May 29, 2018 / 10:24 AM / 6 months ago

Europas Börsen erholen sich leicht vom Italien-Schock

Frankfurt (Reuters) - Nach dem jüngsten Ausverkauf haben Europas Anleger am Mittwoch etwas Luft geholt.

A trader works at Frankfurt's stock exchange in Frankfurt, Germany, April 6, 2018. REUTERS/Ralph Orlowski

Unterstützung kam aus Rom, wo der designierte Chef einer Technokratenregierung, Carlo Cottarelli, laut einem Medienbericht doch noch Chancen für eine von Politikern geführte ordentliche Koalitionsregierung sieht. Dies verhalf der Börse in Mailand zu einem Plus von zwei Prozent. Der Dax stieg um 0,9 Prozent auf 12.783 Punkte, der EuroStoxx50 trat allerdings auf der Stelle. Auch der Euro holte die Verluste vom Dienstag auf und notierte am Abend bei 1,1655 Dollar. An der Wall Street lag der Dow Jones zum europäischen Handelsschluss ein Prozent im Plus.

Entwarnung mochten Börsianer aber nicht geben. Schließlich seien Neuwahlen in Italien immer noch nicht vom Tisch. “Das dürfte auch die Sorgen um den Zusammenhalt der Euro-Zone am Kochen halten”, sagte Kapitalmarktstratege Martin Lück vom Vermögensverwalter Blackrock.

Cottarelli erklärte am Mittwoch, es seien neue Möglichkeiten für eine politische Regierungsbildung aufgetaucht. Ob dies gelingen wird, hängt aber auch von Staatspräsident Sergio Mattarella ab, der einem neuen Kandidaten für das Amt des Wirtschaftsministers den Segen geben müsste. Anleger fürchten, dass aus Neuwahlen die rechtsextreme Lega und die populistische 5-Sterne-Bewegung eher gestärkt hervorgehen könnten. Daher wird von vielen Analysten eine Neuwahl als Abstimmung über Italiens Zukunft in der Euro-Zone interpretiert.

Daneben schwelt die Regierungskrise in Spanien weiter. Ministerpräsident Mariano Rajoy und seine konservative PP sind wegen eines Korruptionsskandals unter Druck geraten. In Madrid erholte sich die Börse am Mittwoch nur leicht um 0,2 Prozent, nachdem sie am Dienstag um 2,5 Prozent eingebrochen war. Auch in Lissabon zogen die Kurse um 1,4 Prozent an.

Die Erholung war auch am Rentenmarkt zu spüren: Die italienischen Staatsanleihen standen wieder höher im Kurs, so dass die Renditen nachgaben und sich damit potenziell die Refinanzierungskosten der Regierung verringern.

FINANZWERTE HOLEN ETWAS AUF

Mit der Erholung am Rentenmarkt ging es auch mit vielen Finanztiteln wieder nach oben - wenn auch sehr gemächlich. Die Aktien der Deutschen Bank, die am Dienstag erstmals seit Herbst 2016 unter die Marke von zehn Euro gefallen waren, stiegen zwar um 0,5 Prozent, blieben mit 9,86 Euro aber unter der psychologisch wichtigen Marke. Commerzbank erholten sich ebenfalls kaum. Anleger fürchten, die Banken sitzen auf hohen Bergen südeuropäischer Staatsanleihen. Auch die Papiere der spanischen Banco Santander zogen nur leicht um ein Prozent an.

Zu den Dax-Favoriten zählten Bayer mit einem Aufschlag von beinahe vier Prozent. Der Konzern hat mit der Genehmigung des US-Justizministeriums die entscheidende Hürde für die milliardenschwere Übernahme von Monsanto genommen. Eine Kaufempfehlung der Commerzbank verhalf den Papieren des Pharmakonzerns Merck mit einem Plus von knapp vier Prozent ebenfalls an die Dax-Spitze.

Die in Mailand und New York gelisteten Aktien von FiatChrysler stiegen um rund fünf Prozent. Einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge denkt das Unternehmen über einen Rückzug der Marke Fiat aus China und den USA nach. Chrysler-Fahrzeuge sollten künftig fast ausschließlich in den USA verkauft werden.

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