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Marktnachrichten

Börsen auf Tauchstation - Bankaktien im freien Fall

Frankfurt (Reuters) - Immer mehr Anleger entziehen den Banken das Vertrauen: Nach einer Serie von Hiobsbotschaften rauschten Finanzwerte am Donnerstag erneut in den Keller und rissen Dax & Co. mit in die Tiefe.

A man looks at a screen displaying news of markets update inside the Bombay Stock Exchange (BSE) building in Mumbai, India, February 11, 2016. Indian shares fell more than 3 percent on Thursday and headed for their biggest daily falls in nearly six months, hitting their lowest levels since May 2014, as fears of a slowdown in the global economy hit markets worldwide. REUTERS/Danish Siddiqui

Auch an der Wall Street in New York war die Stimmung am Donnerstag schlecht. Viele Investoren fürchten, dass die Weltwirtschaft ins Straucheln gerät, sich Kreditausfälle häufen und Banken deshalb Probleme bekommen.

“Es herrscht Panikstimmung an den Börsen”, sagte Andreas Paciorek vom Brokerhaus CMC Markets. “Investoren wollen nur noch raus aus Risikopapieren rein in sichere Häfen wie Gold und den japanischen Yen.” Öl ins Feuer goss der Internationale Währungsfonds (IWF), der den Kursverfall der Bankaktien als “Anlass zur Sorge” bezeichnete. Die Finanzminister Deutschlands und Frankreichs versuchten derweil, die Anleger zu beruhigen. Sie bezeichneten die Kursturbulenzen als überzogen.

An der Frankfurter Börse fiel der Dax um 2,9 Prozent auf 8752,87 Punkte - den niedrigsten Schlusskurs seit Oktober 2014. Der EuroStoxx50 büßte sogar 3,9 Prozent auf 2680,35 Zähler ein. An der Wall Street gaben Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 bis zu 2,2 Prozent nach.

Das schlimmste stehe den Börsen aber noch bevor, warnte Anlagestratege Emile Cardon von der Rabobank. “Die schlechten Nachrichten kommen von allen Seiten. Es ist, als ob mehrere kleinere Krisen sich zu einer großen zusammenballen.” Bei der Schweizer Großbank UBS gingen laut Händlern so viele Verkaufsaufträge ein wie seit fünfeinhalb Jahren nicht.

ANLEGER LASSEN BANKEN FALLEN WIE HEISSE KARTOFFELN

Mit einem Minus von 6,1 Prozent gehörte die Deutsche Bank zu den größten Verlierern in Europa. Damit hat das Geldhaus, das Ende Januar einen Rekordverlust von fast sieben Milliarden Euro bekanntgegeben hatte, binnen drei Wochen rund 30 Prozent seines Börsenwertes eingebüßt. Die Anteilsscheine der Commerzbank verbilligten sich sogar um 6,6 Prozent.

Mit Enttäuschung reagierten Investoren auch auf die Quartalsergebnisse der französischen Großbank Societe Generale. Die Folge: Ein Kursminus von bis zu 15 Prozent. In Italien schreckte die Nachricht von einem dünner als erwarteten Finanzpolster der Ubi Banca die Anleger auf. An der Züricher Börse waren die Titel der Credit Suisse mit 12,23 Franken so billig wie seit einem Vierteljahrhundert nicht mehr.

In Washington mühte sich US-Notenbankchefin Janet Yellen, die Wogen zu glätten. Sie bezeichnete das dortige Bankensystem bei ihrer halbjährlichen Anhörung vor dem Kongress als stark. Den Papieren der US-Institute half dies allerdings kaum. Bank of America und Citigroup fielen zeitweise jeweils auf ein Drei-Jahres-Tief von 11,16 und 34,99 Dollar.

GOLD HUI, ÖL PFUI

Der von einer Serie schwacher Wirtschaftsdaten aus China und den USA befeuerte Konjunkturpessimismus spiegelte sich auch im Ölpreis wider. Die richtungsweisende Sorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich um bis zu 2,7 Prozent auf 30,01 Dollar je Barrel (159 Liter).

Wegen der Kursturbulenzen an den Aktien- und Ölmärkten griffen Investoren verstärkt zum Gold. Das Edelmetall verteuerte sich um bis zu 5,3 Prozent auf 1260,60 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) - der größte Kurssprung seit 2009. “Angesichts des schwierigen Konjunkturumfelds wird sich dieser Trend wohl fortsetzen”, schrieb James Butterfill, Chef-Analyst des Brokerhauses ETF Securities an seine Kunden. Die Nachfrage nach den ebenfalls als sicher geltenden Bundesanleihen hievten den Bund-Future auf ein Rekordhoch von 166,16 Punkten. Sein US-Pendant, der T-Bond-Future, notierte mit 170-26/32 Zählern ebenfalls so hoch wie nie zuvor.

Am Devisenmarkt rissen sich Investoren um den japanische Yen. Dies drückte den Dollar um zwei Prozent auf ein Eineinhalb-Jahres-Tief von 111,02 Yen. Auch Schweizer Franken und der Euro waren gefragt. Die Gemeinschaftswährung verteuerte sich um mehr als einen halben US-Cent auf 1,1364 Dollar.

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