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Marktnachrichten

Trumps Corona-Erkrankung schreckt Europas Börsianer auf

Frankfurt (Reuters) - Die Corona-Infektion von US-Präsident Donald Trump hat für Unruhe an Europas Börsen gesorgt.

The German share price index DAX graph is pictured at the stock exchange in Frankfurt, Germany, October 2, 2020. REUTERS/Staff

Die Stimmung trübte außerdem, dass sich die Erholung am US-Arbeitsmarkt überraschend deutlich verlangsamt hat.

Trump teilte in der Nacht über den Kurznachrichtendienst Twitter mit, er und seine Ehefrau Melania seien positiv auf den Krankheitserreger getestet worden. Nach dem ersten Schreck der Anleger machten Dax und EuroStoxx50 am Freitag allerdings wieder Boden gut. Der deutsche Leitindex ging nur noch 0,3 Prozent leichter aus dem Handel bei 12.689 Punkten. Auch die Wall Street grenzte ihre Verluste bis zum Handelsschluss in Europa ein: der Dow-Jones-Index notierte ein halbes Prozent tiefer, nachdem er zeitweise 1,6 Prozent verloren hatte.

Dennoch fürchten vier Wochen vor der US-Präsidentenwahl einige Investoren zunehmende Unsicherheiten. “Trumps Ansteckung mit dem Coronavirus wirft in einer heiklen Phase des Wahlkampfes zu viele offene Fragen auf”, sagte Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst beim Brokerhaus CMC Markets.

An den Märkten könnte es turbulenter werden, wenn Trump einen schweren Krankheitsverlauf durchmacht. “Wir müssen möglicherweise bis zum Ende des Wochenendes warten, bis wir Klarheit haben. Die erste Reaktion war möglicherweise etwas überzogen”, sagte Francois Savary, Chef des Schweizer Vermögensverwalters Prime Partners. “Die Infektion heißt nicht, dass die US-Regierung nicht funktioniert.” Nach Angaben des Weißen Hauses hat Trump “sehr leichte” Covid-19-Symptome. Das Corona-Testergebnis von Vizepräsident Mike Pence sei negativ.

Der Dollar war als sicherer Hafen gefragt und legte zu einem Währungskorb in der Spitze 0,3 Prozent zu. Die Gewinne begrenzten schwächer als erwartet ausgefallenen US-Jobdaten: Nach der Entlassungswelle im Frühjahr schufen die Firmen außerhalb der Landwirtschaft im September 661.000 Stellen statt der von Ökonomen im Schnitt erwarteten 850.000.

Die Beschäftigtenzahl in den USA liege immer noch mehr als zehn Millionen unter dem Stand vor Pandemieausbruch, rechnete Stratege Bastian Hepperle vom Bankhaus Lampe vor. “Eine vollständige Genesung des Arbeitsmarktes wird wohl nicht gelingen oder liegt in sehr weiter Ferne.” Am Rohstoffmarkt gab der Ölpreis nach. Ein Barrel Nordseeöl der Sorte Brent kostete mit 39,77 Dollar rund drei Prozent weniger.

BAYER HÄLT ERNEUT DIE ROTE LATERNE IM DAX

Am europäischen Aktienmarkt sackten die Aktien von Ölfirmen wie BP und Total ab. Sollte Trumps demokratischer Rivale Joe Biden die US-Wahl gewinnen, könnte der Iran womöglich wieder mehr Öl auf den Markt bringen, weil Biden hinter dem Atomabkommen mit dem Iran stehe, sagte SEB-Rohstoffexperte Bjarne Schieldrop. Seit Jahresauftakt haben die Aktien der Ölfirmen gut die Hälfte an Wert eingebüßt.

In Frankreich legten die Aktien der Telekomfirmen Orange, Bouygues und Iliad bis zu 2,6 Prozent zu. Die Firmen hatten sich bei der Versteigerung 5G-Frequenzen gesichert.

Bayer setzten ihre Talfahrt fort und verloren weitere drei Prozent. Am Donnerstag waren sie wegen trüber Geschäftsaussichten und milliardenschwerer Sonderabschreibungen um rund dreizehn Prozent eingebrochen.

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