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Dax erobert 13.000er-Marke zurück - "Jamaika" im Blick
November 16, 2017 / 3:05 PM / in a month

Dax erobert 13.000er-Marke zurück - "Jamaika" im Blick

Frankfurt (Reuters) - Nach fünf Verlusttagen hintereinander haben am Donnerstag die Käufer wieder das Ruder an der Börse übernommen.

The German share price index, DAX board, is seen at the stock exchange in Frankfurt, Germany, November 16, 2017. REUTERS/Staff/Remote

Rückenwind erhielten die europäischen Aktienmärkte von einem schwächeren Euro. Der Dax eroberte die psychologisch wichtige Marke von 13.000 Punkten zurück und kletterte um ein halbes Prozent auf 13.035 Zähler. Der EuroStoxx gewann 0,6 Prozent auf 3567 Punkte. “Die Chance einer Trendwende nach den Kursverlusten der letzten Handelstage ist zum Greifen nah”, sagte Postbank-Analyst Heinz-Gerd Sonnenschein. Auch an der Wall Street dürfte es zum Handelsstart nach oben gehen.

Seit seinem Rekordhoch von 13.525 Punkten Anfang November büßte der Dax rund 600 Zähler ein. Kasse machten Anleger vor allem, weil der Euro deutlich zugelegt hatte. Dies senkt die Wettbewerbschancen der exportorientierten Firmen, weil ihre Waren im Welthandel dann teurer werden. Am Donnerstag verbilligte sich der Euro wieder auf unter 1,18 Dollar. Hintergrund dafür waren Händlern zufolge Spekulationen auf weitere Zinsanhebungen der US-Notenbank Fed im kommenden Jahr, die den Dollar auf Erholungskurs schickten. Dagegen sprachen Inflationsdaten aus der Euro-Zone nicht für eine Verschärfung der Geldpolitik in der Währungsunion. Die Verbraucherpreise legten im Oktober nur noch um 1,4 Prozent zum Vorjahresmonat zu. Im September war die Teuerung noch einen Tick höher.

Mit der Gelassenheit an den Aktienmärkten könnte es aber schnell wieder vorbei sein, denn in Berlin läuft die heiße Phase der Koalitions-Sondierungen zwischen CDU, CSU, FDP und Grünen. “Sollten hier nicht bald Fortschritte zu erkennen sein, dürfte dies die Stimmung auf dem Börsenparkett belasten”, betonte Analyst Milan Cutkovic vom Broker AxiTrader. Ein Abschluss der Gespräche ist für die Nacht auf Freitag vorgesehen. Die Parteien trennen jedoch nach wie vor massive Differenzen.

RWE SETZEN TALFAHRT FORT

Die Jamaika-Sondierungen hielten auch RWE-Anleger auf Trab. Die Aktien waren mit minus 2,5 Prozent größter Dax-Verlierer. In den vergangenen fünf Handelstagen büßten die Titel über zehn Prozent ein. Laut Händlern sind Investoren besorgt, dass Energieversorger bei einer Regierungsbeteiligung der Grünen schärfere Vorschriften drohen. RWE gewinnt einen Großteil seiner Energie in Deutschland mit Kohlekraftwerken.

Zu den größten Gewinnern im Dax und im EuroStoxx50 gehörten abermals die Titel der Deutschen Bank. Spekulationen über eine Fusion mit der Commerzbank nach dem Einstieg des Finanzinvestors Cerberus trieben den Kurs um 2,5 Prozent nach oben. Commerzbank legten 1,9 Prozent zu.

Andernorts in der Bankenwelt sah es dagegen nicht so gut aus. Die Aktien italienischer Institute verbuchten teils herbe Verluste Die angeschlagene Banca Carige ist mit ihren Kapitalerhöhungsplänen gescheitert. Das verstärkte Sorgen zur Zukunft der italienischen Banken, die auf faulen Krediten in dreistelliger Milliardenhöhe sitzen. Banco BPM und BPER Banca gaben mehr als zwei Prozent nach. Carige-Titel waren vom Handel ausgesetzt.

An der Börse in Wien tauchten Zumtobel-Titel um bis zu 25 Prozent ab. Der Leuchtenhersteller kappte seine Gewinn- und Umsatzprognosen für das laufende Geschäftsjahr und sieht kurzfristig keine Erholung.

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