March 4, 2019 / 8:46 AM / 20 days ago

Japans Unternehmen locken Anleger mit Aktienrückkäufen

FILE PHOTO - A Japanese national flag flutters near a gas flare from a factory at Keihin industrial zone in Kawasaki, south of Tokyo August 31, 2010. REUTERS/Toru Hanai/File Photo

- von Ayai Tomisawa und Alun John

Tokio/Hongkong, 03. Mär (Reuters) - Japanische Firmen haben ein ungewöhnliches Problem: “Sie haben einfach zu viel Bargeld in ihrer Bilanz”, sagt Kin Chan, Chef-Anleger des Vermögensverwalters Argyle Street.

Für Investoren eröffnet sich dadurch die Chance eines lang anhaltenden Geldregens.

Erste Unternehmen hübschen sich bereits mit Ausschüttungen für Anleger auf. Seit Beginn des aktuellen Geschäftsjahres am 1. April 2018 kündigten Firmen wie der Technologieinvestor SoftBank und der Elektronikriese Sony Aktienrückkäufe im Gesamt-Volumen von umgerechnet 52 Milliarden Euro an. Dem Branchendienst I-N Information zufolge ist dies der höchste Wert seit 2003, als die aktuellen Bestimmungen für Aktienrückkäufe in Kraft gesetzt wurden. “Um ausländische Investoren anzulocken, sollten Unternehmen diesem Pfad weiter folgen”, sagt Seth Fischer, Gründer des aktivistischen Investors Oasis. Er drängt japanische Firmen seit längerem zu verstärkten Aktienrückkäufen.

Die Regierung in Tokio versucht mit neuen Gesetzen, dies zu forcieren. Daher rechnen die Analysten der US-Bank Goldman Sachs für das Geschäftsjahr 2019/2020 mit einem Volumen von 62 Milliarden Euro an Aktienrückkäufen. Dies werde die Aktienkurse in die Höhe treiben, prognostiziert Nicholas Smith, Anlagestratege für Japan beim Brokerhaus CLSA. “Ich sage Anlegern, dass die Geschenke immer noch unter dem Weihnachtsbaum liegen.”

HOHE BARGELD-BESTÄNDE WAREN BISLANG EHER BELASTUNGSFAKTOR

Denn die Bargeld-Polster der japanischen Firmen sind mehr als üppig. Dem Finanzministerium zufolge saßen sie zum Ende des Geschäftsjahres 2017/2018 auf Beständen in Höhe von 3,562 Billionen Euro. Das ist genug Geld, um sämtliche Unternehmen aus dem Dax und dem EuroStoxx50 komplett zu kaufen. Auch hätten 56 Prozent aller japanischen Firmen noch Geld übrig, wenn sie morgen ihre Schulden vollständig zurückzahlen würden, rechnen CLSA-Experten vor. In den USA oder Europa liege die Quote bei weniger als 20 Prozent.

Aus Sicht von Investoren sind hohe Bargeld-Bestände nicht unbedingt positiv. Denn sie drücken die Eigenkapitalrendite, die den Gewinn eines Unternehmens aus einer Investition misst und als wichtiges Entscheidungskriterium für den Kauf einer Aktie gilt. Vor diesem Hintergrund verkauften ausländische Investoren im vergangenen Jahr unter dem Strich japanische Papiere im Volumen von 104 Milliarden Euro. 2017 hatten sie netto noch für 15 Milliarden Euro zugekauft.

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