starken Anstieg der Löhne oder eine Überhitzung der Konjunktur. Allerdings wolle die Fed die geldpolitischen Zügel auch nicht zu langsam anziehen, weil sie mit anschließenden raschen Zinserhöhungen den Aufschwung gefährde. Am Dienstag hatten Investoren Powells Aussagen zum Wirtschaftswachstum als Signal gewertet, dass die Fed die Zinsen 2018 vier Mal anheben wird. Bislang waren lediglich drei Schritte erwartet worden.

US-ANLEIHERENDITEN UND DOLLAR STEIGEN - ÖLPREIS FÄLLT

Vor diesem Hintergrund stieg der Renditeabstand zwischen den niedriger verzinsten zweijährigen Bundesanleihen und ihren höher verzinsten US-Pendants zeitweise auf den höchsten Stand seit mehr als 20 Jahren. Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, legte ebenfalls zu und markierte mit 90,932 Punkten ein Sechs-Wochen-Hoch. Der Euro kostete 1,2212 Dollar.

Den Rohstoffen machte die Stärke der US-Währung dagegen zu schaffen, weil sie dadurch für Anleger außerhalb der USA unattraktiver werden. Die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich zeitweise um 2,4 Prozent auf 63,19 Dollar je Barrel (159 Liter). Sie litt zusätzlich unter der Rekord-Ölförderung in den USA.

US-STAHLWERTE IM PLUS - EUROPÄISCHE RIVALEN IM MINUS

Bei den Unternehmen standen die Stahl- und Aluminiumwerte im Rampenlicht. US-Präsident Donald Trump lud Manager aus diesen beiden Branchen ins Weiße Haus ein. Spekulationen über eine unmittelbar bevorstehende Ankündigung von Strafzöllen auf Importe wies das Präsidialamt allerdings zurück. AK Steel sowie Century Aluminium lagen am Abend dennoch jeweils etwa 2,5 Prozent im Plus. US Steel stiegen in der Spitze sogar auf ein Sechseinhalb-Jahres-Hoch von 47,18 Dollar. Im Gegenzug verloren europäische Rivalen wie ArcelorMittal oder Salzgitter bis zu drei Prozent.

BEIERSDORF-AUSBLICK KOMMT NICHT GUT AN

Unter Verkaufsdruck geriet auch Beiersdorf. Die Papiere des Nivea-Herstellers fielen um 4,5 Prozent auf 86,08 Euro. Das ist der größte Tagesverlust seit zweieinhalb Jahren. Der Netto-Quartalsergebnis bleibe hinter den Erwartungen zurück, urteilte Analystin Laura Cherdron von Independent Research. Enttäuschend sei zudem die Aussicht auf eine stagnierende Gewinnmarge.

Gefragt waren dagegen die Anteilsscheine von Anheuser-Busch. Der weltgrößte Bierbrauer habe mit seiner Quartalsbilanz die bereits hohen Markterwartungen übertroffen, urteilten die Morgan Stanley-Experten. Der Ausblick sei ebenfalls ermutigend. Anheuser-Titel gewannen 2,2 Prozent.

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