November 5, 2018 / 10:25 AM / in 10 days

Börsen schalten vor US-Zwischenwahlen in 'Stand-By'-Modus

The German share price index DAX board is reflected in a glass at the stock exchange in Frankfurt, Germany, December 8, 2016. REUTERS/Ralph Orlowski

Frankfurt (Reuters) - Nach der Kursrally der vergangenen Woche haben die Anleger in Europa am Montag den Fuß vom Gas genommen.

Der Dax notierte am Nachmittag bei 11.535 Punkten zwar etwas höher. Doch waren Händler skeptisch, dass die Kauflaune der Anleger so kurz vor den wichtigen US-Zwischenwahlen die Kurse noch weiter in die Höhe trägt. Der EuroStoxx50 stieg um 0,3 Prozent auf 3223 Zähler. Dabei waren die Umsätze aber relativ gering. Denn viele Anleger wollten unmittelbar vor den Zwischenwahlen in den USA kein Risiko eingehen. Auch für die Wall Street signalisierten die US-Futures allenfalls leichte Kursgewinne. Vergangene Woche hatte der Dax 2,8 Prozent gewonnen.

Am Dienstag stimmen die US-Amerikaner über den Kongress sowie ein Drittel des Senats ab. Präsident Donald Trump und sein Vorgänger Barack Obama lieferten sich am Wochenende eine Art Fernduell um die Gunst der Wähler, obwohl beide nicht zur Wahl stehen. Umfragen zufolge könnten die Demokraten Trumps Republikanern ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus streitig machen. Bleibt alles wie es ist, könnte dies bei einigen Anlegern, die auf weitere Steuersenkungen gesetzt haben, für Erleichterung sorgen. Daneben sorgte der schwelende Handelsstreit und die laufende Bilanzsaison für Zurückhaltung.

Am Ölmarkt wirkten sich die nunmehr in Kraft gesetzten neuen US-Sanktionen gegen den Iran kaum mehr auf die Preise aus. Ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent verbilligte sich in der Spitze um 0,8 Prozent auf 72,26 Dollar. Der Effekt der Sanktionen werde auch durch Ausnahmen abgemildert, sagte ein Analyst.

Im Fokus - vor allem auch am Devisenmarkt - blieb das Auf und Ab bei den Brexit-Verhandlungen. Das Pfund Sterling notierte bei 1,2975 Dollar kaum verändert. Spekulationen auf einen Durchbruch bei den Verhandlungen stützten die britische Währung zeitweise. Gegenteilige Vermutungen drückten es wieder.

DEUTSCHE-BANK-ANLEGER VON STRESSTEST UNBEEINDRUCKT

Im Dax waren Infineon mit zwei Prozent Abschlag das Schlusslicht. “Da machen einige Anleger Kasse”, sagte ein Börsianer. Die Aktien des Halbleiterherstellers hatten in der vergangenen Woche 15 Prozent gewonnen. Dagegen holten mit Fresenius Medical Care (FMC) und Wirecard zwei der größten Verlierer der vergangenen Woche etwas auf. Sie gewannen je etwa zwei Prozent.

Bei den Werten aus der zweiten Reihe legten Siemens Healthineers um bis zu 4,5 Prozent zu. Die Siemens-Medizintechniktochter übertraf im vierten Quartal beim Umsatz und Gewinn die Prognosen und setzt künftig auf ein anziehendes Diagnostik-Geschäft.

Gesprächsthema war auch der jüngste Banken-Stresstest, dessen Ergebnisse am Freitagabend veröffentlicht wurden: Dabei zeigten sich Anleger bei einigen Häusern wie der Deutschen Bankaber wenig beeindruckt von deren relativ schlechtem Abschneiden. Immerhin seien die Banken ja stabiler als vor ein paar Jahren, sagte ein Händler. Die Titel der Deutschen Bank lagen am Nachmittag etwa 0,5 Prozent im Minus. Längere Gesichter gab es dagegen bei Aktionären einiger italienischer Instituten, darunter Intesa SanPaolo. Deren Titel fielen um etwa zwei Prozent - trotz eines guten Abschneidens beim Stresstest. Anleger folgten aber offenbar einer Verkaufsempfehlung von Goldman Sachs.

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