December 12, 2014 / 12:37 PM / 5 years ago

Rubel-Verfall immer dramatischer - Ölpreis belastet

People walk past a shop with a sale advertisement in St. Petersburg November 7, 2014. A deepening crisis of confidence in the ruble dominated European financial markets on Friday, with signs the head of Russia's central bank was discussing her options helping the currency recover some of this week's more than 10-percent slide. REUTERS/Alexander Demianchuk (RUSSIA - Tags: BUSINESS)

Frankfurt (Reuters) - Die Talfahrt des Rubel ist nicht zu stoppen: Der Dollar legte zur russischen Währung in der Spitze um 2,7 Prozent zu und stieg auf ein Rekordhoch von 57,99 Rubel.

Der Euro markierte mit 72,14 Rubel am Freitag ebenfalls einen neuen Bestwert. Händlern zufolge sah sich die russische Zentralbank zu erneuten Stützungskäufen gezwungen. Um zum Dollar die Marke von 58 Rubel zu halten, habe sie vermutlich rund 700 Millionen Dollar in den Markt gepumpt, sagte Aleksei Worobjow von der Wosroschdenie Bank.

Erst am Donnerstag hatte die Zentralbank entschieden, den Schlüsselzins um einen Punkt auf 10,5 Prozent hochzuschrauben, um die Flucht der Investoren zu stoppen. Das sei zu wenig und zu spät, kommentierten die Commerzbank-Analysten. “Zumal dieser Schritt nicht von anderen regulatorischen oder quantitativen Maßnahmen begleitet wurde, welche die Währung hätten unterstützen können.” Zwar ist teureres Zentralbank-Geld Gift für die schwächelnde russische Wirtschaft, doch höhere Renditen locken normalerweise Investoren an und führen zu einer Stärkung der heimischen Währung. Zudem sind Rubel-Guthaben durch höhere Zinsen besser gegen Inflation geschützt.

WIRTSCHAFT LEIDET UNTER SANKTIONEN UND ÖLPREISVERFALL

Der Rubel steht seit Monaten unter Druck und hat seit Jahresbeginn zum Dollar etwa 70 Prozent und zum Euro mehr als 50 Prozent seines Wertes eingebüßt. Die russische Wirtschaft leidet unter den westlichen Sanktionen in Folge der Ukraine-Krise. Außerdem brechen dem Land durch die anhaltende Talfahrt der Ölpreise die Export-Einnahmen weg. Nordsee-Öl der Sorte Brent war mit 62,75 Dollar je Fass so billig wie seit fünfeinhalb Jahren nicht mehr. Neben der Überproduktion - vor allem in Nordamerika - machen Experten die schwache Konjunktur in Europa und China für den Preisrutsch verantwortlich.

Auch am Moskauer Aktienmarkt hielt die Kapitalflucht der Investoren an. Der Leitindex RTS fiel zum Wochenschluss um bis zu 4,8 Prozent auf 784,53 Punkte, den tiefsten Stand seit fast sechs Jahren. Seit Jahresbeginn hat der Index fast 43 Prozent an Wert eingebüßt.

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