April 28, 2020 / 10:24 AM / a month ago

Konjunkturoptimismus gibt Aktien Auftrieb - Ölpreis fällt

Frankfurt (Reuters) - In der Hoffnung auf eine rasche Erholung der Weltwirtschaft decken sich Anleger erneut mit Aktien ein.

A plastic bull figurine, symbol of the Frankfurt stock exchange is pictured in front of the share price index DAX board at the stock exchange in Frankfurt, Germany, May 8, 2017. REUTERS/Kai Pfaffenbach

“Immer mehr Länder gehen – wenn auch nur sehr kleine Schritte – aus dem Lockdown heraus in Richtung Normalität”, sagte Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets. “Und auch wenn die Corona-Krise noch längst nicht ausgestanden ist, es gilt weltweit mittlerweile zumindest nicht mehr die höchste Warnstufe.” Daher legen Dax und EuroStoxx50 am Dienstag jeweils etwa eineinhalb Prozent auf 10.795,63 und 2928,89 Punkte zu. Der US-Standardwerteindex Dow Jones gewann 0,3 Prozent.

Die Hoffnung auf ein V-förmige Erholung der Wirtschaft könnte sich allerdings als Trugschluss erweisen, warnte BayernLB-Analyst Wolfgang Kiener. Als Folge der Pandemie könnten die bislang eher sparunwilligen Verbraucher in angelsächsisch geprägten Ländern ihr Geld künftig stärker zusammenhalten. Ältere und teilweise kaufkräftige Konsumenten könnten noch für längere Zeit eher daheimbleiben. “Ein wichtiger Teilbereich des Konsums, der Tourismus, sollte sich überhaupt nur langsam erholen.”

Dennoch zogen sich Investoren aus “sicheren Häfen” wie der Weltleitwährung zurück. Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, verlor 0,2 Prozent. Im Gegenzug verteuerte sich der Euro auf 1,0846 Dollar. Die “Antikrisen-Währung” Gold verbilligte sich um 0,6 Prozent auf 1703,41 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm).

WTI ERNEUT IN FREIEM FALL - BRENT IM AUFWIND

Unterdessen gingen die Turbulenzen am Ölmarkt in eine neue Runde: Der Terminkontrakt auf die US-Sorte WTI fiel zeitweise um gut 21 Prozent auf 10,07 Dollar. “Für die geringe Nachfrage ist das Angebot weiterhin viel zu hoch”, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. Wegen der Coronavirus-Restriktionen ist der weltweite Energiebedarf um etwa 30 Prozent eingebrochen. Die unlängst beschlossene Drosselung der Fördermenge fängt nur einen Teil des Ausfalls auf.

Da die Rohöl-Lagerkapazitäten fast erschöpft seien, fürchteten Anleger einen Preisrutsch von WTI unter null wie vergangene Woche, sagte Harry Tchilinguirian, Chef-Anlagestratege für Erdöl bei der Bank BNP Paribas. Vor diesem Hintergrund entschloss sich der größte börsennotierte US-Ölfonds, aus den Juni-Futures auf WTI auszusteigen und in längerlaufende Kontrakte umzuschichten. Daraufhin fiel der Kurs des US Öil ETF um 3,4 Prozent auf ein Rekordtief von 2,12 Dollar.

UBS-ZAHLEN GEBEN BANKENBRANCHE AUFTRIEB

Zur insgesamt positiven Börsenstimmung trugen ermutigende Firmenbilanzen bei. So steigerte die UBS den Quartalsgewinn um überraschend starke 40 Prozent auf knapp 1,6 Milliarden Dollar. DZ-Bank-Analyst Markus Mischker lobte die Konzentration der Schweizer Großbank auf das Geschäft mit der Vermögensverwaltung. Dadurch drohten weniger Kreditausfälle als bei der Konkurrenz. UBS-Aktien stiegen in Zürich um sieben Prozent.

An der Wall Street gehörten Fiat Chrysler, Ford und General Motors (GM) mit Kursgewinnen von bis zu 3,4 Prozent zu den Favoriten. Dem “Wall Street Journal” zufolge wollen die drei Autobauer die Produktion in ihren US-Werken ab dem 18. Mai wieder anlaufen lassen.

Wirecard verbuchten mit einem Kursminus von gut 26 Prozent dagegen den größten Tagesverlust seit fast zwölf Jahren. Ein Sonderprüfungsbericht durch KPMG räumte nicht alle Vorwürfe angeblicher Bilanztricksereien des Zahlungsabwicklers aus. “Ein Freispruch sieht anders aus”, kritisierte NordLB-Analyst Wolfgang Donie. “Neuen Vorwürfen bleibt damit Tür und Tor geöffnet.” Die Aussichten auf ein anhaltend dynamisches Wachstum würden dadurch allerdings kaum beeinträchtigt.

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