October 3, 2018 / 1:57 PM / 2 months ago

Sorge vor schneller steigenden US-Zinsen belastet Dax & Co

Frankfurt (Reuters) - Spekulationen auf schneller steigende Zinsen in den USA haben den Börsen am Freitag Verluste eingebrockt.

People with umbrellas pass by bull and bear outside Frankfurt's stock exchange during heavy rain in Frankfurt, Germany, November 20, 2017. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Der Dax schloss den Handel 1,1 Prozent tiefer bei 12.111 Punkten. Der EuroStoxx50 verlor 0,9 Prozent auf 3345 Zähler. Auf Wochensicht summierte sich das Minus beim deutschen Leitindex auf gut ein Prozent, sein europäisches Pendant büßte knapp zwei Prozent ein. “Der Trend zeigt derzeit nach unten”, sagte ein Händler. Die steigenden Zinserhöhungserwartungen machten Anleihen im Vergleich zu Aktien tendenziell attraktiver.

In den USA entstanden im September unter anderem wegen des Hurrikans “Florence” so wenig neue Jobs wie seit einem Jahr nicht mehr. Jedoch fiel die Arbeitslosenquote auf den tiefsten Stand seit 1969. Ökonomen erwarten für die nächsten Monate einen weiter kräftigen Stellenaufbau. “Der US-Notenbank dürfte der Arbeitsmarktbericht vom September daher keinerlei Anlass geben, von ihrem eingeschlagenen Kurs abzuweichen”, sagte Volkswirt Matthias Krieger von der LBBW. Bereits im Dezember dürfte die US-Notenbank Fed die derzeit in einer Spanne von 2,0 bis 2,25 Prozent liegenden Leitzinsen erneut anheben.

Der Dollar ging nach dem gemischt ausgefallenen Jobbericht zunächst auf Berg- und Talfahrt, pendelte sich dann aber auf seinem Niveau vom Donnerstag ein. Der Euro notierte daher ebenfalls kaum verändert bei 1,1508 Dollar. Aktienanleger in den USA zogen aber die Handbremse, der Dow-Jones-Index lag zu Handelsschluss in Europa gut ein halbes Prozent im Minus.

Die weltweit viel beachtete Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen zog auf 3,22 Prozent an und blieb nur knapp unter ihrem am Donnerstag erreichten Sieben-Jahres-Hoch von 3,23 Prozent. Auch die Rendite der vergleichbaren Anleihen aus Deutschland legte zu und notierte mit 0,57 Prozent zeitweise auf dem höchsten Stand seit über vier Monaten.

UNILEVER STIFTET UNRUHE MIT BREXIT-PLÄNEN

Im Dax kamen die Aktien von RWE unter die Räder, sie sackten um 8,7 Prozent ab. Ein Gericht stoppte die Rodungspläne des Energiekonzerns im Hambacher Forst. RWE rechnet deshalb ab 2019 jährlich mit einer Ergebnisbelastung in der Sparte Braunkohle & Kernenergie im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich.

Steil bergab ging es auch für die Aktien des italienischen Fußballvereins Juventus Turin, deren Star-Spieler Cristiano Ronaldo mit Vergewaltigungsvorwürfen konfrontiert wird. Juve-Aktien rutschten um knapp zehn Prozent ab. Auch der Sportartikelhersteller Nike und der Videospielekonzern Electronic Arts (EA) zeigten sich beunruhigt angesichts der Vorwürfe gegen ihren Werbeträger. Nike-Titel notierten unverändert, EA verloren 0,9 Prozent.

An der Londoner Börse sorgte Unilever für Gesprächsstoff, nachdem der Konsumgüterkonzern den geplanten Umzug der Konzernzentrale von Großbritannien in die Niederlande abgesagt hat. Unilever hatte im März eine neue Struktur und dem Umzug von London nach Rotterdam angekündigt. Die Aktien schlossen 0,6 Prozent schwächer.

An der Wall Street trennten sich Anleger von Tesla-Aktien, nachdem Firmenchef Elon Musk die Börsenaufsicht SEC beschimpfte. Die Titel des Elektroautobauers büßten 5,7 Prozent ein.

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