April 24, 2020 / 1:39 PM / a month ago

EU-Krisenpläne reichen Anlegern nicht - Börsen schwächer

Picture shows a detail of the German share index DAX board during a trading session at Frankfurt's stock exchange in Frankfurt, Germany, March 13, 2020. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Frankfurt (Reuters) - Europas Anleger haben ihre Hoffnungen auf eine schnelle Börsenerholung nach dem EU-Gipfel zur Corona-Pandemie am Freitag begraben. ÂDer Dax verlor 1,7 Prozent auf 10.336 Punkte, der EuroStoxx50 fiel um rund anderthalb Prozent. An der Wall Street machte sich nach einem freundlichen Handelsstart Nervosität breit. Der Dow-Jones-Index rutschte ins Minus.

“Die Investoren senken den Daumen über den Plan, den die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Kommission für die nächste Zeit entworfen haben” sagte Ökonom Stefan Koopman von der Rabobank. Viele Dinge blieben ungeklärt, wie die Ausgestaltung des geplanten Wiederaufbaufonds. “Es wird nicht als genug angesehen - es wird nur als Notlösung wahrgenommen, und die Märkte hoffen, etwas über den langfristigen Sanierungsplan zu hören, aber es fehlten eindeutig Details”, sagte Koopman.

ZITTERPARTIE AN DEN MÄRKTEN GEHT WEITER

Die Pandemie lähmt die Wirtschaft massiv. In Deutschland ist die Stimmung in den Chefetagen laut Ifo-Institut so schlecht wie nie zuvor. Mit einem Minus von 2,7 Prozent fiel der Dax-Wochenverlust so hoch aus wie seit gut einem Monat nicht mehr. Der Leitindex liegt aber immer noch rund 25 Prozent über seinen Tiefs von Mitte März. Doch diese Erholung steht nach Ansicht von Aktien-Stratege Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader auf tönernen Füßen. Das zeige auch die Nervosität nach einem Medienbericht zu angeblich enttäuschenden Testergebnissen bei einem als Hoffnungsträger gehandelten Coronavirus-Medikament namens Remdesivir. Der US-Hersteller Gilead wies das allerdings zurück und betonte, die fragliche Studie in China sei statistisch nicht aussagekräftig. Die Aktien des Pharmakonzerns gaben dennoch anderthalb Prozent nach.

Am Rentenmarkt waren Stützungskäufe im Fokus der Anleger. Italiens Notenbank hat am Freitag Marktinsidern zufolge ihre im Auftrag der EZB unternommenen Käufe von heimischen Staatsanleihen ausgeweitet. Die Rendite der zehnjährigen Anleihen fiel um rund zehn Basispunkte auf 1,899 Prozent. Zuvor war sie noch über die Marke von zwei Prozent geklettert. Angesichts der steigenden Verschuldung rechnen Experten mit einer Verschlechterung der Bonitätsnote des Landes.

LUFTHANSA IM SINKFLUG

Unter Druck standen auch die Aktien der wegen der Pandemie ins Trudeln geratenen Lufthansa. “Im Moment heißt es Staatshilfe oder das Ende”, urteilten die Experten des Brokerhauses Bernstein. Die Aktie fielen um acht Prozent und kosteten mit 7,18 Euro so wenig wie seit der Sars-Pandemie vor 17 Jahren nicht mehr. Insidern zufolge bereitet die Fluggesellschaft Anträge auf ein staatliches Hilfspaket in einem Volumen von bis zu zehn Milliarden Euro vor.

Auch Banken standen auf der Verkaufsliste, nachdem S&P den Daumen über die Commerzbank, die Deutsche Bank und andere Geldhäuser wegen der Corona-Krise gesenkt hatte. Die Deutsche-Bank-Aktien gaben 6,7 Prozent nach, Commerzbank rund vier Prozent.

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