March 6, 2018 / 11:08 AM / 7 months ago

Börsianer schieben Furcht vor Handelskrieg beiseite

Frankfurt (Reuters) - An Europas Börsen haben Anleger ihre Sorgen um einen möglichen Handelskrieg mit den USA beiseite geschoben und bei Aktien zugegriffen.

The German share price index, DAX board, is seen at the stock exchange in Frankfurt, Germany, March 6, 2018. REUTERS/Staff/Remote

Der Dax kletterte am Dienstag um 1,2 Prozent auf 12.234 Zähler, der EuroStoxx50 gewann 0,8 Prozent auf 3383 Punkte. “Das Thema Handelskrieg schwebt zwar noch immer wie eine dunkle Wolke über den Märkten”, sagt Milan Cutkovic, Marktanalyst bei AxiTrader. Die Anleger seien aber erleichtert, dass US-Präsident Donald Trump mit seinem Protektionismus ziemlich alleine da stehe. “Niemand will eine Eskalation oder einen weltweiten Handelskrieg in Kauf nehmen.”

In der US-Wirtschaft hat sich Widerstand gegen die von Trump geplanten Zölle auf Stahl und Aluminium formiert. Viele Firmen fürchten höhere Kosten und Engpässe bei der Belieferung mit dem Material. Auch im Trump-Lager sind die Pläne umstritten. Bislang will der US-Präsident jedoch an seinem Vorhaben festhalten.

In der vergangenen Woche hatte Trumps Ankündigung für deutliche Turbulenzen am Markt gesorgt. Der Dax fiel um fast fünf Prozent und rutschte erstmals seit August wieder unter die Marke von 12.000 Punkten. Seit Montag geht es nun langsam wieder bergauf. “Auf dem aktuellen Kursniveau sind einige Schnäppchenjäger unterwegs, die auf eine zumindest temporäre Erholung spekulieren”, sagte Thomas Altmann, Portfoliomanager bei QC Partners.

VW ARBEITET SICH AN DAX-SPITZE

Auf Erholungskurs gingen am Dienstag vor allem die Volkswagen-Aktien, die mit einem Plus von 3,3 Prozent an der Dax-Spitze standen. In den vergangenen fünf Handelstagen hatten sie mehr als sieben Prozent verloren. Die Papiere des Wolfsburger Konzerns profitierten aber auch von der möglichen Aufspaltung des Konzerns, sagte ein Börsianer. Genährt wurden diese Spekulationen von Aussagen des VW-Chef Matthias Müller in Reuters TV zu einem möglichen Börsengang der Nutzfahrzeugsparte. “Das ist eine Überlegung, mit der wir uns permanent zu beschäftigen haben. Da geht es nicht nur um Truck & Bus, sondern um die Schlagkraft des VW-Konzerns insgesamt.” Einem Insider zufolge diskutiert das Management bereits mit den Eignern und dem Betriebsrat einen umfassenden Konzernumbau. Die Papiere von BMW und Daimler notierten jeweils 1,4 Prozent fester.

Keinen guten Tag erwischten die ProSiebenSat.1-Aktien, die laut dem Index-Entscheid der Deutschen Börse von Covestro aus dem Dax verdrängt werden. Die Anteilsscheine des Kunststoffherstellers, die bislang im MDax notiert sind, kletterten in der Spitze um 4,6 Prozent auf 92,34 Euro. Für ProSieben ging es um mehr als acht Prozent bergab. Börsianer machten eine negative Studie des Analysehauses Viceroy für den Kursrutsch verantwortlich. Darin kritisierten die Autoren die mangelnde Transparenz bei ProSieben. Vergangene Woche hatte die südafrikanische Regierung die Finanzaufsicht beauftragt, mögliche Marktmanipulationen durch Viceroy zu untersuchen. Grund hierfür war ein negativer Kommentar zur südafrikanischen Bank Capitec, deren Aktie daraufhin um 25 Prozent eingebrochen war.

INVESTITIONSFREUDE VON JUST EAT VERGRAULT ANLEGER

An der Londoner Börse schreckte die Investitionsfreude des britischen Online-Essenslieferdienstes Just Eat die Anleger ab. Im laufenden Jahr würden angesichts des scharfen Wettbewerbs in der Branche umgerechnet rund 56 Millionen Euro investiert, kündigte das Unternehmen am Dienstag an, ohne Details zu nennen. Die Aktien brachen in der Spitze um bis zu 14,9 Prozent ein. Im vergangenen Jahr hatten die Papiere 71 Prozent zugelegt.

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