August 12, 2015 / 10:00 AM / 4 years ago

Yuan-Turbulenzen senden Schockwellen durch die Märkte

- von Daniela Pegna und Hakan Ersen

A Chinese one yuan coin is put above a Chinese 100 yuan banknote in this picture illustration taken in Beijing May 11, 2013. Investors convinced China's currency is once again a one-way bet upward should think again: signs of slowing economic growth could cut short the yuan's rally. Picture taken May 11. To match Analysis CHINA-YUAN/SPECULATION REUTERS/Petar Kujundzic (CHINA - Tags: BUSINESS)

Frankfurt (Reuters) - Die erneute Abwertung der chinesischen Landeswährung Yuan lässt die Märkte erzittern.

An den Aktienbörsen in Europa und Asien ging es am Mittwoch ordentlich bergab, auch die Rohstoffpreise gerieten ins Rutschen. Wenn die chinesische Zentralbank den Yuan so stark fallen lasse, “müssen die Sorgen um die Wirtschaft schon groß sein”, urteilte Masashi Murata von der US-Privatbank Brown Brothers Harriman. NordLB-Analyst Frederik Kunze sieht es genauso: Die Maßnahmen der chinesischen Zentralbank ließen Zweifel an der konjunkturellen Verfassung Chinas aufkommen, erkläre er. Die Volksrepublik ist einer der wichtigsten Absatzmärkte für Europa und die USA - mit der Abwertung des Yuan werden Exporte nach China teurer, chinesische Waren auf dem Weltmarkt dagegen wettbewerbsfähiger.

Peking versucht derzeit mit aller Macht, sich gegen eine deutliche Abkühlung der chinesischen Wirtschaft zu stemmen. Die Notenbank hob den Referenzkurs des Dollar zum Yuan den zweiten Tag in Folge kräftig an. Der Greenback stieg auf ein Vier-Jahres-Hoch von 6,4510 Yuan. Einige Experten befürchten nun einen Abwertungswettlauf, der die weltweite Wirtschaft in Turbulenzen stürzen könnte.

AUTOWERTE LEIDEN UNTER CHINA-SORGEN

Der Dax fiel in der Spitze um 2,7 Prozent unter die Marke von 11.000 Punkten und markierte mit 10.983 Zählern den tiefsten Stand seit fünf Wochen. Schwächer notierten vor allem die Aktien der exportorientierten Autobauer, die unter der Furcht vor einem Nachfrageeinbruch in China litten. Daimler und BMW verloren jeweils mehr als drei Prozent. Der EuroStoxx50 gab drei Prozent nach - seit Dienstag kommen Dax und EuroStoxx50 auf einen Abschlag von rund fünf Prozent. Auch die Börsen asiatischer Staaten, deren Wirtschaftswachstum vom Export abhängt, gerieten unter Druck. In Südkorea, Taiwan und Singapur brachen die Indizes um bis zu drei Prozent ein. Die beiden Letzteren fielen dabei jeweils auf den tiefsten Stand seit eineinhalb Jahren.

Die Börse in Sydney ging mit einem Abschlag von 1,7 Prozent ebenfalls auf Tauchstation. China ist der wichtigste Abnehmer australischer Rohstoffe wie Eisenerz oder Kupfer. Der australische Dollar fiel auf ein Sechs-Jahres-Tief von 0,7216 US-Dollar.

“Es ist zwar noch zu früh, um zu beurteilen, ob dies der Beginn einer nachhaltigen Abwertung des Yuan ist”, sagte Rajeev De Mello, Chef des Geschäfts mit asiatischen Anleihen beim Vermögensverwalter Schroders. “Aber andere Zentralbanken könnten sich gezwungen sehen, dem Beispiel zu folgen und in den Industrienationen eine neue Runde des Abwertungswettlaufs einzuläuten.” Vor dem Hintergrund spekulierten einige Anleger bereits auf eine Verschiebung der Zinserhöhung in den USA. Der Euro kletterte um mehr als einen US-Cent auf 1,1157 Dollar und war damit so teuer wie zuletzt Mitte Juli.

PREIS FÜR NICKEL IM FREIEN FALL

Bei den Rohstoffen stürzte der Preis für Nickel, das für die Stahl-Herstellung benötigt wird, zeitweise um mehr als 15 Prozent ab. Dies war der größte Kursrutsch seit vier Jahren. Kupfer fiel in der Spitze auf ein Sechs-Jahres-Tief von 5062 Dollar. Da die Wechselkurs-Entwicklung das Metall für chinesische Käufer verteuere, würden sie erst einmal weniger ordern, sagte UBS-Analyst Daniel Morgan.

Zuflucht fanden einige Anleger in Bundesanleihen, die gerne als sichere Häfen angesteuert werden. Die Kurse stiegen, im Gegenzug fiel die Rendite der zweijährigen Titel auf ein Rekordtief von minus 2,888 Prozent. Die “Antikrisen-Währung” Gold verteuerte sich um ein Prozent auf 1119,80 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm).

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