August 9, 2019 / 4:05 PM / 13 days ago

Europas Anleger üben sich in Zurückhaltung - Osram im Licht

Bull and bear statues are pictured outside Frankfurt's stock exchange in Frankfurt, Germany, December 17, 2015. European shares surged on Thursday as investors took the U.S. Federal Reserve's interest rate rise and the prospect of further tightening as a sign of confidence in the world's biggest economy. REUTERS/Ralph Orlowski

Frankfurt (Reuters) - Konjunktursorgen, der schwelende Handelsstreit zwischen den USA und China und jetzt auch noch die Regierungskrise in Italien - viele Anleger in Europa schreckten am Montag vor größeren Käufen zurück.

Dax und EuroStoxx50 gaben jeweils 0,1 Prozent auf knapp 11.680 und 3329 Punkte nach. Die große Verkaufswelle sei vorerst vorbei, sagte Thomas Altmann, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter QC Partners. Nun hielten die Anleger die Füße still: “Viele haben Angst, zu früh zu kaufen. Und mindestens genau so viele haben Angst, ihre Aktien jetzt zum falschen Zeitpunkt zu verkaufen.” In den USA gaben die Kurse ebenfalls nach.

Unbehagen bereitete Investoren vor allem der ungelöste Zollstreit zwischen den USA und China. Am Wochenende hatte US-Präsident Donald Trump die für September geplante nächste Verhandlungsrunde zur Beilegung des Konflikts infrage gestellt. Sein Handelsberater Peter Navarro betonte dagegen, die Gespräche würden wie geplant fortgesetzt. Die US-Bank Goldman Sachs rechnet nun nicht mehr damit, dass der Handelskonflikt vor der US-Präsidentschaftswahl 2020 beigelegt werden kann.

Außerdem blickten Börsianer in Richtung Rom: Für gute Stimmung sorgte die Ratingagentur Fitch mit ihrer Entscheidung vom Freitagabend: “Fitch hat sein Rating unverändert gelassen, und einige Marktteilnehmer könnten nun darauf wetten, dass sich Neuwahlen verzögern”, sagte Sebastian Fellechner, Anleihestratege bei der DZ Bank. Lega-Chef und Vize-Ministerpräsident Matteo Salvini strebt Neuwahlen an, im Senat wollen die Fraktionschefs über einen Termin für den geplanten Misstrauensantrag gegen die Regierung beraten. Doch der Widerstand gegen Neuwahlen wächst. Anleger deckten sich wieder mit italienischen Staatsanleihen ein, die sie am Freitag aus den Depots geworfen hatten. Dies drückte die Rendite der zehnjährigen Titel auf 1,713 Prozent.

Die Spannungen in Hongkong treiben nach Einschätzungen der Commerzbank den Dollar-Kurs nach oben. Der Euro sackte im Gegenzug zeitweise um bis zu 0,3 Prozent auf 1,1160 Dollar ab. Hintergrund seien die jüngsten Nachrichten aus Hongkong, wo sich die Lage nach Äußerung eines chinesischen Regierungsvertreters an einem kritischen Scheidepunkt befinde, sagte Ulrich Leuchtmann, Chef-Devisenanalyst bei der Commerzbank: “Bei politischen Unsicherheiten ist es ein Reflex des Marktes, Dollar zu kaufen.”

AMS WILL FINANZINVESTOREN AUSSTECHEN UND OSRAM ÜBERNEHMEN

Bei den Aktienwerten rückte Osram ins Rampenlicht. Angesichts eines geplanten Übernahmeangebots des österreichischen Apple-Zulieferers AMS von 38,50 Euro je Aktie legten die Titel des deutschen Lichttechnik-Konzerns mehr als elf Prozent auf 35,35 Euro zu. Die in der Schweiz notierten AMS-Papiere verloren dagegen bis zu 11,9 Prozent. Die Übernahme sei zwar strategisch sinnvoll, schrieb Analyst Christian Sandherr vom Bankhaus Hauck & Aufhäuser. Da viele Großaktionäre aber über dem aktuellen Kurs bei Osram eingestiegen seien, werde AMS die Offerte eventuell nachbessern müssen.

Die Aktien der Commerzbank fielen um bis zu 4,5 Prozent auf ein Rekordtief von 5,02 Euro. Nach der gescheiterten Fusion mit der Deutschen Bank stellt der Bund seine gut 15-prozentige Beteiligung an der Commerzbank auf den Prüfstand. Außerdem drückt die steigende Risikovorsorge für faule Kredite den Gewinn.

In London stürzten die Papiere von Thomas Cook zeitweise um mehr als 35 Prozent ab. Der angeschlagene Tourismus-Pionier benötigt eine Kapitalspritze von insgesamt umgerechnet rund einer Milliarde Euro. Die Gespräche mit Anlegern seien bereits weit fortgeschritten.

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